Sonntag, 18. Dezember 2011

Chile2: 05. bis 08. 12 oder Wie die verrückte Hexe auf uns zugesprungen kam

Dreieinhalb Stunden fuhren wir also von Valdivia mit dem Bus nach Puerto Montt weiter gen Süden – durch einsame, grüne, wunderschöne Landschaften. Bis wir in dem kleinen Städtchen am Meer ankamen. 
Während wir auf der Suche nach einer hospedaje, einer Unterkunft, durch die Straßen liefen, kam auf einmal eine Frau auf uns zugestürmt, erklärte, sie habe eine Unterkunft und plapperte und plapperte ohne Unterlass und ohne uns wirklich zuzuhören. Nun, bei ihr haben wir vier Tage genächtigt. Sie war ein bisschen anstrengend mit ihrem vielen Gerede, ihrem Hang dazu, fast ungefragt in unser Zimmer zu kommen und ihrem kleinen, ständig kläffenden Hund. Wegen eines Goldzahns und ihrem weißen Haar und der eben erwähnten Eigenschaften haben wir sie liebevoll die verrückte Hexe genannt. 

Puerto Montt an sich ist keine tolle Stadt. Die liegt zwar am Meer (was die Attraktivität ja durchaus steigern kann), aber das Stadtbild ist nicht schön und die Straßen fand ich ziemlich dreckig.
Aber die Umgebung ist wunderbar. Inmitten von Bergen, Tälern, Seen, Inseln und dem Meer kann man dort viele tolle Dinge machen. 

Wir sind zum Beispiel nach Puerto Varas (ein Nachbarort) gefahren, haben uns dort Fahrräder ausgeliehen, sind am See entlanggefahren und haben ein paar Buben beim Angeln zugesehen.

An einem anderen Tag haben wir eine Tour zum ParqueNacional Vicente Pérez Rosales gemacht. Wir sind auf einer Lagune langgeschippert, haben uns Wasserfälle angeschaut und saßen am Lago Todos Los Santos, am See aller Heiligen. Die Landschaft dort ist wirklich mitunter herzergreifend mit ihrer tiefgrünen Vegetation, den schneebedeckten Gipfeln der Berge und Vulkane und dem leuchtend blauen Wasser der Seen.

In der Nähe von Puerto Montt befindet sich eine Insel. Chiloé heißt sie. Dort sind wir auch hingefahren und haben eine Pinguin-Kolonie angeschaut. Mit einem Boot konnte man aufs Meer hinausfahren, der Wind wehte durch das Haar, die Gischt schlug ins Gesicht, die Vögel kreischten, das Boot wackelte. Und auf den Felsen tummelten sich viele Pinguine. Einzigartig ist, dass es zwei verschiedene Pinguinarten sind, die dort leben: Humboldtpinguine und Magellanpinguine. Das liegt daran, dass dort der Humboldtstrom entlangfließt, der mit seinem kalten Wasser den gleichnamigen Pinguinen Lebensraum gibt. Außerdem drehen Kormorane ihre Runden und Nutrias schnuppern aus dem Wasser.

Ein paar Tage voller Natur hat uns Puerto Montt also beschert. Ach, wie schön es war. Trotz der Hexe. :)
Am Morgen des 09. Dezembers begaben wir uns wieder auf den Weg. Diesmal Richtung Norden, nach Pucón. Darüber berichtet dann Teil 3.

Bis bald!
Eure Karo

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