Hallo ihr Lieben,
seit einer Woche bin ich wieder in Deutschland.
Ein emotionaler Abschied, ein freudiger Empfang, meine liebe Famile und meine tollen Freunde, ein bisschen Ilmenau, sachsen-anhaltinisches Hinterland, Halle und mein erster Döner nach vielen Monaten, das habe ich in dieser Woche erlebt.
Es ist schön, wieder hier zu sein, auch wenn mir Lima und die Menschen, die ich dort liebgewonnen habe, sehr fehlen.
Es ist auch seltsam, dass nicht mehr an jeder Ecke emoliente (ein heißes Getränk aus Kräutersuden und Limettensaft) verkauft wird und ich nicht mehr Lomo Saltado (Rindfleischstreifen mit Gemüse, Pommes und Reis) beim Chinesen um die Ecke essen gehe.
Der Verkehr läuft viel ruhiger und die Menschen gehen vielmehr ihrer eigenen Wege, scheint mir.
Aber mir wird auch nicht mehr hinterhergepfiffen, geschmatzt und gerufen. Das ist eine ziemliche Erleichterung.
Ich könnte die Liste der Unterschiede wahrscheinlich noch eine ganze Weile weiterführen, aber ich höre an dieser Stelle lieber auf und sage: es waren außergewöhnliche, schöne elf Monate in der peruanischen Hauptstadt, die ich so ins Herz geschlossen habe.
Irgendwann fliege ich wieder hin.
In dem Sinne: saludos, besos y hasta pronto.
Karo
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Montag, 16. Juli 2012
Döner statt Emoliente und Lomo Saltado
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Mittwoch, 27. Juni 2012
Hallo ihr Lieben,
in letzter Zeit ist es ein bisschen still auf meinem Blog geworden. Es gibt aber auch aus der Unterhaltungssicht nicht viel zu berichten. Ich war die letzten Wochen in Lima, hatte Unialltag, gemeinsames Kochen mit meinen Mitbewohnern, ein paar Konzerte, Kinobesuche und Kaffeeklatsch.
Momentan stecke ich gerade in den finales, den Prüfungen zum Semesterende. Gleich fahr ich in die Cato und schreib das Examen in Literatura y Cine. Taller de Imagen Publicitaria hab ich am Montag schon mit einer Präsentation hinter mich gebracht. Und am Samstag schließe ich die finales mit der Abschlusspräsentation in Diagnóstico.
Ich bin schon froh, dass die Prüfungen bald vorbei sind. Aber gleichzeitig heißt das leider auch, dass meine Zeit an der Cato, in Lima und in Peru sich dem Ende nähert. Zwölf Tage habe ich noch und fast elf peruanische Monate liegen hinter mir. Das ist komisch, aber vorallem sehr schön, denn ich hatte hier eine außergewöhnliche Zeit und habe die chaotische Stadt mit ihren manchmal etwas verrückten Einwohnern ins Herz geschlossen. Ich bin sicher, dass dies nicht die letzten Limaer Tage meines Lebens sind. Denn es gibt immer Gründe zurückzukehren. :)
Besos,
Karo
in letzter Zeit ist es ein bisschen still auf meinem Blog geworden. Es gibt aber auch aus der Unterhaltungssicht nicht viel zu berichten. Ich war die letzten Wochen in Lima, hatte Unialltag, gemeinsames Kochen mit meinen Mitbewohnern, ein paar Konzerte, Kinobesuche und Kaffeeklatsch.
Momentan stecke ich gerade in den finales, den Prüfungen zum Semesterende. Gleich fahr ich in die Cato und schreib das Examen in Literatura y Cine. Taller de Imagen Publicitaria hab ich am Montag schon mit einer Präsentation hinter mich gebracht. Und am Samstag schließe ich die finales mit der Abschlusspräsentation in Diagnóstico.
Ich bin schon froh, dass die Prüfungen bald vorbei sind. Aber gleichzeitig heißt das leider auch, dass meine Zeit an der Cato, in Lima und in Peru sich dem Ende nähert. Zwölf Tage habe ich noch und fast elf peruanische Monate liegen hinter mir. Das ist komisch, aber vorallem sehr schön, denn ich hatte hier eine außergewöhnliche Zeit und habe die chaotische Stadt mit ihren manchmal etwas verrückten Einwohnern ins Herz geschlossen. Ich bin sicher, dass dies nicht die letzten Limaer Tage meines Lebens sind. Denn es gibt immer Gründe zurückzukehren. :)
Besos,
Karo
Dienstag, 12. Juni 2012
Kein Blu-Ray-Player
Ja, ihr lest es schon in der Überschrift. Ich habe keinen Blu-Ray-Player gewonnen. Wie schade.
Mir geht es aber trotzdem gut. :)
Letztens war ich mit Anna zwei Tage am Meer im Süden von Lima. Das war wunderbar. So viel Ruhe und komische Vögel. Wellenrauschen und Sonnenuntergänge. Außerdem habe ich Ceviche gegessen, das ist roher Fisch mit ganz viel Limette und Chilli. Ja, das klingt gar nicht mal so lecker. Dachte ich am Anfang auch. Aber es schmeckt eigentlich wirklich gut, wenn man sich einmal überwunden hat.
Außerdem fanden bis letzte Woche die Interfacultades statt. In allerhand Wettbewerben sind die verschiedenen Fakultäten gegeneinander angetreten. Das finale Event bildete die Noche Cultural. Jede Fakultät führte einen Tanz vor. In der Sporthalle, dem Austragungsort, war Highlife in Tüten, wie Zsara und Patricia sagen würden: die Fangemeinschaften schrien und tobten auf den Trebünen, während in der Mitte die wunderbarsten Schritte zu bewundern waren.
Natürlich bin ich nicht eben objektiv, aber comunica hat einfach wirklich den besten Tanz gebracht. Es war ein FEST! Leider wurden sie letztendlich disqualifiziert, weil sie die Zeitvorgabe überschritten haben. Das ist noch nie passiert. Punkteabzug ja, aber so ein Rauswurf. Eine Ungerechtigkeit. Es war zum Heulen. Hier und da waren auch Tränen zu sehen. Aber ein paar Bier später freute man sich dann einfach über die Pokale in den anderen Kategorien und beschloss die Uni niederzubrennen ... Theoretisch, versteht sich. :)
Die cato steht noch, wir mögen sie immer noch und die letzten Wochen des Semesters stürtzen auf uns ein.
In dem Sinne:
Besos,
Karo
Mir geht es aber trotzdem gut. :)
Letztens war ich mit Anna zwei Tage am Meer im Süden von Lima. Das war wunderbar. So viel Ruhe und komische Vögel. Wellenrauschen und Sonnenuntergänge. Außerdem habe ich Ceviche gegessen, das ist roher Fisch mit ganz viel Limette und Chilli. Ja, das klingt gar nicht mal so lecker. Dachte ich am Anfang auch. Aber es schmeckt eigentlich wirklich gut, wenn man sich einmal überwunden hat.
Außerdem fanden bis letzte Woche die Interfacultades statt. In allerhand Wettbewerben sind die verschiedenen Fakultäten gegeneinander angetreten. Das finale Event bildete die Noche Cultural. Jede Fakultät führte einen Tanz vor. In der Sporthalle, dem Austragungsort, war Highlife in Tüten, wie Zsara und Patricia sagen würden: die Fangemeinschaften schrien und tobten auf den Trebünen, während in der Mitte die wunderbarsten Schritte zu bewundern waren.
Natürlich bin ich nicht eben objektiv, aber comunica hat einfach wirklich den besten Tanz gebracht. Es war ein FEST! Leider wurden sie letztendlich disqualifiziert, weil sie die Zeitvorgabe überschritten haben. Das ist noch nie passiert. Punkteabzug ja, aber so ein Rauswurf. Eine Ungerechtigkeit. Es war zum Heulen. Hier und da waren auch Tränen zu sehen. Aber ein paar Bier später freute man sich dann einfach über die Pokale in den anderen Kategorien und beschloss die Uni niederzubrennen ... Theoretisch, versteht sich. :)
Die cato steht noch, wir mögen sie immer noch und die letzten Wochen des Semesters stürtzen auf uns ein.
In dem Sinne:
Besos,
Karo
Dienstag, 29. Mai 2012
rifas, alles voller rifas
Buenas días,
heute kommt der Postvon den heiligen Wiesen der Católica. Die Sonne ist nämlich auch dem heutigen Tage treu geblieben. Deswegen sitze ich also im Gras an den piletas (zu deutsch: Springbrunnen) vor dem Gebäude der comunica-Fakultät, blinzel in die Sonne und genieße die Briese.
Aber kommen wir zum eigentlichen Thema dieses Posts: rifas. rifa bedeutet Verlosung und bezeichnet gleichzeitig das Zettelchen, was du in die Hand gedrückt bekommst, wenn du teilnimmst.
In meinem Geldbörschen fliegen momentan ganz schön viele rifas rum. Wenn man comunica studiert, ist es üblich, dass man für die Uni Projekte realisieren muss, die ziemlich kostenaufwändig sind. In comunicación audiovisual zum Besipiel drehen die Leute Filmchen (der von mir im letzten Post erwähnte Dreh fällt da auch rein). Und um die Realisierung zu finanzieren, werden u.a. Verlosungen veranstaltet. Polladas und Partys sind ebenfalls beliebte Einnahmequellen.
Nun, jedenfalls gewinne ich mit ein bisschen Glück (haha) vielleicht einen BluRay-Player. Die Frage ist nur, was ich damit soll... :D
Sonnige Grüße,
Karo
Montag, 28. Mai 2012
Sechs mal sieben
Hallihallo ihr Guten,
in sechs Wochen sitze ich im Flieger nach Deutschland. Unglaublich, zisch! fliegt die Zeit dahin.
Um das heute gebührend zu ehren, habe ich von etwa 10 bis 13 Uhr auf der Straße getanzt (als Statistin für das Filmprojekt von Lu) und mir einen Sonnenbrand geholt (und das, obwohl der unangenehme Winter Einzug in Lima hält).
Mit diesem kurzem Statement verabschiede ich mich auch schon wieder und fahr in die Uni.
Besos,
Karo
Freitag, 18. Mai 2012
In schönster Umgebung forschen
Buenos días!
Zwar
hab ich in meiner universitären Laufbahn schon ein paar Interviews und
Inhaltsanalysen durchgeführt, aber noch nie ein ganzes Forschungsprojekt
realisiert. Mein wunderbarer, wenn auch anstrengender, Kurs diagnóstico hat mir diese Möglichkeit eröffnet.
Letzten
Dienstag bin ich mit zwei chicas
meiner Gruppe nach Huaraz gefahren; die anderen drei folgten am nächsten Tag. Am
Mittwochmorgen kamen wir an und fuhren mit einem colectivo nach Maracará, ein kleines Dörfchen, eingebettet zwischen
der Cordillera Negra und der Cordillera Blanca. Dort befindet sich die NGO
Urpichallay. Sie hat verschiedene Projekte, u.a. ein regionales Radio, das viel mit den comunidades, in denen die Menschen
überwiegend Subsistenzwirtschaft betreiben, interagiert, und in ein paar
Monaten eröffnet sie eine Schule für Kellner und Köche.
Und eben diese Schule steht im Zentrum unserer
Untersuchung. Hauptuntersuchungspunkt ist dabei alles, was mit Kommunikation in
Zusammenhang steht: die interne Kommunikation im Projekt und nach außen mit den
relevanten Akteuren, die Identifikation dieser Akteure und ihrer Bedürfnisse,
die Medienberichterstattung in der der Region.
In
drei Tagen haben wir Beobachtungen in der NGO und auf öffentlichen Plätzen
durchgeführt; Umfragebögen in der örtlichen Schule verteilt; die Jugendlichen,
die an der Schule für Kellner interessiert sind, und ihre Eltern interviewt; die
Besitzer von Restaurants und Vertreter der regionalen Behörde befragt; die
schriftliche Presse analysiert; die Mitglieder der NGO befragt und deren
Antworten mit Video aufgenommen um eine kleine Doku daraus zu machen; das
Radioprogramm untersucht.
Am
vierten Tag sind wir zu einer Laguna gefahren und haben ein Dörfchen besucht,
das 1970 Opfer eines schweren Erdbebens wurde, welches eine Steinlawine
auslöste, die den Großteil dem Erdboden gleich gemacht hat. (Kleine Anekdote
hier am Rande: es wurde tatsächlich DVDs mit Originalaufnahmen des Erbebens
verkauft … skurril!)
Das war ein sehr schöner Abschluss dieser schönen Tage.
Das war ein sehr schöner Abschluss dieser schönen Tage.
Zum
ersten Mal wollte ich am Ende einer Reise nicht nach Lima zurück. Ich hab mich
einfach so wohl gefühlt. Verstärkt wurde das zudem durch unsere super urige hospedaje in einem alten
herrschaftlichen Haus mit wunderschönem Garten.
Aber
nun bin ich doch ganz froh, wieder hier zu sein. Wie immer.
Jetzt müssen wir anfangen, alles auszuwerten und daraus eine Kommunikationsstratgie
zu entwickeln. Da kommt also noch eine Menge auf uns zu. :)
Lasst
es euch gut gehen auf der anderen Seite des Atlantiks!
Un
beso
Karo
Mittwoch, 16. Mai 2012
Vermaledeiter Nieselregen!
... er ist wieder da. Der Nieselregen, der mich schon im August bei meiner Ankunft begrüßte.
Als ich heute gegen 22 Uhr nach Hause kam (Mittwoch bin ich mit 8 Stunden Uni ganz gut beschäftigt), wollte ich endlich meine Wäsche aufhängen. Tja, leider setzte aber just dieses Gefissel ein, als ich die casa betrat. Nun kann ich nur hoffen, dass mich morgen die Sonne tagsüber nicht im Stich lässt.
Von dieser kleinen Bagatelle abgesehen, geht es mir sehr gut. Meine Reise nach Huaraz war ein voller Erfolg und ich hab bei unserem kleinen Forschungsprojekt ganz schön viel gelernt (dazu gibt es bald einen eigenen Eintrag). Die Uni hält mich weiterhin gut auf Trab - und das, obwohl die parciales doch gerade um sind. Fast jeden Tag hab ich Gruppentreffen, muss Texte lesen oder Präsentationen vorbereiten. Und weil ich auch ab und an gerne etwas mit meinen Freunden und Mitbewohnern mache, hab ich ein ausgefülltes, glückliches Leben. Juchei!
Bald gibt es wieder mehr von mir zu lesen.
Buenas noches.
Karo
Als ich heute gegen 22 Uhr nach Hause kam (Mittwoch bin ich mit 8 Stunden Uni ganz gut beschäftigt), wollte ich endlich meine Wäsche aufhängen. Tja, leider setzte aber just dieses Gefissel ein, als ich die casa betrat. Nun kann ich nur hoffen, dass mich morgen die Sonne tagsüber nicht im Stich lässt.
Von dieser kleinen Bagatelle abgesehen, geht es mir sehr gut. Meine Reise nach Huaraz war ein voller Erfolg und ich hab bei unserem kleinen Forschungsprojekt ganz schön viel gelernt (dazu gibt es bald einen eigenen Eintrag). Die Uni hält mich weiterhin gut auf Trab - und das, obwohl die parciales doch gerade um sind. Fast jeden Tag hab ich Gruppentreffen, muss Texte lesen oder Präsentationen vorbereiten. Und weil ich auch ab und an gerne etwas mit meinen Freunden und Mitbewohnern mache, hab ich ein ausgefülltes, glückliches Leben. Juchei!
Bald gibt es wieder mehr von mir zu lesen.
Buenas noches.
Karo
Montag, 7. Mai 2012
Punk vs. Bach
Ein fröhliches parciales-überstandenes Hallihallo aus Liiima!
Um mich ein bisschen von den parciales abzulenken, bin ich Anfang der letzten Woche konzertgängerisch geworden.
Am Montag war der Ort des Geschehens eine Tiefgarage. Ja genau, eine Tiefgarage. Dort fand ein Punk-Konzert statt. Sechs Bands standen auf dem Programm und was soll ich sagen? Ich hab mich prächtig amüsiert! Eine Band war schrammeliger als die andere, was ich allerdings keineswegs abwertend meine. Das Publikum hat gepogt und ist durch die Gegend gesprungen als gäbe es kein Morgen mehr. Man hat schon im Stehen geschwitzt und der Sänger der letzten Band hat sich hitzebedingt bis auf die Boxershorts entledigt, bevor er sich auf die Masse seiner adrenalinbeschwipsen Fans warf. Die waren übrigens alles andere als homogen. Zwar huschte hier und dort auch ein paar Punks rum (zumindest dem Äußeren nach), aber es waren auch zahlreiche andere Subkulturen anwesend.
Am Ende waren meine Begleiter heiser und ich glücklich, dass ich nach sovielen Abenden voller Salsa und Reggaeton ein paar Stunden lang schönsten Garagenschrammelpunkrock gehört habe.
Für den nächsten Tag, Dienstag, hatte Lucía Freikarten für ein Philharmonie-Konzert bekommen. Eigentlich hätten die Karten über 100 Euro gekostet. Also bastelte ich mir aus meinem Kleiderschrank eine schicke Garderobe zusammen und los ging's. Das Konzert fand in einer deutschen Schule statt. Ich war dort schon einmal auf einerm Konzert. Die Sociedad Filarmónica de Lima hält dort regelmäßig musikalische Veranstaltungen. Am Dienstag stand also Bach auf dem Programm. Die Bach Akademie Stuttgart spielte Misa en si menor (zu deutsch: die h-Moll-Messe). Es war lichtweg grandios!
Ich war danach ganz bezaubert und konnte voller Energie die Präsentation meiner praktischen Arbeit für Taller de Imagen Publicitaria in einer Nachtschicht zuende führen.
Seit Samstag sind die parciales nun um. Das freut mich natürlich übermäßig, macht mir aber auch bewusst, dass schon wieder die Hälfte des Semesters um ist. Wie die Zeit fliegt. Zwei Monate bin ich noch hier. Ein Gedanke der mit Freude und Wehmut gleichermaßen verbunden ist und den ich deswegen von mir schiebe. :)
¡Viva Lima!
Morgen Abend fahre ich nach Huaraz wegen unserer schon erwähnten Forschungsarbeit. Ich bin sehr gespannt und freue mich darauf!
Ihr hört von mir. Alles Liebe.
Karo
Um mich ein bisschen von den parciales abzulenken, bin ich Anfang der letzten Woche konzertgängerisch geworden.
Am Montag war der Ort des Geschehens eine Tiefgarage. Ja genau, eine Tiefgarage. Dort fand ein Punk-Konzert statt. Sechs Bands standen auf dem Programm und was soll ich sagen? Ich hab mich prächtig amüsiert! Eine Band war schrammeliger als die andere, was ich allerdings keineswegs abwertend meine. Das Publikum hat gepogt und ist durch die Gegend gesprungen als gäbe es kein Morgen mehr. Man hat schon im Stehen geschwitzt und der Sänger der letzten Band hat sich hitzebedingt bis auf die Boxershorts entledigt, bevor er sich auf die Masse seiner adrenalinbeschwipsen Fans warf. Die waren übrigens alles andere als homogen. Zwar huschte hier und dort auch ein paar Punks rum (zumindest dem Äußeren nach), aber es waren auch zahlreiche andere Subkulturen anwesend.
Am Ende waren meine Begleiter heiser und ich glücklich, dass ich nach sovielen Abenden voller Salsa und Reggaeton ein paar Stunden lang schönsten Garagenschrammelpunkrock gehört habe.
Für den nächsten Tag, Dienstag, hatte Lucía Freikarten für ein Philharmonie-Konzert bekommen. Eigentlich hätten die Karten über 100 Euro gekostet. Also bastelte ich mir aus meinem Kleiderschrank eine schicke Garderobe zusammen und los ging's. Das Konzert fand in einer deutschen Schule statt. Ich war dort schon einmal auf einerm Konzert. Die Sociedad Filarmónica de Lima hält dort regelmäßig musikalische Veranstaltungen. Am Dienstag stand also Bach auf dem Programm. Die Bach Akademie Stuttgart spielte Misa en si menor (zu deutsch: die h-Moll-Messe). Es war lichtweg grandios!
Ich war danach ganz bezaubert und konnte voller Energie die Präsentation meiner praktischen Arbeit für Taller de Imagen Publicitaria in einer Nachtschicht zuende führen.
Seit Samstag sind die parciales nun um. Das freut mich natürlich übermäßig, macht mir aber auch bewusst, dass schon wieder die Hälfte des Semesters um ist. Wie die Zeit fliegt. Zwei Monate bin ich noch hier. Ein Gedanke der mit Freude und Wehmut gleichermaßen verbunden ist und den ich deswegen von mir schiebe. :)
¡Viva Lima!
Morgen Abend fahre ich nach Huaraz wegen unserer schon erwähnten Forschungsarbeit. Ich bin sehr gespannt und freue mich darauf!
Ihr hört von mir. Alles Liebe.
Karo
Dienstag, 24. April 2012
Kurz vor halb
Einen guten Abend!
Meine parciales, die Halbtermprüfungen, stehen vor der Tür und ich dachte, es wird mal Zeit für ein kleines Update zu meinen Kursen.
In Taller de Imagen Publicitaria knipsen wir in den prácticas fröhlich Fotos. Naja, ganz so ist es doch nicht. Vorher müssen wir zu bestimmten determinierten Themen (Zeit, Reisen, Unterschiede...) Konzepte entwickeln und dabei den Einsatz von Licht, Farben, Formensprache und Bildausschnitt beachten. Manchmal kann es ganz schön frustrieren, wenn das Foto nicht so wird, wie man es sich vorgestellt hat. Manchmal entdecke ich aber auch während des Fotografierens neue Ideen und dann bin ich am Ende glücklicher als vorher. Auf jeden Fall lerne ich eine Menge dabei. :)
In der zugehörigen clase steht die theoretische Konzeption von Werbefotografien im Vordergrund.
Diagnóstico ist nicht nur mein Lieblingskurs, sondern immer mehr auch der schwerste. Inzwischen haben wir unser Projekt. Es heißt Centro de Educación Técnico Productiva promovido por Urpichalla und liegt nahe der Stadt Huaraz, in den Bergen nördlich von Lima. Es hat sich zwei Hauptziele gesetzt: den Jugendlichen helfen eine Arbeit zu finden und die andine Kultur zu fördern. Bisher erstellen wir in Gruppenarbeit eine erste Analyse des Projektes, seiner Rahmenbedingungen und der Probleme inhaltlicher und kommunikativer Art. In etwa zwei Wochen werden wir dorthin fahren und vor Ort Interviews und Beobachtungen durchführen.
In Literatura y Cine lesen wir (mitunter sehr komplizierte) Texte über Adaptationen, Einflüße des Kinos in der Literatur und umgekehrt, schauen Filme und lesen die dazugehörigen Texte und diskutieren verschiedene Ebenen der Wechselwirkungen. Der Kurs ist auf jeden Fall sehr spannend, aber manchmal merke ich halt doch, dass ich nicht Literatur studiere und mir daher der eine oder andere theoretische Hintergrund fehlt.
Die Professorin dieses Kurses ist übrigens eine relativ bekannte peruanische Drehbuchautorin.
In Historia del Cine schauen wir größtenteils Filme (was Mittwochmorgen mitunter zu schlafenden Studierenden führt) und sind inzwischen im Jahr 1916 angelangt. Es ist ziemlich interessant zu verfolgen, wie sich Technik und Inhalt in den ersten Jahren rapide weiterentwickelt haben. 1895 waren es nur Aufnahmen von Arbeitern, die eine Fabrik verlassen oder die Ankunft eines Zuges und 1916 kam mit Hell's Hinge der erste Western auf den Markt.
Aus diesem Kurs hab ich mich offiziell aus Stress- und Zeitgründen exmatrikuliert, gehe aber dennoch weiter hin, weil er mir gefällt.
Die vier Hübschen halten mich ganz schön auf Trab. Wenn die parciales vorbei sind, mache ich erstmal drei Kreuze.
Ansonsten gibt es nichts spektakulär Neues. Am Wochenende hab ich das Bett gehütet, weil die Grippe mich heimgesucht hat. Inzwischen hab ich sie glücklicherweise vor die Tür setzen können. Hoffentlich bleibt sie da.
In dem Sinne: gutes Nacht.
Karo
Samstag, 31. März 2012
ELO'S
Huhu,
manchmal gibt es Orte, die äußerlich rein gar nicht interessant scheinen, es aber dennoch zu ziemlicher Berühmtheit schaffen. So einer ist das Elo's. Deswegen dachte ich, es wäre mal an der Zeit, dass ich diesem Ort einen Blogeintrag widme.
Auch bekannt unter dem Namen el hueco (was literarisch übersetzt das Loch bedeutet und schon erste Vermutungen über diesen berühmt-berüchtigten Ort zulässt) handelt es sich um ein Restaurant, das gegenüber der Católica gelegen ist und abends als Kneipe fungiert. Obwohl Kneipe es nicht wirklich trifft. Genau genommen ist es ein karges Lokal, bestehend aus zwei mit einander verbundenen Räumen, ein paar Holzstühlen und -tische, einer Theke, an der es ungefähr zwei verschiedene Sorten Bier gibt, Sanitäranlagen, deren Zustand durchaus gewöhnungsbedürftigt sein kann und schlechten Lautsprechern. Aber eigentlich hört man die Musik eh selten. Abends, nach Unischluss, ist es dort immer ziemlich voll. Besonders freitags, denn da ist die Woche ja vorbei (es sei denn, man hat samstags Uni). Vorallem comunica-Leute trifft man dort. Und deren Affinität zu Spaß und Feierei hab ich ja schon erwähnt.
Gestern war ich auch dort. Gegen neun sind Willy und ich angekommen, da war der Schuppen schon gerammelt voll. Ein paar Freude waren schon da und hatten sich aus Stuhlmangel um einen Tisch gruppiert. Nach und nach kamen noch mehr bekannte Gesichter und je nach Gesprächspartner wanderte ich im Laufe des Abends durch den Raum. Mit der Zeit leerte sich das Elo's zwar ein bisschen, der Geräuschpegel ging aber nicht zurück. Zweimal gab es sogar eine kleine Schlägerei. Das gehört aber nicht unbedingt zur Tagesordnung und war nach zwei Minuten auch wieder vorbei und die Kontrahenten waren wieder beste Freunde. Nehmt das also nicht als Indiz für den ganzen Ort! Der Rest der Zeit verlief sehr friedlich, mit vielen Scherzen, Gelächter, lustigen Gesprächen und am Ende einigen torkelnden Gestalten.
Sehr lange bin ich gestern allerdings nicht geblieben. Immerhin hatte ich heute Uni. Und diagnóstico wird immer mehr mein Lieblingskurs. Deswegen hat er auch meine ungeteilte Aufmerksamkeit verdient und sollte nicht durch Müdigkeit beleidigt werden. :)
So, die Sonne scheint, ich mach mich auf den Weg nach draußen.
Bis bald, ihr Lieben.
Karo
manchmal gibt es Orte, die äußerlich rein gar nicht interessant scheinen, es aber dennoch zu ziemlicher Berühmtheit schaffen. So einer ist das Elo's. Deswegen dachte ich, es wäre mal an der Zeit, dass ich diesem Ort einen Blogeintrag widme.
Auch bekannt unter dem Namen el hueco (was literarisch übersetzt das Loch bedeutet und schon erste Vermutungen über diesen berühmt-berüchtigten Ort zulässt) handelt es sich um ein Restaurant, das gegenüber der Católica gelegen ist und abends als Kneipe fungiert. Obwohl Kneipe es nicht wirklich trifft. Genau genommen ist es ein karges Lokal, bestehend aus zwei mit einander verbundenen Räumen, ein paar Holzstühlen und -tische, einer Theke, an der es ungefähr zwei verschiedene Sorten Bier gibt, Sanitäranlagen, deren Zustand durchaus gewöhnungsbedürftigt sein kann und schlechten Lautsprechern. Aber eigentlich hört man die Musik eh selten. Abends, nach Unischluss, ist es dort immer ziemlich voll. Besonders freitags, denn da ist die Woche ja vorbei (es sei denn, man hat samstags Uni). Vorallem comunica-Leute trifft man dort. Und deren Affinität zu Spaß und Feierei hab ich ja schon erwähnt.
Gestern war ich auch dort. Gegen neun sind Willy und ich angekommen, da war der Schuppen schon gerammelt voll. Ein paar Freude waren schon da und hatten sich aus Stuhlmangel um einen Tisch gruppiert. Nach und nach kamen noch mehr bekannte Gesichter und je nach Gesprächspartner wanderte ich im Laufe des Abends durch den Raum. Mit der Zeit leerte sich das Elo's zwar ein bisschen, der Geräuschpegel ging aber nicht zurück. Zweimal gab es sogar eine kleine Schlägerei. Das gehört aber nicht unbedingt zur Tagesordnung und war nach zwei Minuten auch wieder vorbei und die Kontrahenten waren wieder beste Freunde. Nehmt das also nicht als Indiz für den ganzen Ort! Der Rest der Zeit verlief sehr friedlich, mit vielen Scherzen, Gelächter, lustigen Gesprächen und am Ende einigen torkelnden Gestalten.
Sehr lange bin ich gestern allerdings nicht geblieben. Immerhin hatte ich heute Uni. Und diagnóstico wird immer mehr mein Lieblingskurs. Deswegen hat er auch meine ungeteilte Aufmerksamkeit verdient und sollte nicht durch Müdigkeit beleidigt werden. :)
So, die Sonne scheint, ich mach mich auf den Weg nach draußen.
Bis bald, ihr Lieben.
Karo
Sonntag, 25. März 2012
Da waren's wieder sieben.
Hallihallo,
bei euch wurde heute die Zeit umgestellt. In Perú gibt es diese Angewohnheit nicht. Das führt nun leider dazu, dass es nun doch wieder sieben Stunden Zeitunterschied sind. Life's hard.
Außerdem hält das Leben hier manchmal ganz schöne Skurrilitäten bereit. Zumindest für mein ich-lebe-zwar-seit-mehr-als-sieben-Monaten-in-Perú-manches-überrascht-und/oder-amüsiert-mich-aber-immer-noch-Gefühl. In den letzten Tagen hab ich mal ein bisschen darauf geachtet und hier gibt es eine kleine Kollektion.
NUMERO 1: Meine profesora in Diagnóstico sprach kürzlich ganz offiziell von corrupción buena y mala, guter und schlechter Korruption. Sowas ist mir auf der anderen Seite des Teiches noch nicht begegnet...
NUMERO 2: Kürzlich waren wir mit einem Freund im Kino. Dieser Freund hat ein Auto und nach dem Kino musste er noch zur Bank. Was machten wir also? Wir fuhren zu einer Art Drive-In für Geldautomaten. Es ist ein bisschen wie eine Kombination aus McDonald's und Parkhaus. Du fährst an eine Säule, kurbelst das Fenster runter, schiebst die Karte in den Automaten und kurz später bekommst du dein Geld.
NUMERO 3: Letzten Freitagabend stand ich am paradero, einer Haltestelle, und wartete auf Freunde, die mich mit dem Taxi abholen wollten. Während ich da so stand und mir die Leute anschaute, rannte ein Mann plötzlich im Zickzack durch das Chaos des Abendverkehrs, sprang gekonnt durch das Fenster eines Wagens an der Kreuzung und das Auto brauste in Höchstgeschwindigkeit davon. Da wurde ich wohl Zeugin der letzten Phase eines Raubes.
NUMERO 4: Kurz darauf kamen meine Freunde und wir fuhren zu einer pollada. Das ist, kurz gesagt, eine Veranstaltung, auf der man Hühnchen isst und Bier trinkt. Das ist hier nicht nur sehr beliebt und üblich,sondern wird auch gern veranstaltet, um ein bisschen Geld einzunehmen. In diesem Fall war eine Freundin von Lucía die Organisatorin um damit ein bisschen die Schulden, die sie aufnehmen musste, um ihr Studium zu finanzieren, zu reduzieren. Die fiesta fand in einem Lokal statt, dass eigentlich nur aus einem einfachen, durch Laken begrenzten Raum bestand. Durch den Tresen wurde die Küche vom Gastraum getrennt. Es gab jede Menge Hühnchen, kühles Bier und natürlich Musik und tanzende Menschen. Immerhin sind wir in Perú. Das klingt jetzt vielleicht nicht so spektakulär, aber es war wirklich witzig. Zumal die comunica-Leute (da beziehe mich auf die Kommunikations-Fakultät der Católica) immer ziemlich witzig sind, sie scheinen das im Blute zu haben.
NUMERO 5: Ab und zu fahre ich mit micros, in denen es keinen Sonnenschutz mehr an der Windschutzscheibe gibt. Stattdessen klebt an der entsprechenden Stelle Zeitungspapier. Ist wahrscheinlich auch spannender, sich an der Ampel Fußballspieler und leicht bekleidete Frauen anzusehen, als das ursprüngliche Accesoire. :)
Ach, ich liebe Lima!
Verliebte Grüße von Karo
bei euch wurde heute die Zeit umgestellt. In Perú gibt es diese Angewohnheit nicht. Das führt nun leider dazu, dass es nun doch wieder sieben Stunden Zeitunterschied sind. Life's hard.
Außerdem hält das Leben hier manchmal ganz schöne Skurrilitäten bereit. Zumindest für mein ich-lebe-zwar-seit-mehr-als-sieben-Monaten-in-Perú-manches-überrascht-und/oder-amüsiert-mich-aber-immer-noch-Gefühl. In den letzten Tagen hab ich mal ein bisschen darauf geachtet und hier gibt es eine kleine Kollektion.
NUMERO 1: Meine profesora in Diagnóstico sprach kürzlich ganz offiziell von corrupción buena y mala, guter und schlechter Korruption. Sowas ist mir auf der anderen Seite des Teiches noch nicht begegnet...
NUMERO 2: Kürzlich waren wir mit einem Freund im Kino. Dieser Freund hat ein Auto und nach dem Kino musste er noch zur Bank. Was machten wir also? Wir fuhren zu einer Art Drive-In für Geldautomaten. Es ist ein bisschen wie eine Kombination aus McDonald's und Parkhaus. Du fährst an eine Säule, kurbelst das Fenster runter, schiebst die Karte in den Automaten und kurz später bekommst du dein Geld.
NUMERO 3: Letzten Freitagabend stand ich am paradero, einer Haltestelle, und wartete auf Freunde, die mich mit dem Taxi abholen wollten. Während ich da so stand und mir die Leute anschaute, rannte ein Mann plötzlich im Zickzack durch das Chaos des Abendverkehrs, sprang gekonnt durch das Fenster eines Wagens an der Kreuzung und das Auto brauste in Höchstgeschwindigkeit davon. Da wurde ich wohl Zeugin der letzten Phase eines Raubes.
NUMERO 4: Kurz darauf kamen meine Freunde und wir fuhren zu einer pollada. Das ist, kurz gesagt, eine Veranstaltung, auf der man Hühnchen isst und Bier trinkt. Das ist hier nicht nur sehr beliebt und üblich,sondern wird auch gern veranstaltet, um ein bisschen Geld einzunehmen. In diesem Fall war eine Freundin von Lucía die Organisatorin um damit ein bisschen die Schulden, die sie aufnehmen musste, um ihr Studium zu finanzieren, zu reduzieren. Die fiesta fand in einem Lokal statt, dass eigentlich nur aus einem einfachen, durch Laken begrenzten Raum bestand. Durch den Tresen wurde die Küche vom Gastraum getrennt. Es gab jede Menge Hühnchen, kühles Bier und natürlich Musik und tanzende Menschen. Immerhin sind wir in Perú. Das klingt jetzt vielleicht nicht so spektakulär, aber es war wirklich witzig. Zumal die comunica-Leute (da beziehe mich auf die Kommunikations-Fakultät der Católica) immer ziemlich witzig sind, sie scheinen das im Blute zu haben.
NUMERO 5: Ab und zu fahre ich mit micros, in denen es keinen Sonnenschutz mehr an der Windschutzscheibe gibt. Stattdessen klebt an der entsprechenden Stelle Zeitungspapier. Ist wahrscheinlich auch spannender, sich an der Ampel Fußballspieler und leicht bekleidete Frauen anzusehen, als das ursprüngliche Accesoire. :)
Ach, ich liebe Lima!
Verliebte Grüße von Karo
Montag, 19. März 2012
Matrícula, die Zweite.
Buenos días!
Die eine oder der andere mag sich vielleicht noch an die matrícula des letzten Semesters erinnern. Hunderte ausländische Studierende, die frühmorgens in die Uni tapern um sich verbindlich für die Kurse anzumelden.
Heute morgen war es dann wieder so weit. Zusammen mit zwei meiner Mitbewohnerinnen kam ich ziemlich verschlafen kurz vor sieben in der Católica an. Doch wir waren bei weitem nicht die Ersten: entlang des Gebäudes, in dem die matrícula stattfinden sollte, saßen schon viele Leute. 80, um genau zu sein. Das erfuhren wir anhand der Nummern, die wir erhielten.
Ansonsten war es nicht weiter wild: wir haben eben gewartet und halb 11 war ich stolze Besitzerin des Papierwischs mit vier Kursen. Genau die vier Kurse, die ich auch haben wollte: Diagnóstico y Estrategia Comunicacional, Historia del Cine 1 und Taller de Imagen Publicitaria in meiner lieben Comunica-Fakultät, sowie einen Literatur-Kurs namens Literatura y Cine (juhu, zwei Filmkurse!). Damit hab ich bisher 19 Wochenstunden. Ein ganzes Stückchen mehr als im letzten Semester, allerdings kann ich jetzt ja auch besser Spanisch. :) Ich bin ziemlich zufrieden mit meinen Stundenplan - nur die zwei Stunden am Samstagvormittag müssten nicht unbedingt sein. Da findet das Seminar von Diagnóstico statt.
Und was ist das jetzt?
Tja, hier ein kurzer Überblick über die vier Kurse. Für die hispanohablantes gibt es sogar die Kursbeschreibung auf Spanisch. :)
Diagnóstico y Estrategia Comunicacional
Historia del Cine 1
Taller de Imagen Publicitaria
Literatura y Cine
So weit, so gut. Mal sehen, ob es auch gut weitergeht, oder ob ich mir zu viel vorgenommen habe. :)
Ihr hört bald wieder von mir.
Alles Liebe,
Karo
Die eine oder der andere mag sich vielleicht noch an die matrícula des letzten Semesters erinnern. Hunderte ausländische Studierende, die frühmorgens in die Uni tapern um sich verbindlich für die Kurse anzumelden.
Heute morgen war es dann wieder so weit. Zusammen mit zwei meiner Mitbewohnerinnen kam ich ziemlich verschlafen kurz vor sieben in der Católica an. Doch wir waren bei weitem nicht die Ersten: entlang des Gebäudes, in dem die matrícula stattfinden sollte, saßen schon viele Leute. 80, um genau zu sein. Das erfuhren wir anhand der Nummern, die wir erhielten.
Ansonsten war es nicht weiter wild: wir haben eben gewartet und halb 11 war ich stolze Besitzerin des Papierwischs mit vier Kursen. Genau die vier Kurse, die ich auch haben wollte: Diagnóstico y Estrategia Comunicacional, Historia del Cine 1 und Taller de Imagen Publicitaria in meiner lieben Comunica-Fakultät, sowie einen Literatur-Kurs namens Literatura y Cine (juhu, zwei Filmkurse!). Damit hab ich bisher 19 Wochenstunden. Ein ganzes Stückchen mehr als im letzten Semester, allerdings kann ich jetzt ja auch besser Spanisch. :) Ich bin ziemlich zufrieden mit meinen Stundenplan - nur die zwei Stunden am Samstagvormittag müssten nicht unbedingt sein. Da findet das Seminar von Diagnóstico statt.
Und was ist das jetzt?
Tja, hier ein kurzer Überblick über die vier Kurse. Für die hispanohablantes gibt es sogar die Kursbeschreibung auf Spanisch. :)
Diagnóstico y Estrategia Comunicacional
Planteamiento de herramientas para el desarrollo de diagnósticos, con énfasis en lo comunicacional para la determinación de estrategias de comunicación. Desarrollo de una metodología que integre en una visión y análisis holístico de los diversos componentes y elementos que interactúan en una realidad específica.In diesem Kurs werden wir in Gruppen in Projekte fahren. Diese können verschiedenster Art sein, Umweltprojekte, Menschenrechtsprojekte, Schulprojekte. Dort werden wir eine wissenschaftliche Diagnose der Kommunikationssituation erstellen mit dem Ziel, eine Veränderung hin zum Besseren zu erzielen.
Historia del Cine 1
El nacimiento del cine. Formación del lenguaje cinematográfico. El período mudo. Cine norteamericano. Cinematografía soviética. Cinematografía alemana.Die Anfänge des Films.
Taller de Imagen Publicitaria
Simbolización y metáfora en la imagen publicitaria. Técnicas de ambientación, iluminación y composición. Producción fotográfica y dirección de arte. El retrato publicitario. Fotografía para medios impresos. La imagen publicitaria en medios audiovisuales.Ein Werbefotografie-Kurs, bestehend aus zwei Stunden Theorie und vier Stunden Praxis, in der wir verschiedene anwendungsorientierte Projekte umsetzen müssen.
Literatura y Cine
... dazu hält das Online-Verzeichnis leider keine Beschreibung bereitHier werden die Beziehungen zwischen Literatur und Kino behandelt. Wie die Literatur ins Kino eingetreten ist. Die Wechselwirkungen zwischen beiden.
So weit, so gut. Mal sehen, ob es auch gut weitergeht, oder ob ich mir zu viel vorgenommen habe. :)
Ihr hört bald wieder von mir.
Alles Liebe,
Karo
Samstag, 25. Februar 2012
Von Encarnación nach Lima
Hallo ihr Lieben,
hier kommt der langversprochene letzte Reisebericht meiner Tour. Nämlich der von Encarnación in Paraguay nach Lima. Ich habe gerade mal geschaut, welche Entfernung mir google maps für meine Route anzeigt. Stolze 4.012 Kilometer. Um einen europäischen Vergleich heranzuziehen: Helsinki, Finnland - Lisboa, Portugual: 4.150 Kilometer.
In Encarnación haben wir uns, wie von mir angekündigt, die Jesuitenruinen angeschaut. In typischer Touristenmanier sind wir mittags in das Örtchen Trinidad gefahren (man denke an die hohen Temperaturen in Paraguay ...) und haben uns die Überreste des Klosters angeschaut. Beeindruckend war es schon. Aber weil Tourismus in diesem Land (das übrigens so groß ist wie Deutschland) noch im Kommen ist, gab es leider fast keine Informationen über die Steinchen und Mauerüberreste, die sich über ein großes Arreal erstreckten. Das war ein bisschen schade. Aber glücklicherweise verfüge ich ja über eine ausgeprägte Phantasie, also hab ich mir einfach überlegt, wie es wohl mal aussah.
Unser zweiter Plan für diese südparaguayische Stadt war ja der Karneval. Nun ja ... Am ersten Abend wurde uns mehrfach gesagt, der Karneval falle wegen des Regens aus (die drei Tröpfchen!). Wir haben uns also an den Strand gesetzt und die Nacht so genossen - und am nächsten Tag erfahren, dass er DOCH stattgefunden hat. Also wir jedoch abends am Einlass ankamen, teilte man uns mit, dass es nur noch VIP-Tickets gebe. Nun, haben wir also unseren eigenen Karneval gefeiert: bewaffnet mit Spraydosen mit künstlichem Schnee lieferten Zsara und ich uns einen Kampf gegen die Jungs. Leider haben wir verloren, aber dafür sahen wir am Ende aus wie Schneefrauen.
Am nächsten Tag, einem Sonntag, beschloss ich, nach Argentinien zu fahren. Dazu muss ich kurz ein bisschen ausholen.
Als wir nach Puerto Iguazú gefahren sind, hat der Bus nicht an der paraguayischen, wohl aber an der argentinischen Grenze gehalten. Demnach hatten wir zwar einen Eintrittsstempel nach Argentinien, aber keinen, der unseren Austritt aus Paraguay zeigte. Auf dem Weg zurück nach Ciudad del Este war es ähnlich: der Bus hielt an der argentinischen Immigration, aber nicht an der paraguayischen. Und wir dachten uns in unserer Naivität: Ach super, wir haben ja ein Visum für Paraguay.
In Encarncación kam mir das zunehmen komisch vor, also beschloss ich einen Kurzausflug nach Argentinien zu machen um das ins Reine zu bringen.
Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn: an der Grenze fiel der Beamtin natürlich auf, dass ich am 24. Januar den Eintrittsstempel nach Paraguay bekommen habe, am 30. nach Argentinien gefahren bin und am 31. Argentinien wieder verlassen habe. Demnach war ich also theoretisch in diesem Moment nirgendwo. 200.000 Guaranies musste ich Strafe zahlen. Das sind etwa 40 Euro. Ein teuerer Ausflug. Aber nun weiß ich wenigstens, dass ich beim Grenzüberschreiten mehr Vorsicht walten lasse.
Von Encarnación aus bin ich, während die anderen Drei nach Buenos Aires aufgebrochen sind, wieder nach Asunción gefahren. Dort war ich nochmal zwei Tage bei meiner Tante, dann hab ich einen Bus nach Santa Cruz in Bolivien genommen. Das war auch ein Spaß: 26einhalb Stunden, begleitet von unzähligen Drogenkontrollen, einer Straße, die mehr aus Löchern und Staub besteht, als aus Asphalt und zwei Buspannen.
Santa Cruz ist ein nettes Städtchen. Die palmenumsäumte Plaza de Armas war trotz Regenschauer voller Leben und dank von Arkarden überdachten Bürgersteigen, konnte ich völlig unbeschadet spazierengehen. Nach einem Tag dort bin ich nach La Paz gefahren. Dort hab ich noch zwei schöne Tage verbracht (auch wenn diese polizeilich-uruguayischen Begegnung ein bisschen irritierend war), nette Leute kennengelernt, das Flair genossen.
Und dann ging mein Bus nach Liiiiiiima.
Und hier bin ich nun. Mein Semester fängt in zwei Wochen an, ich hab schon geschaut, welche Kurse ich gerne machen würde. Ich stehe dabei wieder vor dem alten Problem, dass es einfach zuviel Auswahl gibt. Aber zum Glück gibt es ja wieder die Orientierungswoche um in die verschiedenen Kurse reinzuschnuppern.
Seit ein paar Tagen ist Kristina wieder da. Das ist sehr schön, auch wenn sie leider, wie auch Zsara, schon bald zurückfliegt. Aber bis dahin haben wir noch ein paar Tage, das schöne Lima gemeinsam zu genießen.
Sonnige Grüße.
Eure Karo
Freitag, 17. Februar 2012
Lima, mein Lima.
Huhu,
seit Dienstag bin ich nach sechs Wochen (davon 198 Stunden, was mehr als 8 Tage sind, im Bus) wieder in Lima. Die Rückfahrt war ein wenig unbequem.
Von La Paz bin ich ziemlich fix an die Grenze gekommen, der nette Herr in der Einreisestelle hat mir meine gewünschten 183 Tage Visum gegeben. Soweit so gut. Aber dann musste ich noch vier Stunden in dem Grenzort mit Namen Desaguadero warten. Bei Regen und Kälte. Brrrr. Der Bus nach Lima war dann auch nicht so der Knüller: Sitze mit minimal verstellbarer Lehne und der Sitz des Vordermannes/ der Vorderfrau fing fast direkt vor deiner Nase an. Beinfreiheit war also ein Fremdwort... 28 Stunden hab ich in diesem Vehikel verbracht. Aber am Ende war ich in Lima und das ist schön.
Es war tatsächlich ein bisschen, wie nach-Hause-kommen. Ich bin in mein neues Zimmer in der Casa Rio Grande gezogen, hab mich eingerichtet, mich mit Freunden getroffen. So nach und nach ziehen hier gerade auch die neuen Leute ein. Ich bin gespannt, wie die Konstellation aussieht, wenn das Semester wieder anfängt. Das ist in drei Wochen etwa der Fall. Bis dahin hab ich also noch genügend Zeit, die Sonne und den Sommer zu genießen und Arthur noch einmal in den Bergen zu besuchen.
Ich schicke euch ein bisschen Sonne nach Deutschland. Hier haben wir davon mehr als genug: ich hab mir heute (zum wiederholten Male) einen Sonnenbrand zugezogen. Und dabei habe ich mich der Sonne keine halbe Stunde preisgegeben!
Zum Abschluss dieses kurzen Eintrags das Lied, welches mich auf den Wochen meiner Reise fast täglich begleitet hat. Über den Inhalt schweige ich besser und verspreche, dass ich zu meinem üblichen Musikgeschmack zurückkehren werde, wenn ich zurück in Deutschland bin...
Zum Abschluss dieses kurzen Eintrags das Lied, welches mich auf den Wochen meiner Reise fast täglich begleitet hat. Über den Inhalt schweige ich besser und verspreche, dass ich zu meinem üblichen Musikgeschmack zurückkehren werde, wenn ich zurück in Deutschland bin...
Liebe Grüße,
Karo
Dienstag, 3. Januar 2012
Die letzten Tage des Jahres
Huch, die letzten Tage sind subjektiv aber ganz schön schnell an mir vorübergezogen.
Über Weihnachten bin ich ja zu Arthur gefahren. Erst über Nacht nach Trujillo und von dort aus nach Huamachuco. Dieser zweite Teil der Fahrt war ein ganz schönes Abenteuer: innerhalb von sechs Stunden klettert der Bus von etwa Meereshöhe auf über 3000 Meter Höhe. Man mische noch die dank Regenzeit schlammigen, kurvenreichen Pisten und einen alten klapprigen Bus dazu und die Reisefurcht ist zusammengerührt. Nun, ich bin trotz anfänglicher Zweifel heil angekommen. Im Regen hab ich meinen Bruder jubelschreiend in die Arme geschlossen. Der Regen ist dort leider alltägliches Erscheinungsbild; ich hab in den paar Tagen mehr Regen erlebt als in meiner gesamten Zeit in Peru …
Sehr schöne Tage waren es mit Arthur und seinen Freunden. Wir waren in der Stadt spazieren, saßen häkelnd am Fenster ihrer Unterkunft und haben auf die wunderschöne Plaza de Armas geschaut, haben gekocht, Wein getrunken und mir wurde das Projekt gezeigt, eine demokratische Schule. Sie ist in einen pädagogischen und einen Konstruktionsteil gegliedert. Arthur arbeitet in zweiterem: ein ziemliches Stück den Berg hinauf wird eine neue Schulanlage errichtet mit u.a. einem großen Gebäude, einer Pflanzenkläranlage und einem Windrad. Nicht nur wegen des herrlichen Blicks in die Berge (die mitunter wegen der vielen kleinen Felder wie Flickenteppiche aussehen) dort oben hat mich das Projekt sehr beeindruckt. Demokratische Schulen sind rar in Südamerika. Mehr Informationen gibt’s übrigens in dem rechts verlinkten Blog.
Außerdem haben wir natürlich Weihnachten gefeiert. Es war ziemlich schön. Wir waren zusammen mit einer anderen deutschen Freiwilligen in einer peruanischen Familie. Dort wurde viel geredet, gegessen, getrunken, gesungen und sogar Gedichte rezitiert. Eine sehr angenehme Atmosphäre. Bis zur Bescherung wartet man in Peru bis Mitternacht (die armen Kinder …). Außerdem ist im Gegensatz zu Deutschland der 26. kein Feiertag. Oftmals bekommen auch nur die Kinder Geschenke.
Die Zeit in Huamachuco war wirklich wunderbar. So ruhig im Vergleich zu meinem hektischen Leben in Lima. Und es hat einfach gefetzt, bei meinem Bruder zu sein.
Am 27. bin ich zurückgefahren (durch die Berge mit einer anderen Busgesellschaft, die über wesentlich vertrauenswürdigerere Fahrzeuge verfügt) und war am 28. wieder in meinem geliebten Lima. Sonne genießen, die bevorstehende Reise planen, tanzen gehen, ans Meer fahren, mein Zimmer ausräumen, einen Silvesterplan entwickeln, stand auf dem Plan.
Ich bin ja sowieso keine große Silvester-Freundin, dementsprechend hatte ich wenig Lust irgendwas zu planen. Nach einigem Hin und Her sind Patricia und ich mit Lucía nach Punta Hermosa gefahren. Das ist ein Ort am Meer, der etwa zwei Stunden von Lima entfernt ist. Freunde von ihr, die wir zu großem Teil auch kannten, hatten ein Haus gemietet. Ein Haus am Strand, hieß es. Nun ja, so war es leider nicht. Zum Strand musste man noch ein Stück laufen. Und Silvester selbst war er leider auch gesperrt. Wahrscheinlich aus Angst, dass die feierwütige Menge ihn in Schutt und Asche zurücklegt. Punta Hermosa erscheint mir nämlich ein bisschen wie der peruanische Ballermann: Massen betrunkener Leute. Oh je.
Die Party auf der wir waren, war an sich ganz nett (einige Ereignisse wären ausreichend, den Teaser einer Vorabend-Soap zu füllen…), aber ich steh halt wirklich nicht auf Partys am letzten Tag des Jahres. Außerdem war es wirklich ein bisschen merkwürdig, dass es so warm ist. Am 1. Januar waren wir noch am Strand, haben die Sonne und die immensen Wellen genossen.
Also haben wir uns schon amüsiert. :)
Mein Zimmer sieht grad ziemlich chaotisch aus. Ich packe nämlich meine Sachen. Zum Einen meinen Reiserucksack und zum Anderen meinen Koffer, in dem der ganze Rest landet. Ich werde nämlich de facto aus meinem Zimmer ausziehen, als Vagabundin unterwegs sein und zu Beginn des neuen Semesters wieder in der Casa Rio Grande einziehen.
Gleich fahre ich mit Kristina nach Arequipa. Dort sind schon Zsara und Patricia. Mit ihnen geht es in den Cañon de Colca und dann weiter nach Bolivien, Argentinien, vielleicht Paraguay. Einen konkreten Plan gibt es nicht. Ich gebe mir etwa sechs Wochen, dann will ich zurück in Lima sein. Aber wo ich mit wem wie lange hinfahre, steht allerhöchstens im Groben fest.
Ich werde versuchen, mich unterwegs ab und an zu melden!
In dem Sinne: ein frohes neues Jahr euch allen!
Eure Karo
PS: Der Schnelligkeit meines Tippens kurz vor der Abfahrt geschuldete Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen.
Mittwoch, 21. Dezember 2011
Weihnachtlichkeiten
Heiligabend steht vor der Tür und ich erfreue mich tagtäglich sonnigen Wetters. So besonders weihnachtlich fühle ich mich also nicht. Und das, obwohl es bei einem Großteil der Häuser die Besitzer das Schmücken ziemlich ernst genommen haben: bunte, blinkende Lichterketten, die nicht nur ein Blitzlichtgewitter von sich geben, sondern auch schrille Melodien ausspucken. Schön ist anders.
Morgen fahre ich zu Arthur, um mit ihm zusammen die Weihnachtstage zu verbringen. Ich freue mich schon sehr darauf ihn wieder zu sehen, muss aber sagen, dass mich der Gedanke an die 15 Stunden Busfahrt, die mir bevorstehen, eher weniger erheitert.
Gerade bin ich also noch in Lima. Die Casa Rio Grande ist ganz ausgestorben: außer Lucy und einem spanischen señor, der hier gerade drei Monate wohnt, ist niemand da. Alle haben sich auf Reisen begeben. Letzten Freitag haben wir wegen zeitnaher Reisestarts ein kleines Abschiedsgrillen veranstaltet. Das war sehr schön, aber auch ein bisschne traurig. Nun, immerhin sehe ich alle zumindest noch einmal wieder und die Jungs bleiben ja wie ich noch ein Semester länger.
Die letzte Woche war auf jeden Fall sehr entspannend. Ich hab viel Zeit mit meinen Mitbewohnern und peruanischen freunden verbracht, war oft Kaffee trinken, im Kino, am Meer, in Buchläden, auf dem Markt, ein bisschen spazieren, im historischen Zentrum Limas. Und ich hab endlich, endlich ein paar meiner Fotos eingescannt. Leider geht dadurch natürlich ganz schön was an Qualität verloren, aber schön sind sie dennoch. :) Schaut einfach mal ein bisschen in den älteren Posts.
Zum Schluss ein Lied, das mich gerade ziemlich begleitet. Auch wenn das Ende meiner peruanischen Zeit zum Glück noch ein Stück entfernt ist.
Ich wünsche euch allen frohe, entspannte und angenehme Weihnachten. Feliz navidad.
Fröhliche Grüße aus dem Sommer,
Karo
Mittwoch, 23. November 2011
Hui hui hui, viel ist passiert!
Was ist so passiert ... Letzten Samstag (also am 12. November) waren wir auf der Abschluss-Fiesta von der Semana de Comunica. Es ist nämlich so, dass an der Católica (auch liebevoll Cato abgekürzt), die verschiedenen Fakultäten im Laufe des Jahres eine Woche haben, wo dann verschiedenste Wettkämpfe zwischen den einzelnen Studiengängen ausgetragen werden. Vor kurzem wurde der Staffelstab also an die Kommunikations-Fakultät weitergegeben. Nachdem schon während der Woche u.a. Fußball- und Volleyball-Matches ausgetragen wurden, fand der Wettkampf am Samstagabend seinen Höhepunkt.
Als wir gegen 10 Uhr abends eintrafen, war das Spektakel schon in vollem Gange. Tanz mit deinem Prof hieß das Spiel. Es tanzten also Pärchen der fünf verschiedenen Studiengänge, jeweils aus einem studentischen und einem professorischen Part bestehend. Und wie da getanzt wurde! Der südamerikanische Stil ist ja generell schon sehr eng. Und daran ändert sich offenbar auch nichts, wenn man mit seiner/m Prof tanzt. Gewöhnungsbedürftig …
Faszinierend waren die Spiele in jedem Falle. Da wurde getanzt, gesungen und natürlich eine ganze Menge Alkohol getrunken. Am Ende (inzwischen war es schon 3 Uhr morgens) wurden alle Spiele der Woche und des Abends ausgewertet und ein Sieger gekürt. Und wegen eines Unterschiedes von fünf Punkten zwischen dem ersten und dem zweiten Platz, waren einige am Ende ganz schön betrübt. Soviel zum Spiel …
Faszinierend waren die Spiele in jedem Falle. Da wurde getanzt, gesungen und natürlich eine ganze Menge Alkohol getrunken. Am Ende (inzwischen war es schon 3 Uhr morgens) wurden alle Spiele der Woche und des Abends ausgewertet und ein Sieger gekürt. Und wegen eines Unterschiedes von fünf Punkten zwischen dem ersten und dem zweiten Platz, waren einige am Ende ganz schön betrübt. Soviel zum Spiel …
In der Woche danach (also die, die jetzt gerade hinter mir liegt) habe ich nach vielem Überlegen praktische Erkundigungen eingezogen über eine Sache, die mir schon sehr sehr lange im Kopf umherschwirrt: nämlich aus meinem einen Auslandssemester zwei zu machen. Weil mir die Uni gefällt, ich wahnsinnig gern in Lima wohne und meinem Spanisch noch mehr Zeit geben möchte.
Ein paar Nachfragen in Ilmenau und hier in der Oficina de Relaciones Internacionales später wurde mir mitgeteilt, dass das möglich ist! Ich hab noch ein bisschen hin und her überlegt und hab mich jetzt entschieden: ich bleibe, sofern mit der Umbuchung meines Rückfluges alles klar geht, ein Semester länger. (An dieser Stelle sei angemerkt, dass Flüge von KLM gerade relativ billig sind und Besuch jederzeit gern gesehen ist!:) )
Ein paar Nachfragen in Ilmenau und hier in der Oficina de Relaciones Internacionales später wurde mir mitgeteilt, dass das möglich ist! Ich hab noch ein bisschen hin und her überlegt und hab mich jetzt entschieden: ich bleibe, sofern mit der Umbuchung meines Rückfluges alles klar geht, ein Semester länger. (An dieser Stelle sei angemerkt, dass Flüge von KLM gerade relativ billig sind und Besuch jederzeit gern gesehen ist!:) )
Samstag war ich mit Willy, Zsara, Patricia und weiteren Peruaner/innen in einem Projekt namens Pinoteca. Es ist auf einem der cerros, der armen Viertel auf den Bergen am Rand Lima, gelegen. Dieses Projekt organisiert Freizeitbeschäftigungen für die Kinder aus der Umgebung. Erst sind wir eine Weile mit dem Taxi durch die Stadt gefahren und dann nochmal mit moto taxis den Berg hinauf. Oben angekommen wurden wir schon neugierig erwartet. Wir haben mit den Kindern vor allem Ball gespielt und gemalt. Ein Teil bestand aber auch darin, dass wir uns den Kindern kurz vorstellten und sie uns danach mit Fragen gelöchert haben. Wie alt wir sind, ob wir verheiratet sind, wie unsere Mütter sind, welche Farbe die Häuser haben, in denen wir wohnen und viel mehr. Charmant nur, dass ich nicht sprechen konnte. Ich hab mich nämlich erkältet und kurzweilig meine Stimme verloren. Was dazu führte, dass ich mich mithilfe eines Büchleins und Stift oder eben mittels Marker und Tafel verständigte.
Mir haben die wenigen Stunden in dem Projekt viel Spaß gemacht. Allerdings hat es auch die Gegensätze Limas wieder ins Gedächtnis gerufen. Der Taxifahrer hat uns vor dem Aussteigen noch ausdrücklich gewarnt und gleichzeitig hat eines der peruanischen Mädels erzählt, dass sich 10 Minuten weiter eines der reichsten Viertel befindet.
Mir haben die wenigen Stunden in dem Projekt viel Spaß gemacht. Allerdings hat es auch die Gegensätze Limas wieder ins Gedächtnis gerufen. Der Taxifahrer hat uns vor dem Aussteigen noch ausdrücklich gewarnt und gleichzeitig hat eines der peruanischen Mädels erzählt, dass sich 10 Minuten weiter eines der reichsten Viertel befindet.
Das war unter anderem auch Thema des Musicals, welches ich am Abend mit Zsara zusammen besucht habe: TuLIMA. Eine Hommage an die Hauptstadt Perus. An das Chaos, den Lärm, die Unterschiede. Wunderbar inszeniert.
Zum Abschluss noch eine Filmempfehlung: DerSandmann. Hab ich im Centro Cultural der Uni gesehen. Großartig!
So, ich begeb mich mal zu Bett. Erkältung auskurieren.
Liebe Grüße,
Karo
Donnerstag, 10. November 2011
Der Stand der Dinge
Heute hab ich Klein-Amerika mal wieder einen Besuch abgestattet. So nenne ich Shopping-Center, die für mein Befinden eher zu den USA gehören als zu Peru. Davon gibt’s hier mehrere. Wohlgefühlt hab ich mich in keinem wirklich.
Ich hab mich also nach meiner morgendlichen clase mit zwei meiner Mitbewohner und einem peruanischen Freund getroffen. Zunächst fuhren wir aber (in einem ziemlich engen micro) zu Gamarra. Da ist eine Art Einkaufszentrum mit ganz vielen kleinen Läden, die Klamotten mit den Aufnähern teurer Marken zu günstigeren Preisen verkaufen. Ich hab da nicht so ein Interesse dran, aber einer der Jungs hat sich gleich drei Shirts mit Lacoste-Krokodil gekauft. :)
Danach fuhren wir zur Jocky Plaza. Klein-Amerika. Ein riesiges Gelände, alles todschick, Markenläden über Markenläden. Wie in einer anderen Welt. Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem Trecking-Laden, weil mein einer meiner Mitbewohner mehrere Wochen auf ein Forschungsprojekt in den Regenwald fährt und noch auf der Suche nach einem Zelt war. Das haben wir dann letztendlich nicht gefunden, aber immerhin gab ich den Mückenschutz für den wir Montag schon vergeblich durch die halbe Stadt gegondelt sind.
Abends wollte ich eigentlich mit Kristina und Julio in eine Ausstellung. Die war dann aber nicht dort, wo sie sein sollte. Also haben wir ein Eis gegessen, sind ein bisschen durchs Zentrum geschlendert und wieder zurückgefahren.
Am Wochenende hat in Lima ein 10-Kilometer-Lauf stattgefunden. Kristina hatte irgendwann in den vergangenen Wochen die fixe Idee, dort mitzumachen. Nun gut, haben wir Zsara noch ins Boot geholt, dreimal trainiert und los ging’s!
Sonntagmorgen um neun fiel der Startschuss für 10 schnuckeligen Kilometer durch Miraflores. Zusammen mit vielen anderen Leuten (darunter als Bären Verkleidete, Väter, die mit Kinderwagen joggten und Familienmitglieder, die auf dem Fahrrad als moralische Unterstützung nebenherfuhren) liefen wir durch das gesperrte Viertel. Ein großer Teil der Strecke ging am Meer entlang. Diese Aussicht machte das Laufen doch einfacher. Ich halte mich wirklich nicht für eine Sportskanone und ich bin auch nicht sonderlich schnell gelaufen, doch als ich nach einer Stunde und 20 Minuten ins Ziel lief und sogar noch einigermaßen fit war, war ich doch ein bisschen stolz auf mich.
Außerdem war ich letztens im Goethe-Institut. Welch eine Oase. Eine kleine, aber feine Bibliothek. Ein schnuckeliges Café (von denen ich in Lima bisher nicht allzu viele entdeckt habe) mit Stühlen im sonnigen Hinterhof, wo ich in Ruhe einen Kaffee getrunken und gelesen hab.
Das Semester dauert übrigens keine drei Wochen mehr. Als mir das kürzlich aufgefallen ist, war ich ziemlich schockiert, wie schnell die Zeit doch vergeht. Aber auf der anderen Seite liegen eben schon drei Monate peruanischen Studierens hinter mir.
Schön waren sie bisher. Auf dass es so bleibt!:)
Bis bald,
Karito
Mittwoch, 9. November 2011
Exkurs: Öffentliche Verkehrsmittel
Wenn man sich in Lima ohne eigenes Auto bewegen möchte, hat man prinzipiell drei Möglichkeiten: zu Fuß, im Taxi oder im micro. Ersteres bietet sich ja leider nur für kürzere Distanzen an und da Lima ja eine große Stadt ist, bleiben eigentlich nur noch Taxi oder micro.
Taxifahren war anfangs das reine Abenteuer für mich. Mit verhandelbaren Preisen, klemmenden Türen, manchmal recht dubiosen Fahrern und vollgestopft bis zum Kofferraum (das meine ich wörtlich) ist das hier doch eine ganz andere Erfahrung als in Europa. Die paar Male, die ich im letzten Jahr in Deutschland Taxi gefahren bin, kann ich an einer Hand abzählen. Hier greife ich mehrmals die Woche darauf zurück. Es ist aber auch so einfach. Schon wenn man eine Straße entlangläuft, werden sie alle Nase lang langsamer, kurbeln die Scheibe runter und fragen, ob du nicht mitfahren willst. Ansonsten stellt man sich einfach an den Straßenrand, winkt und schwuppdiwupp hält ein Auto. Manche haben ihr Schild auf dem Dach, bei anderen lehnt es innen an der Windschutzscheibe. Dann teilt man sein Fahrtziel mit. Der Fahrer nennt einen Preis (bei Ausländern ist der gern mal ein bisschen höher). Wenn man nicht einverstanden ist, schlägt man einen eigenen vor. Ein bisschen verhandeln, dann ist man sich meist einig. Und wenn nicht: es gibt ja noch genügend andere Taxis.
Die Fahrt an sich kann auch noch einmal zu einem gewaltigen Abenteuer werden. Immerhin neigen taxistas zu einem flotten Fahrstil, der in Kombination mit Schlaglöchern und traffic bumbs mitunter zu einer ganz schönen Schleuderfahrt wird. Je nach Anzahl der Mitfahrer ist es auch nicht immer bequem.
Angemerkt sei an dieser Stelle auch, dass Taxifahren in Lima nicht 100% sicher ist. Mir ist die eine oder andere Geschichte zu Ohren gekommen, in welcher der Taxifahrer am Ende statt des Rückgeldes eine Pistole hervorgeholt hat und die Betroffenen ausgeraubt wurden. Besonders nachts sollte man halt nicht alleine fahren und wenn es sei muss, besser ein sicheres Taxi anrufen. Mir ist bisher nichts passiert und ich hoffe, dass es auch so bleibt.
Zu den Preisen sei noch kurz gesagt, dass die weit unter deutschem Niveau liegen: grob wird ein Sol (etwa 25 Cent) pro Kilometer veranschlagt, wobei das je nach Uhrzeit und Anzahl der Personen noch steigen kann.
Die andere Möglichkeit der Fortbewegung sind micros. So werden die Busse hier genannt.
Entlang der Straße gibt es zwar Haltestellen, allerdings kann man die micros überall anhalten und ebenso überall aussteigen. Fahrpläne gibt es selbstverständlich nicht.
Ein micro sieht normalerweise so aus: ein Kleinbus, der durch bunte Streifen, auf denen die größten Straßen der Route stehen, und eine Nummer identifiziert wird, ein bisschen alt und rostig aussieht. Aus der Tür hängt sich ein/e cobrador/a, der/die die Route anpreist, die Tür nach Bedarf öffnet und schließt und während der Fahrt das Geld einsammelt. Die Sitze sind nicht immer die neusten, kürzlich hab ich einen erwischt, bei dem die Füllung schon herauskam. Oft sind die micros gestopft voll, sodass ich schon manchmal fast nicht mehr rechtzeitig rausgekommen bin.
Teuer kann man eine Fahrt im micro wirklich nicht nennen. Der Preis hängt von der Strecke ab, wobei es nur in Ansätzen ein System für dessen Berechnung gibt. Zur Uni bezahle ich jedenfalls 50 Centimos, weil ich da nur eine Straße entlang muss. Meine teuerste Fahrt hat einen Sol und 50 Centimos gekostet und da bin ich eine ganze Ewigkeit durch die Gegend gegondelt.
Den besten Eindruck bekommt ihr vielleicht, wenn ich die eine oder andere Begebenheit erzähle.
- Ich steige mit einer Umhängetasche voller Einkäufe und einer Tüte in der Hand in ein micro, dass schon ziemlich gestopft ist. Ich stelle mich in den vorderen Teil und halte mich oben an der Haltestange fest. Der Fahrer fährt los - um gleich darauf wieder blitzartig zu bremsen. Verstärkt durch meine schwere Tasche rutsche ich, nein ich fliege eher, Richtung Windschutzscheibe. Sämtliche stehenden Passagiere scheinen einen Meter weiter vorn zu stehen. Zum Glück sind die Fahrgäste solches Verhalten ja gewöhnt und niemand ist quer durchs micro geflogen. Kurz durchatmen und weiter geht die Fahrt.
- Ein anderes Mal war ich etwas spät dran. Deswegen nahm ich das erstbeste micro, das kam, auch wenn das schon proppevoll war. Das führte dazu, dass ich auf der Türstufe stand und nur nicht rausfiel, weil hinter mir noch der cobrador war, der sich an den Haltegriffen an der Tür festhaltend diese ersetzte.
- Desöfteren passiert es auch, dass Leute im micro Süßigkeiten, Stifte zum Testen der Echtheit von Geldscheinen oder Schmuck verkaufen, Lieder singen oder von den Schwierigkeiten in ihrem Leben erzählen und die Fahrgäste danach um Geld bitten.
- Die Fahrgäste regen sich gerne lautstark über die Fahrkünste des Fahrers auf.
Montag, 7. November 2011
Exkurs: Lima
Ja, vor langem hab ich sie angekündigt, nun könnt ihr den ersten lesen: die Exkurse.
Ich beginne mit Lima (was man übrigens u.a. mit Limette überzetzen kann):
Die Leute in Peru, denen ich bisher erzählt habe, dass ich in Lima lebe (die limeños - Leute, die in Lima wohnen - ausgenommen), haben ein bisschen bis sehr entsetzt reagiert. Lima sei hässlich, laut, riesig, anstrengend, dreckig, gefährlich, ungemütlich, das Wetter sei nicht toll. All das stimmt auch ein bisschen.
Lima IST riesig. Je nach Schätzung leben hier 8 bis 10 Millionen Menschen. Deswegen braucht man je nach Ziel auch Ewigkeiten, um von A nach B zu kommen.
Es gibt viele viele arme Viertel und einige, die selbst bei Tage, sehr gefährlich sind. Die Unterschiede zwischen arm und reich habe ich in keiner anderen Stadt so sehr wahrgenommen.
Es ist laut auf der Straße wegen der vielen Autos, vor allem micros und Taxis bahnen sich ihren Weg, verpesten die Luft, hupen und knattern in einer Lautstärke, die manches Gespräch zu Geschrei werden lässt.
Der machismo nervt mich: Männer, die mir hinterherpfeifen, -rufen, -schmatzen und -laufen und mich dabei nie als Subjekt, sondern immer nur als Objekt wahrzunehmen scheinen.
Die Sonne wurde in meinen ersten zwei Monaten zu einem Objekt des Hören-Sagens. Denn zu sehen bekam ich sie wegen der dichten grauen Brühe am Himmel fast nie.
Doch ich rede nicht ohne Grund von meinem geliebten Lima. Und das nicht nur, weil inzwischen die Sonne fast täglich intensiv auf die limeños scheint.
Lima verfügt über eine Vielzahl kultureller Einrichtungen: Museen, Kinos, Theater, Festivals, Konzerte. Hinzu kommen schöne Parks und natürlich das Meer und die Steilküste im Viertel Miraflores.
Ich mag das Leben und den Trubel auf der Straße; dass man an jeder Ecke alle möglichen Getränke, kaltes und warmes Essen, Zeitungen und frisches Obst und Gemüse bekommt.
Vieles ist hier so anders, zum Beispiel gibt es Leute der verschiedenen Telefonnetze, die mit einem Handy wedelnd auf der Straße stehen und llamadas, llamadas (Anrufe, Anrufe) rufen. Wenn man gerade kein Guthaben hat, kann man bei diesen netten Persönchen seine Mutter, den Chef oder die Halbschwester anrufen - gegen entsprechende Bezahlung natürlich.
An jeder Straßenecke gibt es tiendas (kleine Lädchen), in denen man Lebensmittel für den spontanen Bedarf, Klopapier, Handyguthaben den einen oder anderen Alkohol bekommt. Das erspart mir den Weg zum Supermarkt (denn solche gibt es natürlich auch), wenn ich doch nur eine Tomate brauche.
Genau so gibt es überall kleine Restaurants, wo man für wenig Geld ein (mal mehr, mal minder) leckeres Menü, köstliche Nachspeisen oder frisch zubereitete Säfte bekommt.
Und natürlich finde ich es schlichtweg aufgregend hier zu leben, weil es so anders ist. Ich glaube fast, dass allein in meiner Straße und den beiden daneben mehr Leute als in Ilmenau wohnen. ;)
Ich hoffe, ihr könnt ein bisschen verstehen, warum ich mich hier so wohl fühle. Vielleicht weil man hier das Leben merkt, so abgedroschen das auch klingen mag.
Limettige Grüße,
Karo
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