Ja, ihr lest es schon in der Überschrift. Ich habe keinen Blu-Ray-Player gewonnen. Wie schade.
Mir geht es aber trotzdem gut. :)
Letztens war ich mit Anna zwei Tage am Meer im Süden von Lima. Das war wunderbar. So viel Ruhe und komische Vögel. Wellenrauschen und Sonnenuntergänge. Außerdem habe ich Ceviche gegessen, das ist roher Fisch mit ganz viel Limette und Chilli. Ja, das klingt gar nicht mal so lecker. Dachte ich am Anfang auch. Aber es schmeckt eigentlich wirklich gut, wenn man sich einmal überwunden hat.
Außerdem fanden bis letzte Woche die Interfacultades statt. In allerhand Wettbewerben sind die verschiedenen Fakultäten gegeneinander angetreten. Das finale Event bildete die Noche Cultural. Jede Fakultät führte einen Tanz vor. In der Sporthalle, dem Austragungsort, war Highlife in Tüten, wie Zsara und Patricia sagen würden: die Fangemeinschaften schrien und tobten auf den Trebünen, während in der Mitte die wunderbarsten Schritte zu bewundern waren.
Natürlich bin ich nicht eben objektiv, aber comunica hat einfach wirklich den besten Tanz gebracht. Es war ein FEST! Leider wurden sie letztendlich disqualifiziert, weil sie die Zeitvorgabe überschritten haben. Das ist noch nie passiert. Punkteabzug ja, aber so ein Rauswurf. Eine Ungerechtigkeit. Es war zum Heulen. Hier und da waren auch Tränen zu sehen. Aber ein paar Bier später freute man sich dann einfach über die Pokale in den anderen Kategorien und beschloss die Uni niederzubrennen ... Theoretisch, versteht sich. :)
Die cato steht noch, wir mögen sie immer noch und die letzten Wochen des Semesters stürtzen auf uns ein.
In dem Sinne:
Besos,
Karo
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Dienstag, 12. Juni 2012
Kein Blu-Ray-Player
Dienstag, 3. Januar 2012
Die letzten Tage des Jahres
Huch, die letzten Tage sind subjektiv aber ganz schön schnell an mir vorübergezogen.
Über Weihnachten bin ich ja zu Arthur gefahren. Erst über Nacht nach Trujillo und von dort aus nach Huamachuco. Dieser zweite Teil der Fahrt war ein ganz schönes Abenteuer: innerhalb von sechs Stunden klettert der Bus von etwa Meereshöhe auf über 3000 Meter Höhe. Man mische noch die dank Regenzeit schlammigen, kurvenreichen Pisten und einen alten klapprigen Bus dazu und die Reisefurcht ist zusammengerührt. Nun, ich bin trotz anfänglicher Zweifel heil angekommen. Im Regen hab ich meinen Bruder jubelschreiend in die Arme geschlossen. Der Regen ist dort leider alltägliches Erscheinungsbild; ich hab in den paar Tagen mehr Regen erlebt als in meiner gesamten Zeit in Peru …
Sehr schöne Tage waren es mit Arthur und seinen Freunden. Wir waren in der Stadt spazieren, saßen häkelnd am Fenster ihrer Unterkunft und haben auf die wunderschöne Plaza de Armas geschaut, haben gekocht, Wein getrunken und mir wurde das Projekt gezeigt, eine demokratische Schule. Sie ist in einen pädagogischen und einen Konstruktionsteil gegliedert. Arthur arbeitet in zweiterem: ein ziemliches Stück den Berg hinauf wird eine neue Schulanlage errichtet mit u.a. einem großen Gebäude, einer Pflanzenkläranlage und einem Windrad. Nicht nur wegen des herrlichen Blicks in die Berge (die mitunter wegen der vielen kleinen Felder wie Flickenteppiche aussehen) dort oben hat mich das Projekt sehr beeindruckt. Demokratische Schulen sind rar in Südamerika. Mehr Informationen gibt’s übrigens in dem rechts verlinkten Blog.
Außerdem haben wir natürlich Weihnachten gefeiert. Es war ziemlich schön. Wir waren zusammen mit einer anderen deutschen Freiwilligen in einer peruanischen Familie. Dort wurde viel geredet, gegessen, getrunken, gesungen und sogar Gedichte rezitiert. Eine sehr angenehme Atmosphäre. Bis zur Bescherung wartet man in Peru bis Mitternacht (die armen Kinder …). Außerdem ist im Gegensatz zu Deutschland der 26. kein Feiertag. Oftmals bekommen auch nur die Kinder Geschenke.
Die Zeit in Huamachuco war wirklich wunderbar. So ruhig im Vergleich zu meinem hektischen Leben in Lima. Und es hat einfach gefetzt, bei meinem Bruder zu sein.
Am 27. bin ich zurückgefahren (durch die Berge mit einer anderen Busgesellschaft, die über wesentlich vertrauenswürdigerere Fahrzeuge verfügt) und war am 28. wieder in meinem geliebten Lima. Sonne genießen, die bevorstehende Reise planen, tanzen gehen, ans Meer fahren, mein Zimmer ausräumen, einen Silvesterplan entwickeln, stand auf dem Plan.
Ich bin ja sowieso keine große Silvester-Freundin, dementsprechend hatte ich wenig Lust irgendwas zu planen. Nach einigem Hin und Her sind Patricia und ich mit Lucía nach Punta Hermosa gefahren. Das ist ein Ort am Meer, der etwa zwei Stunden von Lima entfernt ist. Freunde von ihr, die wir zu großem Teil auch kannten, hatten ein Haus gemietet. Ein Haus am Strand, hieß es. Nun ja, so war es leider nicht. Zum Strand musste man noch ein Stück laufen. Und Silvester selbst war er leider auch gesperrt. Wahrscheinlich aus Angst, dass die feierwütige Menge ihn in Schutt und Asche zurücklegt. Punta Hermosa erscheint mir nämlich ein bisschen wie der peruanische Ballermann: Massen betrunkener Leute. Oh je.
Die Party auf der wir waren, war an sich ganz nett (einige Ereignisse wären ausreichend, den Teaser einer Vorabend-Soap zu füllen…), aber ich steh halt wirklich nicht auf Partys am letzten Tag des Jahres. Außerdem war es wirklich ein bisschen merkwürdig, dass es so warm ist. Am 1. Januar waren wir noch am Strand, haben die Sonne und die immensen Wellen genossen.
Also haben wir uns schon amüsiert. :)
Mein Zimmer sieht grad ziemlich chaotisch aus. Ich packe nämlich meine Sachen. Zum Einen meinen Reiserucksack und zum Anderen meinen Koffer, in dem der ganze Rest landet. Ich werde nämlich de facto aus meinem Zimmer ausziehen, als Vagabundin unterwegs sein und zu Beginn des neuen Semesters wieder in der Casa Rio Grande einziehen.
Gleich fahre ich mit Kristina nach Arequipa. Dort sind schon Zsara und Patricia. Mit ihnen geht es in den Cañon de Colca und dann weiter nach Bolivien, Argentinien, vielleicht Paraguay. Einen konkreten Plan gibt es nicht. Ich gebe mir etwa sechs Wochen, dann will ich zurück in Lima sein. Aber wo ich mit wem wie lange hinfahre, steht allerhöchstens im Groben fest.
Ich werde versuchen, mich unterwegs ab und an zu melden!
In dem Sinne: ein frohes neues Jahr euch allen!
Eure Karo
PS: Der Schnelligkeit meines Tippens kurz vor der Abfahrt geschuldete Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen.
Mittwoch, 21. Dezember 2011
Chile3: 09. bis 13.12 oder Wie wir verbrannten und ich mich verliebte
Pucón hieß also das Ziel. Púcon ist und lebt Tourismus. Hotels, Restaurants, Tourismusagenturen, Hostels, Cafés. Und das alles nur wegen so einem komischen Vulkan, auf den alle klettern wollen.
Nachdem wir erfahren haben, dass eine Tour mit 5-stündigem Auf- und 2-stündigem Abstieg 60 Euro koste, haben wir uns dann doch ein Alternativ-Programm überlegt:
Freitagabend setzten wir uns in eine Bar am Strand (denn auch in Pucón gibt es einen See, Lago Villarrica heißt er), tranken ein Bier, genossen den Sonnenuntergang und schlossen uns später im Hostel der Grillgesellschaft an.
Den Samstag verbrachten wir gemütlich in heißen Quellen. Die befinden sich in der Nähe von Pucón und die Anlage ist sehr schön und natürlich gestaltet. Trotz der Tatsache, dass dort hauptsächlich deutsche Paare anzutreffen waren, war es sehr angenehm und entspannend, den Großteil des Nachmittags in den warmen Becken zu verbringen. Den Abend verbrachten wir mit Teilen der Hostel-Crew und Pablo, einem Spanier, damit uns durch das chilenische Fernsehprogramm zu zappen. Dabei stellten wir fest, dass Pablo am nächsten Tag denselben Bus wie wir nach Santiago hatte. Welch Zufall!
Unseren letzten Tag in Pucón verbrachten wir am Strand sitzend, schnackend und die Gegend erkundend. Dabei wurde uns nicht nur der Konsum von Marihuana angeboten, nein, wir holten uns auch einen Sonnenbrand im Gesicht. Oh je, oh je.
Des Abends verabschiedeten wir uns also von Pucón und fuhren 10 Stunden zurück nach Santiago. Ein Genuss war das nicht, aber wir sind trotzdem wohlbehalten angekommen.
Nachdem wir im selben Hostel eingecheckt hatten, zogen wir zusammen mit Pablo weiter nach Valparaíso. Der Name klingt schon wunderbar. Valparaíso. Die Stadt liegt am Meer, etwa 120 Kilometer von Santiago entfernt. Wegen des Hafens riecht es furchtbar, an vielen Stellen ist es ziemlich dreckig und die viele der Gebäude im Kolonial-Stil sind ziemlich heruntergekommen. Und dennoch hab ich mich ziemlich verliebt: die Atmosphäre in Valparaíso ist einfach großartig. Überall an den Wänden und Mauern gibt es Zeichnungen und schöne Graffiti. Wenn nach auf einen der vielen Hügel klettert, hat man einen wundervollen Blick auf das Meer und die bunte Stadt. Die Gassen auf diesen Hügel schlängeln und schmiegen sich, dass es eine Freude ist. Und auch wenn die Gebäude manchmal eine Restauration dringend notwendig hätten, haben sie mir sehr gefallen in ihrer erhabenen Schäbigkeit. Valparaíso hat mich so beeindruckt, dass ich gern eine Metapher anbringen möchte: die Stadt ist wie eine alte Dame, die im Laufe ihres Lebens ihre Reichtümer und Insignien verloren hat, sich aber dennoch tagtäglich mit Bedacht ihre wenigen, wenn auch alten, herrschaftlichen Kleider anzieht, den geretteten Familienschmuck trägt und sich eine aufrechte Haltung bewahrt hat.
Direkt nebenan befindet sich Viña del Mar. Die Stadt ist ganz anders. Viel schicker, viel posher. Oh, da ziehe ich Valparaíso klar vor. Allerdings kommt man nur in Viña an den Strand, da in Valpo dieser durch den Hafen unbegehbar ist. Bei dem Versuch mir gelassen mit den Füßen im Wasser zu stehen, bin ich übrigens bauchnabelabwärts nass geworden. Mit einer solchen Riesenwelle hatte ich einfach nicht gerechnet…
Der nächste Tag war auch schon mein letzter…
Vormittags hab ich mich mit Jasmin, meiner österreichischen Mitbewohnerin, getroffen. Sie ist nämlich einen Tag vorher nach Santiago geflogen und so war es unsere letzte Chance, uns in Südamerika zu sehen. Das ist natürlich ein bisschen traurig, aber andererseits sind Österreich und Deutschland nun keine Welten von einander entfernt. :) Auf jeden Fall hatten wir ein paar schöne Stunden bei Saft und mindestens 30 Grad.
Nachmittags kam dann Nene vorbei und wir sind mit Annika und Pablo was essen gegangen. Nene war ein Jahr in meiner Schule, als ich 16, 17 war. Lang, lang ist es her. Ach, es war megatoll, sie wiederzusehen nach fünf Jahren. Nur leider viel zu kurz. Deswegen überlege ich auch, im nächsten halben Jahr nochmal nach Chile zu fliegen, wenn es sich einrichten lässt. Dann um Nene zu besuchen.
Abends ging mein Flieger. Nene und spontan auch Pablo haben mich zum Flughafen bebracht.
Es war ein wundervoller Urlaub in einem sehr schönen Land mit einer sehr tollen Reisebegleiterin. :) Fast wollte ich nicht zurück.
Aber nun bin ich auch froh, wieder in Perú zu sein. :)
Alles Liebe,
Karo
Dienstag, 4. Oktober 2011
Jede Menge Lehm
Zum ersten Mal ging es am Wochenende nach Norden...
Donnerstagabend hetzten Sarah und ich in letzter Minute zum Bus nach Trujillo. 10 wunderbare Stunden lagen vor uns. Die wir überraschend gut überstanden. Sogar schlafen war möglich in den ausreichend komfortablen Sitzen. Und das für 40 Soles (etwas mehr als 10 Euro).
In Trujillo angekommen, lautete die Devise: Raus aus der Stadt! Wir bezogen also Quartier in Huanchaco, einem ruhigen Dörflein am Meer. Am Freitag machten wir nicht mehr allzu viel. Frühstück in einem schönen Café/Restaurant. Am Strand sitzen und rumlaufen. Sonne genießen. Huanchaco anschauen. Ausruhen. Den Limaer Smog aus den Lungen husten. Die traditionellen Boote und die Unmengen an Surfern bewundern. Ach ja, nicht zu vergessen: peruanische pubertierende Jugendliche abwimmeln, die gern ein Foto mit uns gemacht hätten. Äh nee.
Samstag begaben wir uns dann abenteuerlich auf den Weg nach Trujillo. Nachdem wir gewisse Schwierigkeiten hatten, das richtige micro (Kleinbus) zu finden. Letztendlich landeten wir aber heil und sicher in der Stadt, die Herr Pizarro nach seinem Geburtsort in Spanien benannt hat. Die ganze Altstadt ist voller Häuser im Kolonialstil. Alles ist sehr sauber und ordentlich. Besonders die Plaza de Armas (zu Deutsch Platz der Waffen … den gibt übrigens in fast jeder peruanischen Stadt) ist ein Sahnehäubchen an Pracht und Glanz. Wäre da nicht dieser Herr gewesen, der uns am liebsten des Landes verwiesen hätte, weil wir bei ihm keine Tour nach Chan-Chan buchen wollten, wären wir auf dem Platz auch sicher länger verweilt.
So schlenderten wir durch die Straßen und über den Markt, bewunderten die Architektur, tranken in einem wunderschönen Patio ein Käffchen und fuhren zurück nach Huanchaco.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Kultur. Genauer der prähispanischen Moche-Kultur und deren Nachfolger, die Chimú.
Um Trujillo herum gibt es mehrere architektonische Überreste dieser Kulturen. Wir hatten bereits am Freitag eine Tour gebucht, um die Huaca de la Luna und Chan-Chan zu besichtigen. Das Erste ist ein Tempel, genauer gesagt ein Opfertempel; beim Zweiten handelt es sich um eine ehemalige Stadt, die man aber nur in einem sehr kleinen Bereich besichtigen kann.
Papa hätte seine reine Freude gehabt: denn alle Bauwerke, beziehungsweise ihre Überreste sind aus Lehm gefertigt. Alles ist/war beeindruckend riesig! (Das hat uns zu der Vermutung geführt, dass man dem Einzelnen das Gefühl geben wollte, unbedeutend zu sein. Spekulation.) Und wenn man sich dazu noch vorstellt, in welchen bunten Farben (die heute teilweise noch erkennbar sind) das Mauerwerk bemalt war, bekommt einen kleinen Eindruck von der Kultur der Moche und der Chimú.
Papa hätte seine reine Freude gehabt: denn alle Bauwerke, beziehungsweise ihre Überreste sind aus Lehm gefertigt. Alles ist/war beeindruckend riesig! (Das hat uns zu der Vermutung geführt, dass man dem Einzelnen das Gefühl geben wollte, unbedeutend zu sein. Spekulation.) Und wenn man sich dazu noch vorstellt, in welchen bunten Farben (die heute teilweise noch erkennbar sind) das Mauerwerk bemalt war, bekommt einen kleinen Eindruck von der Kultur der Moche und der Chimú.
Nach dieser Tour (die immerhin an die sechs Stunden dauerte) haben wir wieder einen Nachtbus genommen und sind Montag in der Frühe wieder in meinem geliebten, versmogten Lima angekommen. Sonne wie da oben im Norden gab es leider nicht. Schade aber auch.
Unklarheiten? Anregungen? Fragen? Nur her damit.
Zu langer Text? Hier die Zusammenfassung: Wochenende in Trujillo und Huanchaco war toll. Jede Menge Sonne, Meer, Entspannung, Kolonialstil und Lehm.
Am Donnerstag, nach meinem examen parcial (ja, ich studiere tatsächlich auch), werden Sarah und ich unsere vorerst letzte Reise nach Arequipa, Cusco und Machu Picchu starten.
Macht es gut, ihr Lieben.
Macht es gut, ihr Lieben.
Besitos,
Karo
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Sonntag, 28. August 2011
New York, Markttreiben, La Punta und Salsa
Es ist Sonntag und die erste reguläre Woche liegt hinter mir. Der Himmel ist nach wie vor grau, was mich aber nicht davon abhält, mich in Lima mehr und mehr einzuleben.
So vieles wird nach und nach Gewohnheit: das Busfahren, das Schleppen von 7-Liter-Wasser-Kanistern, mein täglicher Kampf mit meinem peruanischen Telefönchen (erworben für ungefähr 15 Euro plus SIM-Karte; neigt dazu, sich auszuschalten, wenn ein Anruf kommt; hat eine unglaubliche Akku-Laufzeit von anderthalb bis zwei Tagen; leitet SMS ab und an nicht an den Empfänger weiter), die Taxi-Fahrer, der Lärm in den Straßen und die Stille auf dem Uni-Campus. Ja, ich glaube, ich beginne hier zu leben.
Dienstagabend war ich zum ersten Mal hier im Kino. "Te amo Nueva York". Da es eine ziemliche Kurzschlussentscheidung war, mit Lucía, Zsara und Patti ins Kino zu gehen, hab ich mich gar nicht so sehr mit dem Inhalt beschäftigt. Dementsprechend war ich freudig überrascht, dass sich bei dem Film um "New York I Love You" handelte. Auf Englisch mit spanischen Untertiteln. Einfach für's Verständnis, gut zum Lernen.
Dann war ich noch zweimal auf dem riesigen Markt im Zentrum Limas. Ich weiß nicht genau, ob das der berühmt-berüchtigte "offizielle" Schwarzmarkt ist, aber auf jeden Fall gibt es dort fast alles! Von Ohrringen und Kleidung über unechte Bärte und Verlängerungskabeln bis zu Küchengeräten aller Art. Das Areal hat immense Ausmaße und ist mit Sicherheit größer als der Ehrenbergcampus in Ilmenau. In verschiedenen Galerien gibt es kleine Verschläge von teilweise weniger als drei Quadratmetern, die dann vollgestopft sind bis unter die Decke. Auf der Straße gibt es noch weiter Stände und es wird Essen und Trinken in vielfältigen Variationen angeboten. Zwischendurch laufen außerdem Leute rum, die dann so ulkige Sachen anbieten wie Ohrringstecker oder DVD-Spindeln.
Lucía hat uns beide Male darauf hingewiesen, dass wir ja aufpassen sollen und auch nicht unbedingt ohne peruanische Begleitung da rumstreunern sollte. Haben wir auch nur am Mittwoch gemacht. Ist aber nichts passiert, denn wir sind ja vorsichtig!Ach ja, bei unserem ersten Besuch auf besagtem Markt wurden wir Opfer eines Erdbebens. Naja, zumindest wurde uns das mitgeteilt. Gemerkt haben wir nämlich rein gar nichts, was daran lag, dass das Epizentrum 500 Kilometer nördlich von Lima lag. Also: es geht mir bestens!
Donnerstag schien die Sonne! Dieser seltene Umstand wurde sofort genutzt: es gab eine kleine Exkursion mit einem Peruaner nach La Punta. Das ist ein kleines Viertel am Meer. Es ist klein, niedlich, ruhig und ragt wie eine Spitze ins Meer. Daher auch der Name: punta bedeutet nämlich Spitze. Aufgrund dieser Lage kann man in manchen Teilen des Viertels links und recht Meer sehen.
Ach ja, das Meer, wie es brauste und schäumte!
Kleine niedliche (wenn auch pinke) Häuschen im kleinen niedlichen La Punta.
Und wie überall hier die Käfer. Was dank des Wenn-ich-einen-Käfer-als-erstes-sehe-darf-ich-die-anderen-hauen-Spiels zu vielen blauen Flecken führt ...
Gestern stand dann Salsa auf dem Plan. Zusammen mit ein paar meiner Mitbewohner, etlichen Peruanern und Patti war ich in einer Turnhalle. Ja, Turnhalle. Dort findet alle paar Monate diese Salsa-Party statt, die einen unglaublichen Andrang erlebt. Schließlich scheint Salsa den Peruanern im Blute zu liegen und sie tanzen es mit purer Freude. Willy, dieser Freund von Lucía, der schon mit uns in Lunahuaná war, hat auch versucht, mir zumindest die Grundschritte beizubringen. Oh je, war das frustrierend! Ich fühlte mich wirklich wie der Eiserne Holzfäller aus Der Zauberer der Smaragdenstadt, bevor er seine Gelenke mit Öl wieder zum Laufen bringt. Grazil wie eine Holzkuh.
Irgendwann hab ich den verzweifelten Versuch, im Takt zu bleiben, aufgegeben und einfach möglichst salsa-ähnlich getanzt.:) Vielleicht sollte ich meine Bemühungen verstärken, einen Salsa-Kurs zu belegen...
Aber zunächst beginnt morgen erstmal unser Spanisch-Kurs! Juchei! Nach vielem Hin und Her hat Zsara einen Kurs für uns drei gefunden, der einigermaßen bezahlbar ist und nicht mit sämtlichen unserer Kurse an der Católica kollidiert. Muy bien! Ich freu mich wie die Schneekönigin darauf!
So also das Wort zum Sonntag.
Liebe Grüße,
Karo
So vieles wird nach und nach Gewohnheit: das Busfahren, das Schleppen von 7-Liter-Wasser-Kanistern, mein täglicher Kampf mit meinem peruanischen Telefönchen (erworben für ungefähr 15 Euro plus SIM-Karte; neigt dazu, sich auszuschalten, wenn ein Anruf kommt; hat eine unglaubliche Akku-Laufzeit von anderthalb bis zwei Tagen; leitet SMS ab und an nicht an den Empfänger weiter), die Taxi-Fahrer, der Lärm in den Straßen und die Stille auf dem Uni-Campus. Ja, ich glaube, ich beginne hier zu leben.
Dienstagabend war ich zum ersten Mal hier im Kino. "Te amo Nueva York". Da es eine ziemliche Kurzschlussentscheidung war, mit Lucía, Zsara und Patti ins Kino zu gehen, hab ich mich gar nicht so sehr mit dem Inhalt beschäftigt. Dementsprechend war ich freudig überrascht, dass sich bei dem Film um "New York I Love You" handelte. Auf Englisch mit spanischen Untertiteln. Einfach für's Verständnis, gut zum Lernen.
Dann war ich noch zweimal auf dem riesigen Markt im Zentrum Limas. Ich weiß nicht genau, ob das der berühmt-berüchtigte "offizielle" Schwarzmarkt ist, aber auf jeden Fall gibt es dort fast alles! Von Ohrringen und Kleidung über unechte Bärte und Verlängerungskabeln bis zu Küchengeräten aller Art. Das Areal hat immense Ausmaße und ist mit Sicherheit größer als der Ehrenbergcampus in Ilmenau. In verschiedenen Galerien gibt es kleine Verschläge von teilweise weniger als drei Quadratmetern, die dann vollgestopft sind bis unter die Decke. Auf der Straße gibt es noch weiter Stände und es wird Essen und Trinken in vielfältigen Variationen angeboten. Zwischendurch laufen außerdem Leute rum, die dann so ulkige Sachen anbieten wie Ohrringstecker oder DVD-Spindeln.
Lucía hat uns beide Male darauf hingewiesen, dass wir ja aufpassen sollen und auch nicht unbedingt ohne peruanische Begleitung da rumstreunern sollte. Haben wir auch nur am Mittwoch gemacht. Ist aber nichts passiert, denn wir sind ja vorsichtig!Ach ja, bei unserem ersten Besuch auf besagtem Markt wurden wir Opfer eines Erdbebens. Naja, zumindest wurde uns das mitgeteilt. Gemerkt haben wir nämlich rein gar nichts, was daran lag, dass das Epizentrum 500 Kilometer nördlich von Lima lag. Also: es geht mir bestens!
Donnerstag schien die Sonne! Dieser seltene Umstand wurde sofort genutzt: es gab eine kleine Exkursion mit einem Peruaner nach La Punta. Das ist ein kleines Viertel am Meer. Es ist klein, niedlich, ruhig und ragt wie eine Spitze ins Meer. Daher auch der Name: punta bedeutet nämlich Spitze. Aufgrund dieser Lage kann man in manchen Teilen des Viertels links und recht Meer sehen.
Ach ja, das Meer, wie es brauste und schäumte!
Kleine niedliche (wenn auch pinke) Häuschen im kleinen niedlichen La Punta.
Und wie überall hier die Käfer. Was dank des Wenn-ich-einen-Käfer-als-erstes-sehe-darf-ich-die-anderen-hauen-Spiels zu vielen blauen Flecken führt ...
Gestern stand dann Salsa auf dem Plan. Zusammen mit ein paar meiner Mitbewohner, etlichen Peruanern und Patti war ich in einer Turnhalle. Ja, Turnhalle. Dort findet alle paar Monate diese Salsa-Party statt, die einen unglaublichen Andrang erlebt. Schließlich scheint Salsa den Peruanern im Blute zu liegen und sie tanzen es mit purer Freude. Willy, dieser Freund von Lucía, der schon mit uns in Lunahuaná war, hat auch versucht, mir zumindest die Grundschritte beizubringen. Oh je, war das frustrierend! Ich fühlte mich wirklich wie der Eiserne Holzfäller aus Der Zauberer der Smaragdenstadt, bevor er seine Gelenke mit Öl wieder zum Laufen bringt. Grazil wie eine Holzkuh.
Irgendwann hab ich den verzweifelten Versuch, im Takt zu bleiben, aufgegeben und einfach möglichst salsa-ähnlich getanzt.:) Vielleicht sollte ich meine Bemühungen verstärken, einen Salsa-Kurs zu belegen...
Aber zunächst beginnt morgen erstmal unser Spanisch-Kurs! Juchei! Nach vielem Hin und Her hat Zsara einen Kurs für uns drei gefunden, der einigermaßen bezahlbar ist und nicht mit sämtlichen unserer Kurse an der Católica kollidiert. Muy bien! Ich freu mich wie die Schneekönigin darauf!
So also das Wort zum Sonntag.
Liebe Grüße,
Karo
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