Ich bin wieder zurück in Lima. Es war wundervoll in Chile!
Der Übersichtlichkeit halber habe ich beschlossen, meinen Bericht in drei Teilen zu schreiben.
Beginnen wir also am Anfang.
Am 1. Dezember bin ich nach Santiago gefahren. Gegen Mitternacht kam ich in der Hauptstadt Chiles an. Ziemlich gerädert wegen des Fluges und müde wegen der Zeitverschiebung (zwei Stunden näher an der mitteleuropäischen Zeit). Bei Verlassen des High-Security-Bereichs des Flughafens kam gleich ein Taxifahrer auf mich zugesprungen. Wir verhandelten noch kurz über den Preis: 12.000 Chilenische Pesos. Etwa 18 Euro. Viel teurer als in Perú. Aber da war ich schon vorgewarnt wurden. Außerdem haben mich meine peruanischen Freunde und Bekannten gern gefragt, was ich denn bitte in Chile wolle. Es gibt nämlich einen kleinen Konflikt zwischen den beiden Ländern, der daher rührt, dass beide Anspruch auf bestimmte Gebiete erheben. Nun, in Chile ging das dann auch andersherum weiter: der (sehr schwatzhafte) taxista fragte mich, ob ich denn einen peruanischen Freund habe. Auf mein Verneinen legte er mir ausführlich dar, dass es auch viel besser wäre einen Chilenen zu nehmen. Ahhh jaaa…
Nun, irgendwann kam ich im Eco Hostal an, wo Annika, die bereits nachmittags aus Argentinien angekommen war, auf mich wartete. Juhuuu! :) Das Hostel ist sehr schön mit zwei Patios und hohen Decken. Allerdings war es ein bisschen übervölkert von Deutschen. Dass die aber auch immer soviel reisen müssen! :)
In den nächsten zwei Tagen haben wir Santiago erkundet. Die Stadt hat einen viel europäischeren Touch als Lima. Unter anderem verläuft der Verkehr einigermaßen geordnet, es gibt kaum Straßenverkäufer und viel mehr Cafés. Wir sind auf Aussichtspunkte gekraxelt, haben die Sonne genossen, sind die Straßen entlanggeschlendert, haben Kaffee und Saft getrunken und sind an dem einen oder anderen Stand mit Ohrringen hängen geblieben …
Und auf der Plaza de Armas kamen zwei Mädchen auf uns zu: sie hätten da dieses Uniprojekt, ob wir ihnen helfen könnten. Sie würden uns einen Begriff nennen und wir sollten den mithilfe eines Kissens darstellen und sie würden derweil ein Foto machen. Nun, da haben wir doch gern mitgemacht. Der Begriff war Schwiegermutter. Habe ich also so getan, als sei das Kissen eine stereotypische Schwiegermutter und es mit der einen Hand möglichst weit weggehalten und mit der anderen, begleitet von einem skeptischen Blick, ein bisschen zu mir herangezogen. Hahaha. Das eigentlich famose an dieser Begegnung war, dass eines der beiden Mädchen aus Lettland kam und gerade ein Auslandsjahr in Santiago macht (falls nicht schon bekannt: ich hab nach der Schule einen 10-monatigen Freiwilligendienst in dem kleinen baltischen Land gemacht). Hach, da hab ich mich aber gefreut, auch wenn mein Lettisch so eingerostet ist, dass ich nur ein paar Wörter gestammelt habe und wir uns doch auf Spanisch unterhalten haben. :)
Nach diesen zwei Tagen ging es nach Süden. Das Schwierige an Chile ist nämlich, dass es ziemlich lang und dünn ist (wenn man mir diesen geografisch inkorrekten Ausdruck erlaube) und Santiago etwa in der Mitte liegt. Norden oder Süden war also die Frage. Nun, unsere Entscheidung habe ich ja schon erwähnt.
10 Stunden sind wir nach Valdivia mit dem Bus gefahren (tendenziell bequemer als in Perú). Dort angekommen musste ich mich erstmal an die Landschaft gewöhnen. Es sah nämlich ein bisschen so aus wie ich mich an Schweden erinnere. Niedliche Häuschen, ein Fluss und viel üppige grüne Natur. Zwei Tage sind wir geblieben, sind durch die Stadt gelaufen (eine ehemalige deutsche Kolonie), haben Seelöwen im Fluss bewundert, waren in einem Museum für moderne Kunst und sind zu einer Brauerei in der Nähe gefahren. Kunstmann heißt diese und wurde von einem Deutschen gegründet. Es hieß, dass man dort eines der besten Biere Südamerikas bekomme. Also haben wir uns zum Mittag zwei Krüge Bier bestellt, eine Curry-Wurst und en Stück Sacher-Torte. (Keine Sorge, solches Verhalten haben wir nicht immer an den Tag gelegt.) Ein bisschen anders war alles: das Bier ein bisschen wässrig (ich glaub, ich mag das peruanische tendenziell mehr), die Curry-Wurst hatte eine andere Konsistenz und die Sacher-Torte, hm, die war ziemlich lecker. :)
Abschließend damit ließen wir Valdivia hinter und stiegen in einem Bus nach Puerto Montt. Doch davon mehr im nächsten Post.
Ich hoffe ihr habt alle eine schöne Adventszeit, backt fleißig Plätzchen und seid noch nicht genervt vom Weihnachtsgeblinke in den Fenster, Supermärkten und Kaufhäusern.Hier scheint die Sonne ...
Bis ganz bald. Ich denke an euch.
Karo