Einen guten Abend!
Meine parciales, die Halbtermprüfungen, stehen vor der Tür und ich dachte, es wird mal Zeit für ein kleines Update zu meinen Kursen.
In Taller de Imagen Publicitaria knipsen wir in den prácticas fröhlich Fotos. Naja, ganz so ist es doch nicht. Vorher müssen wir zu bestimmten determinierten Themen (Zeit, Reisen, Unterschiede...) Konzepte entwickeln und dabei den Einsatz von Licht, Farben, Formensprache und Bildausschnitt beachten. Manchmal kann es ganz schön frustrieren, wenn das Foto nicht so wird, wie man es sich vorgestellt hat. Manchmal entdecke ich aber auch während des Fotografierens neue Ideen und dann bin ich am Ende glücklicher als vorher. Auf jeden Fall lerne ich eine Menge dabei. :)
In der zugehörigen clase steht die theoretische Konzeption von Werbefotografien im Vordergrund.
Diagnóstico ist nicht nur mein Lieblingskurs, sondern immer mehr auch der schwerste. Inzwischen haben wir unser Projekt. Es heißt Centro de Educación Técnico Productiva promovido por Urpichalla und liegt nahe der Stadt Huaraz, in den Bergen nördlich von Lima. Es hat sich zwei Hauptziele gesetzt: den Jugendlichen helfen eine Arbeit zu finden und die andine Kultur zu fördern. Bisher erstellen wir in Gruppenarbeit eine erste Analyse des Projektes, seiner Rahmenbedingungen und der Probleme inhaltlicher und kommunikativer Art. In etwa zwei Wochen werden wir dorthin fahren und vor Ort Interviews und Beobachtungen durchführen.
In Literatura y Cine lesen wir (mitunter sehr komplizierte) Texte über Adaptationen, Einflüße des Kinos in der Literatur und umgekehrt, schauen Filme und lesen die dazugehörigen Texte und diskutieren verschiedene Ebenen der Wechselwirkungen. Der Kurs ist auf jeden Fall sehr spannend, aber manchmal merke ich halt doch, dass ich nicht Literatur studiere und mir daher der eine oder andere theoretische Hintergrund fehlt.
Die Professorin dieses Kurses ist übrigens eine relativ bekannte peruanische Drehbuchautorin.
In Historia del Cine schauen wir größtenteils Filme (was Mittwochmorgen mitunter zu schlafenden Studierenden führt) und sind inzwischen im Jahr 1916 angelangt. Es ist ziemlich interessant zu verfolgen, wie sich Technik und Inhalt in den ersten Jahren rapide weiterentwickelt haben. 1895 waren es nur Aufnahmen von Arbeitern, die eine Fabrik verlassen oder die Ankunft eines Zuges und 1916 kam mit Hell's Hinge der erste Western auf den Markt.
Aus diesem Kurs hab ich mich offiziell aus Stress- und Zeitgründen exmatrikuliert, gehe aber dennoch weiter hin, weil er mir gefällt.
Die vier Hübschen halten mich ganz schön auf Trab. Wenn die parciales vorbei sind, mache ich erstmal drei Kreuze.
Ansonsten gibt es nichts spektakulär Neues. Am Wochenende hab ich das Bett gehütet, weil die Grippe mich heimgesucht hat. Inzwischen hab ich sie glücklicherweise vor die Tür setzen können. Hoffentlich bleibt sie da.
In dem Sinne: gutes Nacht.
Karo




