Ja, ihr lest es schon in der Überschrift. Ich habe keinen Blu-Ray-Player gewonnen. Wie schade.
Mir geht es aber trotzdem gut. :)
Letztens war ich mit Anna zwei Tage am Meer im Süden von Lima. Das war wunderbar. So viel Ruhe und komische Vögel. Wellenrauschen und Sonnenuntergänge. Außerdem habe ich Ceviche gegessen, das ist roher Fisch mit ganz viel Limette und Chilli. Ja, das klingt gar nicht mal so lecker. Dachte ich am Anfang auch. Aber es schmeckt eigentlich wirklich gut, wenn man sich einmal überwunden hat.
Außerdem fanden bis letzte Woche die Interfacultades statt. In allerhand Wettbewerben sind die verschiedenen Fakultäten gegeneinander angetreten. Das finale Event bildete die Noche Cultural. Jede Fakultät führte einen Tanz vor. In der Sporthalle, dem Austragungsort, war Highlife in Tüten, wie Zsara und Patricia sagen würden: die Fangemeinschaften schrien und tobten auf den Trebünen, während in der Mitte die wunderbarsten Schritte zu bewundern waren.
Natürlich bin ich nicht eben objektiv, aber comunica hat einfach wirklich den besten Tanz gebracht. Es war ein FEST! Leider wurden sie letztendlich disqualifiziert, weil sie die Zeitvorgabe überschritten haben. Das ist noch nie passiert. Punkteabzug ja, aber so ein Rauswurf. Eine Ungerechtigkeit. Es war zum Heulen. Hier und da waren auch Tränen zu sehen. Aber ein paar Bier später freute man sich dann einfach über die Pokale in den anderen Kategorien und beschloss die Uni niederzubrennen ... Theoretisch, versteht sich. :)
Die cato steht noch, wir mögen sie immer noch und die letzten Wochen des Semesters stürtzen auf uns ein.
In dem Sinne:
Besos,
Karo
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Dienstag, 12. Juni 2012
Kein Blu-Ray-Player
Montag, 28. Mai 2012
Sechs mal sieben
Hallihallo ihr Guten,
in sechs Wochen sitze ich im Flieger nach Deutschland. Unglaublich, zisch! fliegt die Zeit dahin.
Um das heute gebührend zu ehren, habe ich von etwa 10 bis 13 Uhr auf der Straße getanzt (als Statistin für das Filmprojekt von Lu) und mir einen Sonnenbrand geholt (und das, obwohl der unangenehme Winter Einzug in Lima hält).
Mit diesem kurzem Statement verabschiede ich mich auch schon wieder und fahr in die Uni.
Besos,
Karo
Sonntag, 25. März 2012
Da waren's wieder sieben.
Hallihallo,
bei euch wurde heute die Zeit umgestellt. In Perú gibt es diese Angewohnheit nicht. Das führt nun leider dazu, dass es nun doch wieder sieben Stunden Zeitunterschied sind. Life's hard.
Außerdem hält das Leben hier manchmal ganz schöne Skurrilitäten bereit. Zumindest für mein ich-lebe-zwar-seit-mehr-als-sieben-Monaten-in-Perú-manches-überrascht-und/oder-amüsiert-mich-aber-immer-noch-Gefühl. In den letzten Tagen hab ich mal ein bisschen darauf geachtet und hier gibt es eine kleine Kollektion.
NUMERO 1: Meine profesora in Diagnóstico sprach kürzlich ganz offiziell von corrupción buena y mala, guter und schlechter Korruption. Sowas ist mir auf der anderen Seite des Teiches noch nicht begegnet...
NUMERO 2: Kürzlich waren wir mit einem Freund im Kino. Dieser Freund hat ein Auto und nach dem Kino musste er noch zur Bank. Was machten wir also? Wir fuhren zu einer Art Drive-In für Geldautomaten. Es ist ein bisschen wie eine Kombination aus McDonald's und Parkhaus. Du fährst an eine Säule, kurbelst das Fenster runter, schiebst die Karte in den Automaten und kurz später bekommst du dein Geld.
NUMERO 3: Letzten Freitagabend stand ich am paradero, einer Haltestelle, und wartete auf Freunde, die mich mit dem Taxi abholen wollten. Während ich da so stand und mir die Leute anschaute, rannte ein Mann plötzlich im Zickzack durch das Chaos des Abendverkehrs, sprang gekonnt durch das Fenster eines Wagens an der Kreuzung und das Auto brauste in Höchstgeschwindigkeit davon. Da wurde ich wohl Zeugin der letzten Phase eines Raubes.
NUMERO 4: Kurz darauf kamen meine Freunde und wir fuhren zu einer pollada. Das ist, kurz gesagt, eine Veranstaltung, auf der man Hühnchen isst und Bier trinkt. Das ist hier nicht nur sehr beliebt und üblich,sondern wird auch gern veranstaltet, um ein bisschen Geld einzunehmen. In diesem Fall war eine Freundin von Lucía die Organisatorin um damit ein bisschen die Schulden, die sie aufnehmen musste, um ihr Studium zu finanzieren, zu reduzieren. Die fiesta fand in einem Lokal statt, dass eigentlich nur aus einem einfachen, durch Laken begrenzten Raum bestand. Durch den Tresen wurde die Küche vom Gastraum getrennt. Es gab jede Menge Hühnchen, kühles Bier und natürlich Musik und tanzende Menschen. Immerhin sind wir in Perú. Das klingt jetzt vielleicht nicht so spektakulär, aber es war wirklich witzig. Zumal die comunica-Leute (da beziehe mich auf die Kommunikations-Fakultät der Católica) immer ziemlich witzig sind, sie scheinen das im Blute zu haben.
NUMERO 5: Ab und zu fahre ich mit micros, in denen es keinen Sonnenschutz mehr an der Windschutzscheibe gibt. Stattdessen klebt an der entsprechenden Stelle Zeitungspapier. Ist wahrscheinlich auch spannender, sich an der Ampel Fußballspieler und leicht bekleidete Frauen anzusehen, als das ursprüngliche Accesoire. :)
Ach, ich liebe Lima!
Verliebte Grüße von Karo
bei euch wurde heute die Zeit umgestellt. In Perú gibt es diese Angewohnheit nicht. Das führt nun leider dazu, dass es nun doch wieder sieben Stunden Zeitunterschied sind. Life's hard.
Außerdem hält das Leben hier manchmal ganz schöne Skurrilitäten bereit. Zumindest für mein ich-lebe-zwar-seit-mehr-als-sieben-Monaten-in-Perú-manches-überrascht-und/oder-amüsiert-mich-aber-immer-noch-Gefühl. In den letzten Tagen hab ich mal ein bisschen darauf geachtet und hier gibt es eine kleine Kollektion.
NUMERO 1: Meine profesora in Diagnóstico sprach kürzlich ganz offiziell von corrupción buena y mala, guter und schlechter Korruption. Sowas ist mir auf der anderen Seite des Teiches noch nicht begegnet...
NUMERO 2: Kürzlich waren wir mit einem Freund im Kino. Dieser Freund hat ein Auto und nach dem Kino musste er noch zur Bank. Was machten wir also? Wir fuhren zu einer Art Drive-In für Geldautomaten. Es ist ein bisschen wie eine Kombination aus McDonald's und Parkhaus. Du fährst an eine Säule, kurbelst das Fenster runter, schiebst die Karte in den Automaten und kurz später bekommst du dein Geld.
NUMERO 3: Letzten Freitagabend stand ich am paradero, einer Haltestelle, und wartete auf Freunde, die mich mit dem Taxi abholen wollten. Während ich da so stand und mir die Leute anschaute, rannte ein Mann plötzlich im Zickzack durch das Chaos des Abendverkehrs, sprang gekonnt durch das Fenster eines Wagens an der Kreuzung und das Auto brauste in Höchstgeschwindigkeit davon. Da wurde ich wohl Zeugin der letzten Phase eines Raubes.
NUMERO 4: Kurz darauf kamen meine Freunde und wir fuhren zu einer pollada. Das ist, kurz gesagt, eine Veranstaltung, auf der man Hühnchen isst und Bier trinkt. Das ist hier nicht nur sehr beliebt und üblich,sondern wird auch gern veranstaltet, um ein bisschen Geld einzunehmen. In diesem Fall war eine Freundin von Lucía die Organisatorin um damit ein bisschen die Schulden, die sie aufnehmen musste, um ihr Studium zu finanzieren, zu reduzieren. Die fiesta fand in einem Lokal statt, dass eigentlich nur aus einem einfachen, durch Laken begrenzten Raum bestand. Durch den Tresen wurde die Küche vom Gastraum getrennt. Es gab jede Menge Hühnchen, kühles Bier und natürlich Musik und tanzende Menschen. Immerhin sind wir in Perú. Das klingt jetzt vielleicht nicht so spektakulär, aber es war wirklich witzig. Zumal die comunica-Leute (da beziehe mich auf die Kommunikations-Fakultät der Católica) immer ziemlich witzig sind, sie scheinen das im Blute zu haben.
NUMERO 5: Ab und zu fahre ich mit micros, in denen es keinen Sonnenschutz mehr an der Windschutzscheibe gibt. Stattdessen klebt an der entsprechenden Stelle Zeitungspapier. Ist wahrscheinlich auch spannender, sich an der Ampel Fußballspieler und leicht bekleidete Frauen anzusehen, als das ursprüngliche Accesoire. :)
Ach, ich liebe Lima!
Verliebte Grüße von Karo
Montag, 22. August 2011
Matrícula!
Buenas noches,
heute war der große Tag. Die Matrícula. Die Einschreibung in die Kurse für die Austauschstudenten.
Um neun Uhr sollte es losgehen. Und weil wir vorgewarnt wurden, dass es eeeewig dauern würde und wenn man Pech hat, man seine Kurse nicht mehr bekommt, waren wir schon um acht da. Und bekamen die Nummern 127, 128 und 129. Ist es denn zu fassen?! Gerüchteweise sollen die ersten Leute halb sechs dagewesen ein!
Mit Kaffee hielten wir uns wach, bis wir dran kamen. Was ungefähr gegen 11 oder 12 der Fall war. Das Warten hat sich dann aber auch gelohnt: ich hab alle Kurse bekommen, die ich wollte: Cine, Comunicación Intercultural und Deporte-Damas. Letzeres ist ein Sportkurs, der am Ende auch bewertet wird. Diejenigen unter euch, die sich an dieser Stelle fragen, warum zum Henker ich bitte einen Sportkurs belege, der am Ende auch noch bewertet wird: ich dachte, es kann nicht schaden, wenn ich mich unter einen äußeren Zwang setze, mehr Sport zu machen...
Der hat übrigens auch heute gleich stattgefunden. Aerobic und Pilates steht da auf dem Plan. Mit meinem wenig bis sehr wenig ausgeprägtem Rhythmusgefühl, fühlte ich mich ein bisschen wie ein Elefant. Rhythmus scheint den Peruanern ja sowie so im Blute zu liegen. Ich war bisher jedes Mal schwer beeindruckt, wenn wir abends tanzen waren. Dagegen fühle ich mich wirklich grazil wie eine Holzkuh.
Am Wochenende haben wir nicht so super viel gemacht. Samstag wollten Zsara (schreibe ich sie in Zukunft so um eventuelle Verwechslungen zu vermeiden), Patti und ich eigentlich nach Barranco, ein Viertel in Lima, das im Rufe steht, die Bohème zu beherbergen. Allerdings sind wir irgendwie in einem dubiosen Teil ausgestiegen. Und als uns ein Mann, der mit seinem Karren an uns vorbeizog, sagte, wir sollten da nicht lang gehen, beschlossen wir, Barranco lieber an einem anderen Tage mit peruanischer Begleitung zu erkunden.
heute war der große Tag. Die Matrícula. Die Einschreibung in die Kurse für die Austauschstudenten.
Um neun Uhr sollte es losgehen. Und weil wir vorgewarnt wurden, dass es eeeewig dauern würde und wenn man Pech hat, man seine Kurse nicht mehr bekommt, waren wir schon um acht da. Und bekamen die Nummern 127, 128 und 129. Ist es denn zu fassen?! Gerüchteweise sollen die ersten Leute halb sechs dagewesen ein!
Mit Kaffee hielten wir uns wach, bis wir dran kamen. Was ungefähr gegen 11 oder 12 der Fall war. Das Warten hat sich dann aber auch gelohnt: ich hab alle Kurse bekommen, die ich wollte: Cine, Comunicación Intercultural und Deporte-Damas. Letzeres ist ein Sportkurs, der am Ende auch bewertet wird. Diejenigen unter euch, die sich an dieser Stelle fragen, warum zum Henker ich bitte einen Sportkurs belege, der am Ende auch noch bewertet wird: ich dachte, es kann nicht schaden, wenn ich mich unter einen äußeren Zwang setze, mehr Sport zu machen...
Der hat übrigens auch heute gleich stattgefunden. Aerobic und Pilates steht da auf dem Plan. Mit meinem wenig bis sehr wenig ausgeprägtem Rhythmusgefühl, fühlte ich mich ein bisschen wie ein Elefant. Rhythmus scheint den Peruanern ja sowie so im Blute zu liegen. Ich war bisher jedes Mal schwer beeindruckt, wenn wir abends tanzen waren. Dagegen fühle ich mich wirklich grazil wie eine Holzkuh.
Am Wochenende haben wir nicht so super viel gemacht. Samstag wollten Zsara (schreibe ich sie in Zukunft so um eventuelle Verwechslungen zu vermeiden), Patti und ich eigentlich nach Barranco, ein Viertel in Lima, das im Rufe steht, die Bohème zu beherbergen. Allerdings sind wir irgendwie in einem dubiosen Teil ausgestiegen. Und als uns ein Mann, der mit seinem Karren an uns vorbeizog, sagte, wir sollten da nicht lang gehen, beschlossen wir, Barranco lieber an einem anderen Tage mit peruanischer Begleitung zu erkunden.
Stattdessen spazierten wir zum Meer und genossen die Sicht auf die wilden Wellen. Traumhaft.
Abends waren wir in Zentrum in einem Club namens Palacio del Inka. War ziemlich witzig. Die Musik war gut und ein paar Peruaner haben uns versucht ihren hüftschwingenden Tanzstil beizubringen. Nach diesem Abend kann ich nun sagen: dafür scheine ich kein Talent zu haben. Was ich aber auch nicht sonderlich tragisch finde. :)
Ein paar Worte noch zu Lima: Ich hab ja nun noch nie bewusst in einer Stadt gewohnt, die mehr als 25.000 Einwohner hat - und nun wohne ich in einer Stadt mit 8 bis 10 Millionen Menschen. Irgendwie mag ich das Chaos hier. Aber gleichzeitig schafft mich die Armut, der Schmutz, der Lärm und der Verkehr manchmal doch ziemlich. Meine Schuhe sehen inzwischen aus, als hätte ich sie einmal quer durch den Schlamm gezogen und dann noch mit Kohlestaub eingepudert. Ich kenne Austauschstudenten, die hier mit einer Erkältung angekommen sind und sie seitdem nicht wirklich loswerden; sicherlich auch der Luft zu verdanken.
Ich kann noch nicht einschätzen, ob ich Lima mag. Aber das Hektische und das ganze Durcheinander gefällt mir doch ziemlich gut. Chévere! Vielleicht, weil es ein bisschen zu mir passt. :)
Bis bald, ihr Lieben.
Chau chau,
Karo.
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