Montag, 16. Juli 2012

Döner statt Emoliente und Lomo Saltado

Hallo ihr Lieben,
seit einer Woche bin ich wieder in Deutschland.
Ein emotionaler Abschied, ein freudiger Empfang, meine liebe Famile und meine tollen Freunde, ein bisschen Ilmenau, sachsen-anhaltinisches Hinterland, Halle und mein erster Döner nach vielen Monaten, das habe ich in dieser Woche erlebt.
Es ist schön, wieder hier zu sein, auch wenn mir Lima und die Menschen, die ich dort liebgewonnen habe, sehr fehlen.
Es ist auch seltsam, dass nicht mehr an jeder Ecke emoliente (ein heißes Getränk aus Kräutersuden und Limettensaft) verkauft wird und ich nicht mehr Lomo Saltado (Rindfleischstreifen mit Gemüse, Pommes und Reis) beim Chinesen um die Ecke essen gehe.
Der Verkehr läuft viel ruhiger und die Menschen gehen vielmehr ihrer eigenen Wege, scheint mir.
Aber mir wird auch nicht mehr hinterhergepfiffen, geschmatzt und gerufen. Das ist eine ziemliche Erleichterung.
Ich könnte die Liste der Unterschiede wahrscheinlich noch eine ganze Weile weiterführen, aber ich höre an dieser Stelle lieber auf und sage: es waren außergewöhnliche, schöne elf Monate in der peruanischen Hauptstadt, die ich so ins Herz geschlossen habe.
Irgendwann fliege ich wieder hin.
In dem Sinne: saludos, besos y hasta pronto.
Karo

Mittwoch, 27. Juni 2012

Hallo ihr Lieben,
in letzter Zeit ist es ein bisschen still auf meinem Blog geworden. Es gibt aber auch aus der Unterhaltungssicht nicht viel zu berichten. Ich war die letzten Wochen in Lima, hatte Unialltag, gemeinsames Kochen mit meinen Mitbewohnern, ein paar Konzerte, Kinobesuche und Kaffeeklatsch.
Momentan stecke ich gerade in den finales, den Prüfungen zum Semesterende. Gleich fahr ich in die Cato und schreib das Examen in Literatura y Cine. Taller de Imagen Publicitaria hab ich am Montag schon mit einer Präsentation hinter mich gebracht. Und am Samstag schließe ich die finales mit der Abschlusspräsentation in Diagnóstico.
Ich bin schon froh, dass die Prüfungen bald vorbei sind. Aber gleichzeitig heißt das leider auch, dass meine Zeit an der Cato, in Lima und in Peru sich dem Ende nähert. Zwölf Tage habe ich noch und fast elf peruanische Monate liegen hinter mir. Das ist komisch, aber vorallem sehr schön, denn ich hatte hier eine außergewöhnliche Zeit und habe die chaotische Stadt mit ihren manchmal etwas verrückten Einwohnern ins Herz geschlossen. Ich bin sicher, dass dies nicht die letzten Limaer Tage meines Lebens sind. Denn es gibt immer Gründe zurückzukehren. :)
Besos,
Karo

Dienstag, 12. Juni 2012

Kein Blu-Ray-Player

Ja, ihr lest es schon in der Überschrift. Ich habe keinen Blu-Ray-Player gewonnen. Wie schade.
Mir geht es aber trotzdem gut. :)

Letztens war ich mit Anna zwei Tage am Meer im Süden von Lima. Das war wunderbar. So viel Ruhe und komische Vögel. Wellenrauschen und Sonnenuntergänge. Außerdem habe ich Ceviche gegessen, das ist roher Fisch mit ganz viel Limette und Chilli. Ja, das klingt gar nicht mal so lecker. Dachte ich am Anfang auch. Aber es schmeckt eigentlich wirklich gut, wenn man sich einmal überwunden hat.

Außerdem fanden bis letzte Woche die Interfacultades statt. In allerhand Wettbewerben sind die verschiedenen Fakultäten gegeneinander angetreten. Das finale Event bildete die Noche Cultural. Jede Fakultät führte einen Tanz vor. In der Sporthalle, dem Austragungsort, war Highlife in Tüten, wie Zsara und Patricia sagen würden: die Fangemeinschaften schrien und tobten auf den Trebünen, während in der Mitte die wunderbarsten Schritte zu bewundern waren.
Natürlich bin ich nicht eben objektiv, aber comunica hat einfach wirklich den besten Tanz gebracht. Es war ein FEST! Leider wurden sie letztendlich disqualifiziert, weil sie die Zeitvorgabe überschritten haben. Das ist noch nie passiert. Punkteabzug ja, aber so ein Rauswurf. Eine Ungerechtigkeit. Es war zum Heulen. Hier und da waren auch Tränen zu sehen. Aber ein paar Bier später freute man sich dann einfach über die Pokale in den anderen Kategorien und beschloss die Uni niederzubrennen ... Theoretisch, versteht sich. :)

Die cato steht noch, wir mögen sie immer noch und die letzten Wochen des Semesters stürtzen auf uns ein.

In dem Sinne:
Besos,
Karo

Dienstag, 29. Mai 2012

rifas, alles voller rifas

Buenas días,
heute kommt der Postvon den heiligen Wiesen der Católica. Die Sonne ist nämlich auch dem heutigen Tage treu geblieben. Deswegen sitze ich also im Gras an den piletas (zu deutsch: Springbrunnen) vor dem Gebäude der comunica-Fakultät, blinzel in die Sonne und genieße die Briese. 
Aber kommen wir zum eigentlichen Thema dieses Posts: rifas. rifa bedeutet Verlosung und bezeichnet gleichzeitig das Zettelchen, was du in die Hand gedrückt bekommst, wenn du teilnimmst.
In meinem Geldbörschen fliegen momentan ganz schön viele rifas rum. Wenn man comunica studiert, ist es üblich, dass man für die Uni Projekte realisieren muss, die ziemlich kostenaufwändig sind. In comunicación audiovisual zum Besipiel drehen die Leute Filmchen (der von mir im letzten Post erwähnte Dreh fällt da auch rein). Und um die Realisierung zu finanzieren, werden u.a. Verlosungen veranstaltet. Polladas und Partys sind ebenfalls beliebte Einnahmequellen. 
Nun, jedenfalls gewinne ich mit ein bisschen Glück (haha) vielleicht einen BluRay-Player. Die Frage ist nur, was ich damit soll... :D
Sonnige Grüße,
Karo

Montag, 28. Mai 2012

Sechs mal sieben

Hallihallo ihr Guten,
in sechs Wochen sitze ich im Flieger nach Deutschland. Unglaublich, zisch! fliegt die Zeit dahin. 
Um das heute gebührend zu ehren, habe ich von etwa 10 bis 13 Uhr auf der Straße getanzt (als Statistin für das Filmprojekt von Lu) und mir einen Sonnenbrand geholt (und das, obwohl der unangenehme Winter Einzug in Lima hält). 
Mit diesem kurzem Statement verabschiede ich mich auch schon wieder und fahr in die Uni. 
Besos,
Karo

Freitag, 18. Mai 2012

In schönster Umgebung forschen


Buenos días!

Zwar hab ich in meiner universitären Laufbahn schon ein paar Interviews und Inhaltsanalysen durchgeführt, aber noch nie ein ganzes Forschungsprojekt realisiert. Mein wunderbarer, wenn auch anstrengender, Kurs diagnóstico hat mir diese Möglichkeit eröffnet.

Letzten Dienstag bin ich mit zwei chicas meiner Gruppe nach Huaraz gefahren; die anderen drei folgten am nächsten Tag. Am Mittwochmorgen kamen wir an und fuhren mit einem colectivo nach Maracará, ein kleines Dörfchen, eingebettet zwischen der Cordillera Negra und der Cordillera Blanca. Dort befindet sich die NGO Urpichallay. Sie hat verschiedene Projekte, u.a.  ein regionales Radio, das viel mit den comunidades, in denen die Menschen überwiegend Subsistenzwirtschaft betreiben, interagiert, und in ein paar Monaten eröffnet sie eine Schule für Kellner und Köche.  
Und eben diese Schule steht im Zentrum unserer Untersuchung. Hauptuntersuchungspunkt ist dabei alles, was mit Kommunikation in Zusammenhang steht: die interne Kommunikation im Projekt und nach außen mit den relevanten Akteuren, die Identifikation dieser Akteure und ihrer Bedürfnisse, die Medienberichterstattung in der der Region. 

In drei Tagen haben wir Beobachtungen in der NGO und auf öffentlichen Plätzen durchgeführt; Umfragebögen in der örtlichen Schule verteilt; die Jugendlichen, die an der Schule für Kellner interessiert sind, und ihre Eltern interviewt; die Besitzer von Restaurants und Vertreter der regionalen Behörde befragt; die schriftliche Presse analysiert; die Mitglieder der NGO befragt und deren Antworten mit Video aufgenommen um eine kleine Doku daraus zu machen; das Radioprogramm untersucht.

Am vierten Tag sind wir zu einer Laguna gefahren und haben ein Dörfchen besucht, das 1970 Opfer eines schweren Erdbebens wurde, welches eine Steinlawine auslöste, die den Großteil dem Erdboden gleich gemacht hat. (Kleine Anekdote hier am Rande: es wurde tatsächlich DVDs mit Originalaufnahmen des Erbebens verkauft … skurril!)
Das war ein sehr schöner Abschluss dieser schönen Tage.

Zum ersten Mal wollte ich am Ende einer Reise nicht nach Lima zurück. Ich hab mich einfach so wohl gefühlt. Verstärkt wurde das zudem durch unsere super urige hospedaje in einem alten herrschaftlichen Haus mit wunderschönem Garten.

Aber nun bin ich doch ganz froh, wieder hier zu sein. Wie immer.
Jetzt müssen wir anfangen, alles auszuwerten und daraus eine Kommunikationsstratgie zu entwickeln. Da kommt also noch eine Menge auf uns zu. :)

Lasst es euch gut gehen auf der anderen Seite des Atlantiks!

Un beso
Karo


Mittwoch, 16. Mai 2012

Vermaledeiter Nieselregen!

... er ist wieder da. Der Nieselregen, der mich schon im August bei meiner Ankunft begrüßte.
Als ich heute gegen 22 Uhr nach Hause kam (Mittwoch bin ich mit 8 Stunden Uni ganz gut beschäftigt), wollte ich endlich meine Wäsche aufhängen. Tja, leider setzte aber just dieses Gefissel ein, als ich die casa betrat. Nun kann ich nur hoffen, dass mich morgen die Sonne tagsüber nicht im Stich lässt.

Von dieser kleinen Bagatelle abgesehen, geht es mir sehr gut. Meine Reise nach Huaraz war ein voller Erfolg und ich hab bei unserem kleinen Forschungsprojekt ganz schön viel gelernt (dazu gibt es bald einen eigenen Eintrag). Die Uni hält mich weiterhin gut auf Trab - und das, obwohl die parciales doch gerade um sind. Fast jeden Tag hab ich Gruppentreffen, muss Texte lesen oder Präsentationen vorbereiten. Und weil ich auch ab und an gerne etwas mit meinen Freunden und Mitbewohnern mache, hab ich ein ausgefülltes, glückliches Leben. Juchei!

Bald gibt es wieder mehr von mir zu lesen.
Buenas noches. 
Karo