Hallihallo,
seitdem ich in Peru angekommen bin, hörte ich immer wieder "Zu Ostern muss man nach Ayacucho fahren". Zwar waren uns die Bustickets anfangs zu teuer, aber nachdem wir herausfanden, dass ALLE Fahrtpreise über Ostern in die Höhe schießen, dachten wir uns: wenn schon, denn schon!
Und was ist nun an Ostern in Ayacucho, dem kleinen Städtchen in den Bergen, so interessant?
Ich werde mich an einer kleinen Zusammenfassung versuchen.
Wegen der Berühmtheit fährt halb Peru über Ostern dorthin, die Stadt ist also voller voller Menschen. So voll, dass Schalfplatz knapp und teuer ist und Freunde von mir in einer Schule genächtigt haben.
Über die Ostertage finden viele viele Prozessionen statt. Freitagabend beispielsweise wurde eine Jesusfigur im Glassrag und eine Marienstatue durch die Stadt getragen (ich kann mir leider an dieser Stelle den Schneewittchenvergleich nicht verkneifen). Und Sonntagmorgen um fünf verlässt ein riesiges Schiff (so nenne ich es mangels eines besseren Begriffes) voller Kerzen, getragen von vielen vielen Männern, die Kathedrale. Auf der Spitze des Schiffes ragt symbolisch eine Jesusfigur hervor. Dieses Gefährt wird dann durch die Stadt getragen.
Auf der anderen Seite aber gibt es Stierläufe, ziemlich viele ziemlich betrunkene Leute, die menschliche Pyramiden bauen, an deren Spitze die Frauen ihr T-Shirt hochheben und bombastisches Feuerwerk.
Letzteres prägte die Nacht von Samstag auf Sonntag. Die wilden mehrere Meter hohen Konstruktionen erfreuten die Menschen (und erschreckten mich, da ich immer zu Angst hatte, dass sich Teile lösen und in die Menge fallen). Die junge Generation, die limeños und die vielen neugierigen Ausländer betranken sich, während tiefreligiöse ältere Menschen frierend am Rande der Plaza saßen und auf das "Schiff" warteten. Ein bisschen Widerspruch ist da schon verhanden. Auch, dass so viele Leute kommen und sich die katholischen Prozessionen anschauen, obwohl ihnen die Religion wenig oder gar nichts bedeutet.
Interessant war es auf jeden Fall sich all das einmal anzuschauen.
Außerdem haben wir noch die wunderschöne Landschaft um Ayacucho herum angeschaut, was auch ein Erlebnis für sich ist. Ach, ich habe mich wohl hoffnungslos in die Berge hier verliebt.
Wenn nur das Wetter nicht so unbeständig wäre. Tagsüber war es meistens ziemlich warm, und nachts hab ich mich mit Mütze, Schal und dicker Jacke gegen die Kälte gewappnet. Nichtsdestotrotz hat es Samstagnachmittag geregnet und die Temperaturen sanken auf ein Minimum. Nun, da haben wir eben stundenlang im Regen getanzt. Das war ziemlich großartig! :)
Ja, so war das in Ayacucho.
Zum Abschied dieses Posts einen kleinen Schwank:
Gestern hab ich mich mit einer Freundin getroffen. Wir saßen so nett rum und ich hab Eis gegessen, als ein Mädchel auf uns zukam und uns um Hilfe bat. Sie würde gleich ihre Mutter anrufen und ob meine Freundin dann mit ihr sprechen könnte und sagen, sie sei eine Freundin dieses Mädchens und dass die beiden nun zusammen essen gehen würden und dann auf ein Konzert. Sehr seltsam, offenbar handelte es sich da um ein nicht sonderlich von Vertrauen geprägtes Mutter-Tochter-Verhältnis.
Bis bald!
Karo
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Samstag, 14. April 2012
Samstag, 31. März 2012
ELO'S
Huhu,
manchmal gibt es Orte, die äußerlich rein gar nicht interessant scheinen, es aber dennoch zu ziemlicher Berühmtheit schaffen. So einer ist das Elo's. Deswegen dachte ich, es wäre mal an der Zeit, dass ich diesem Ort einen Blogeintrag widme.
Auch bekannt unter dem Namen el hueco (was literarisch übersetzt das Loch bedeutet und schon erste Vermutungen über diesen berühmt-berüchtigten Ort zulässt) handelt es sich um ein Restaurant, das gegenüber der Católica gelegen ist und abends als Kneipe fungiert. Obwohl Kneipe es nicht wirklich trifft. Genau genommen ist es ein karges Lokal, bestehend aus zwei mit einander verbundenen Räumen, ein paar Holzstühlen und -tische, einer Theke, an der es ungefähr zwei verschiedene Sorten Bier gibt, Sanitäranlagen, deren Zustand durchaus gewöhnungsbedürftigt sein kann und schlechten Lautsprechern. Aber eigentlich hört man die Musik eh selten. Abends, nach Unischluss, ist es dort immer ziemlich voll. Besonders freitags, denn da ist die Woche ja vorbei (es sei denn, man hat samstags Uni). Vorallem comunica-Leute trifft man dort. Und deren Affinität zu Spaß und Feierei hab ich ja schon erwähnt.
Gestern war ich auch dort. Gegen neun sind Willy und ich angekommen, da war der Schuppen schon gerammelt voll. Ein paar Freude waren schon da und hatten sich aus Stuhlmangel um einen Tisch gruppiert. Nach und nach kamen noch mehr bekannte Gesichter und je nach Gesprächspartner wanderte ich im Laufe des Abends durch den Raum. Mit der Zeit leerte sich das Elo's zwar ein bisschen, der Geräuschpegel ging aber nicht zurück. Zweimal gab es sogar eine kleine Schlägerei. Das gehört aber nicht unbedingt zur Tagesordnung und war nach zwei Minuten auch wieder vorbei und die Kontrahenten waren wieder beste Freunde. Nehmt das also nicht als Indiz für den ganzen Ort! Der Rest der Zeit verlief sehr friedlich, mit vielen Scherzen, Gelächter, lustigen Gesprächen und am Ende einigen torkelnden Gestalten.
Sehr lange bin ich gestern allerdings nicht geblieben. Immerhin hatte ich heute Uni. Und diagnóstico wird immer mehr mein Lieblingskurs. Deswegen hat er auch meine ungeteilte Aufmerksamkeit verdient und sollte nicht durch Müdigkeit beleidigt werden. :)
So, die Sonne scheint, ich mach mich auf den Weg nach draußen.
Bis bald, ihr Lieben.
Karo
manchmal gibt es Orte, die äußerlich rein gar nicht interessant scheinen, es aber dennoch zu ziemlicher Berühmtheit schaffen. So einer ist das Elo's. Deswegen dachte ich, es wäre mal an der Zeit, dass ich diesem Ort einen Blogeintrag widme.
Auch bekannt unter dem Namen el hueco (was literarisch übersetzt das Loch bedeutet und schon erste Vermutungen über diesen berühmt-berüchtigten Ort zulässt) handelt es sich um ein Restaurant, das gegenüber der Católica gelegen ist und abends als Kneipe fungiert. Obwohl Kneipe es nicht wirklich trifft. Genau genommen ist es ein karges Lokal, bestehend aus zwei mit einander verbundenen Räumen, ein paar Holzstühlen und -tische, einer Theke, an der es ungefähr zwei verschiedene Sorten Bier gibt, Sanitäranlagen, deren Zustand durchaus gewöhnungsbedürftigt sein kann und schlechten Lautsprechern. Aber eigentlich hört man die Musik eh selten. Abends, nach Unischluss, ist es dort immer ziemlich voll. Besonders freitags, denn da ist die Woche ja vorbei (es sei denn, man hat samstags Uni). Vorallem comunica-Leute trifft man dort. Und deren Affinität zu Spaß und Feierei hab ich ja schon erwähnt.
Gestern war ich auch dort. Gegen neun sind Willy und ich angekommen, da war der Schuppen schon gerammelt voll. Ein paar Freude waren schon da und hatten sich aus Stuhlmangel um einen Tisch gruppiert. Nach und nach kamen noch mehr bekannte Gesichter und je nach Gesprächspartner wanderte ich im Laufe des Abends durch den Raum. Mit der Zeit leerte sich das Elo's zwar ein bisschen, der Geräuschpegel ging aber nicht zurück. Zweimal gab es sogar eine kleine Schlägerei. Das gehört aber nicht unbedingt zur Tagesordnung und war nach zwei Minuten auch wieder vorbei und die Kontrahenten waren wieder beste Freunde. Nehmt das also nicht als Indiz für den ganzen Ort! Der Rest der Zeit verlief sehr friedlich, mit vielen Scherzen, Gelächter, lustigen Gesprächen und am Ende einigen torkelnden Gestalten.
Sehr lange bin ich gestern allerdings nicht geblieben. Immerhin hatte ich heute Uni. Und diagnóstico wird immer mehr mein Lieblingskurs. Deswegen hat er auch meine ungeteilte Aufmerksamkeit verdient und sollte nicht durch Müdigkeit beleidigt werden. :)
So, die Sonne scheint, ich mach mich auf den Weg nach draußen.
Bis bald, ihr Lieben.
Karo
Sonntag, 25. März 2012
Da waren's wieder sieben.
Hallihallo,
bei euch wurde heute die Zeit umgestellt. In Perú gibt es diese Angewohnheit nicht. Das führt nun leider dazu, dass es nun doch wieder sieben Stunden Zeitunterschied sind. Life's hard.
Außerdem hält das Leben hier manchmal ganz schöne Skurrilitäten bereit. Zumindest für mein ich-lebe-zwar-seit-mehr-als-sieben-Monaten-in-Perú-manches-überrascht-und/oder-amüsiert-mich-aber-immer-noch-Gefühl. In den letzten Tagen hab ich mal ein bisschen darauf geachtet und hier gibt es eine kleine Kollektion.
NUMERO 1: Meine profesora in Diagnóstico sprach kürzlich ganz offiziell von corrupción buena y mala, guter und schlechter Korruption. Sowas ist mir auf der anderen Seite des Teiches noch nicht begegnet...
NUMERO 2: Kürzlich waren wir mit einem Freund im Kino. Dieser Freund hat ein Auto und nach dem Kino musste er noch zur Bank. Was machten wir also? Wir fuhren zu einer Art Drive-In für Geldautomaten. Es ist ein bisschen wie eine Kombination aus McDonald's und Parkhaus. Du fährst an eine Säule, kurbelst das Fenster runter, schiebst die Karte in den Automaten und kurz später bekommst du dein Geld.
NUMERO 3: Letzten Freitagabend stand ich am paradero, einer Haltestelle, und wartete auf Freunde, die mich mit dem Taxi abholen wollten. Während ich da so stand und mir die Leute anschaute, rannte ein Mann plötzlich im Zickzack durch das Chaos des Abendverkehrs, sprang gekonnt durch das Fenster eines Wagens an der Kreuzung und das Auto brauste in Höchstgeschwindigkeit davon. Da wurde ich wohl Zeugin der letzten Phase eines Raubes.
NUMERO 4: Kurz darauf kamen meine Freunde und wir fuhren zu einer pollada. Das ist, kurz gesagt, eine Veranstaltung, auf der man Hühnchen isst und Bier trinkt. Das ist hier nicht nur sehr beliebt und üblich,sondern wird auch gern veranstaltet, um ein bisschen Geld einzunehmen. In diesem Fall war eine Freundin von Lucía die Organisatorin um damit ein bisschen die Schulden, die sie aufnehmen musste, um ihr Studium zu finanzieren, zu reduzieren. Die fiesta fand in einem Lokal statt, dass eigentlich nur aus einem einfachen, durch Laken begrenzten Raum bestand. Durch den Tresen wurde die Küche vom Gastraum getrennt. Es gab jede Menge Hühnchen, kühles Bier und natürlich Musik und tanzende Menschen. Immerhin sind wir in Perú. Das klingt jetzt vielleicht nicht so spektakulär, aber es war wirklich witzig. Zumal die comunica-Leute (da beziehe mich auf die Kommunikations-Fakultät der Católica) immer ziemlich witzig sind, sie scheinen das im Blute zu haben.
NUMERO 5: Ab und zu fahre ich mit micros, in denen es keinen Sonnenschutz mehr an der Windschutzscheibe gibt. Stattdessen klebt an der entsprechenden Stelle Zeitungspapier. Ist wahrscheinlich auch spannender, sich an der Ampel Fußballspieler und leicht bekleidete Frauen anzusehen, als das ursprüngliche Accesoire. :)
Ach, ich liebe Lima!
Verliebte Grüße von Karo
bei euch wurde heute die Zeit umgestellt. In Perú gibt es diese Angewohnheit nicht. Das führt nun leider dazu, dass es nun doch wieder sieben Stunden Zeitunterschied sind. Life's hard.
Außerdem hält das Leben hier manchmal ganz schöne Skurrilitäten bereit. Zumindest für mein ich-lebe-zwar-seit-mehr-als-sieben-Monaten-in-Perú-manches-überrascht-und/oder-amüsiert-mich-aber-immer-noch-Gefühl. In den letzten Tagen hab ich mal ein bisschen darauf geachtet und hier gibt es eine kleine Kollektion.
NUMERO 1: Meine profesora in Diagnóstico sprach kürzlich ganz offiziell von corrupción buena y mala, guter und schlechter Korruption. Sowas ist mir auf der anderen Seite des Teiches noch nicht begegnet...
NUMERO 2: Kürzlich waren wir mit einem Freund im Kino. Dieser Freund hat ein Auto und nach dem Kino musste er noch zur Bank. Was machten wir also? Wir fuhren zu einer Art Drive-In für Geldautomaten. Es ist ein bisschen wie eine Kombination aus McDonald's und Parkhaus. Du fährst an eine Säule, kurbelst das Fenster runter, schiebst die Karte in den Automaten und kurz später bekommst du dein Geld.
NUMERO 3: Letzten Freitagabend stand ich am paradero, einer Haltestelle, und wartete auf Freunde, die mich mit dem Taxi abholen wollten. Während ich da so stand und mir die Leute anschaute, rannte ein Mann plötzlich im Zickzack durch das Chaos des Abendverkehrs, sprang gekonnt durch das Fenster eines Wagens an der Kreuzung und das Auto brauste in Höchstgeschwindigkeit davon. Da wurde ich wohl Zeugin der letzten Phase eines Raubes.
NUMERO 4: Kurz darauf kamen meine Freunde und wir fuhren zu einer pollada. Das ist, kurz gesagt, eine Veranstaltung, auf der man Hühnchen isst und Bier trinkt. Das ist hier nicht nur sehr beliebt und üblich,sondern wird auch gern veranstaltet, um ein bisschen Geld einzunehmen. In diesem Fall war eine Freundin von Lucía die Organisatorin um damit ein bisschen die Schulden, die sie aufnehmen musste, um ihr Studium zu finanzieren, zu reduzieren. Die fiesta fand in einem Lokal statt, dass eigentlich nur aus einem einfachen, durch Laken begrenzten Raum bestand. Durch den Tresen wurde die Küche vom Gastraum getrennt. Es gab jede Menge Hühnchen, kühles Bier und natürlich Musik und tanzende Menschen. Immerhin sind wir in Perú. Das klingt jetzt vielleicht nicht so spektakulär, aber es war wirklich witzig. Zumal die comunica-Leute (da beziehe mich auf die Kommunikations-Fakultät der Católica) immer ziemlich witzig sind, sie scheinen das im Blute zu haben.
NUMERO 5: Ab und zu fahre ich mit micros, in denen es keinen Sonnenschutz mehr an der Windschutzscheibe gibt. Stattdessen klebt an der entsprechenden Stelle Zeitungspapier. Ist wahrscheinlich auch spannender, sich an der Ampel Fußballspieler und leicht bekleidete Frauen anzusehen, als das ursprüngliche Accesoire. :)
Ach, ich liebe Lima!
Verliebte Grüße von Karo
Donnerstag, 15. Dezember 2011
Chile1: 01. bis 05. 12 oder Wie Chile und Lettland zusammentrafen
Ich bin wieder zurück in Lima. Es war wundervoll in Chile!
Der Übersichtlichkeit halber habe ich beschlossen, meinen Bericht in drei Teilen zu schreiben.
Beginnen wir also am Anfang.
Am 1. Dezember bin ich nach Santiago gefahren. Gegen Mitternacht kam ich in der Hauptstadt Chiles an. Ziemlich gerädert wegen des Fluges und müde wegen der Zeitverschiebung (zwei Stunden näher an der mitteleuropäischen Zeit). Bei Verlassen des High-Security-Bereichs des Flughafens kam gleich ein Taxifahrer auf mich zugesprungen. Wir verhandelten noch kurz über den Preis: 12.000 Chilenische Pesos. Etwa 18 Euro. Viel teurer als in Perú. Aber da war ich schon vorgewarnt wurden. Außerdem haben mich meine peruanischen Freunde und Bekannten gern gefragt, was ich denn bitte in Chile wolle. Es gibt nämlich einen kleinen Konflikt zwischen den beiden Ländern, der daher rührt, dass beide Anspruch auf bestimmte Gebiete erheben. Nun, in Chile ging das dann auch andersherum weiter: der (sehr schwatzhafte) taxista fragte mich, ob ich denn einen peruanischen Freund habe. Auf mein Verneinen legte er mir ausführlich dar, dass es auch viel besser wäre einen Chilenen zu nehmen. Ahhh jaaa…
Nun, irgendwann kam ich im Eco Hostal an, wo Annika, die bereits nachmittags aus Argentinien angekommen war, auf mich wartete. Juhuuu! :) Das Hostel ist sehr schön mit zwei Patios und hohen Decken. Allerdings war es ein bisschen übervölkert von Deutschen. Dass die aber auch immer soviel reisen müssen! :)
In den nächsten zwei Tagen haben wir Santiago erkundet. Die Stadt hat einen viel europäischeren Touch als Lima. Unter anderem verläuft der Verkehr einigermaßen geordnet, es gibt kaum Straßenverkäufer und viel mehr Cafés. Wir sind auf Aussichtspunkte gekraxelt, haben die Sonne genossen, sind die Straßen entlanggeschlendert, haben Kaffee und Saft getrunken und sind an dem einen oder anderen Stand mit Ohrringen hängen geblieben …
Und auf der Plaza de Armas kamen zwei Mädchen auf uns zu: sie hätten da dieses Uniprojekt, ob wir ihnen helfen könnten. Sie würden uns einen Begriff nennen und wir sollten den mithilfe eines Kissens darstellen und sie würden derweil ein Foto machen. Nun, da haben wir doch gern mitgemacht. Der Begriff war Schwiegermutter. Habe ich also so getan, als sei das Kissen eine stereotypische Schwiegermutter und es mit der einen Hand möglichst weit weggehalten und mit der anderen, begleitet von einem skeptischen Blick, ein bisschen zu mir herangezogen. Hahaha. Das eigentlich famose an dieser Begegnung war, dass eines der beiden Mädchen aus Lettland kam und gerade ein Auslandsjahr in Santiago macht (falls nicht schon bekannt: ich hab nach der Schule einen 10-monatigen Freiwilligendienst in dem kleinen baltischen Land gemacht). Hach, da hab ich mich aber gefreut, auch wenn mein Lettisch so eingerostet ist, dass ich nur ein paar Wörter gestammelt habe und wir uns doch auf Spanisch unterhalten haben. :)
Nach diesen zwei Tagen ging es nach Süden. Das Schwierige an Chile ist nämlich, dass es ziemlich lang und dünn ist (wenn man mir diesen geografisch inkorrekten Ausdruck erlaube) und Santiago etwa in der Mitte liegt. Norden oder Süden war also die Frage. Nun, unsere Entscheidung habe ich ja schon erwähnt.
10 Stunden sind wir nach Valdivia mit dem Bus gefahren (tendenziell bequemer als in Perú). Dort angekommen musste ich mich erstmal an die Landschaft gewöhnen. Es sah nämlich ein bisschen so aus wie ich mich an Schweden erinnere. Niedliche Häuschen, ein Fluss und viel üppige grüne Natur. Zwei Tage sind wir geblieben, sind durch die Stadt gelaufen (eine ehemalige deutsche Kolonie), haben Seelöwen im Fluss bewundert, waren in einem Museum für moderne Kunst und sind zu einer Brauerei in der Nähe gefahren. Kunstmann heißt diese und wurde von einem Deutschen gegründet. Es hieß, dass man dort eines der besten Biere Südamerikas bekomme. Also haben wir uns zum Mittag zwei Krüge Bier bestellt, eine Curry-Wurst und en Stück Sacher-Torte. (Keine Sorge, solches Verhalten haben wir nicht immer an den Tag gelegt.) Ein bisschen anders war alles: das Bier ein bisschen wässrig (ich glaub, ich mag das peruanische tendenziell mehr), die Curry-Wurst hatte eine andere Konsistenz und die Sacher-Torte, hm, die war ziemlich lecker. :)
Abschließend damit ließen wir Valdivia hinter und stiegen in einem Bus nach Puerto Montt. Doch davon mehr im nächsten Post.
Ich hoffe ihr habt alle eine schöne Adventszeit, backt fleißig Plätzchen und seid noch nicht genervt vom Weihnachtsgeblinke in den Fenster, Supermärkten und Kaufhäusern.Hier scheint die Sonne ...
Bis ganz bald. Ich denke an euch.
Karo
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