Posts mit dem Label examen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label examen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 24. April 2012

Kurz vor halb

Einen guten Abend!
Meine parciales, die Halbtermprüfungen, stehen vor der Tür und ich dachte, es wird mal Zeit für ein kleines Update zu meinen Kursen.

In Taller de Imagen Publicitaria knipsen wir in den prácticas fröhlich Fotos. Naja, ganz so ist es doch nicht. Vorher müssen wir zu bestimmten determinierten Themen (Zeit, Reisen, Unterschiede...) Konzepte entwickeln und dabei den Einsatz von Licht, Farben, Formensprache und Bildausschnitt beachten. Manchmal kann es ganz schön frustrieren, wenn das Foto nicht so wird, wie man es sich vorgestellt hat. Manchmal entdecke ich aber auch während des Fotografierens neue Ideen und dann bin ich am Ende glücklicher als vorher. Auf jeden Fall lerne ich eine Menge dabei. :)
In der zugehörigen clase steht die theoretische Konzeption von Werbefotografien im Vordergrund.

Diagnóstico ist nicht nur mein Lieblingskurs, sondern immer mehr auch der schwerste. Inzwischen haben wir unser Projekt. Es heißt Centro de Educación Técnico Productiva promovido por Urpichalla und liegt nahe der Stadt Huaraz, in den Bergen nördlich von Lima. Es hat sich zwei Hauptziele gesetzt: den Jugendlichen helfen eine Arbeit zu finden und die andine Kultur zu fördern. Bisher erstellen wir in Gruppenarbeit eine erste Analyse des Projektes, seiner Rahmenbedingungen und der Probleme inhaltlicher und kommunikativer Art. In etwa zwei Wochen werden wir dorthin fahren und vor Ort Interviews und Beobachtungen durchführen.

In Literatura y Cine lesen wir (mitunter sehr komplizierte) Texte über Adaptationen, Einflüße des Kinos in der Literatur und umgekehrt, schauen Filme und lesen die dazugehörigen Texte und diskutieren verschiedene Ebenen der Wechselwirkungen. Der Kurs ist auf jeden Fall sehr spannend, aber manchmal merke ich halt doch, dass ich nicht Literatur studiere und mir daher der eine oder andere theoretische Hintergrund fehlt.
Die Professorin dieses Kurses ist übrigens eine relativ bekannte peruanische Drehbuchautorin.

In Historia del Cine schauen wir größtenteils Filme (was Mittwochmorgen mitunter zu schlafenden Studierenden führt) und sind inzwischen im Jahr 1916 angelangt. Es ist ziemlich interessant zu verfolgen, wie sich Technik und Inhalt in den ersten Jahren rapide weiterentwickelt haben. 1895 waren es nur Aufnahmen von Arbeitern, die eine Fabrik verlassen oder die Ankunft eines Zuges und 1916 kam mit Hell's Hinge der erste Western auf den Markt.
Aus diesem Kurs hab ich mich offiziell aus Stress- und Zeitgründen exmatrikuliert, gehe aber dennoch weiter hin, weil er mir gefällt. 

Die vier Hübschen halten mich ganz schön auf Trab. Wenn die parciales vorbei sind, mache ich erstmal drei Kreuze.

Ansonsten gibt es nichts spektakulär Neues. Am Wochenende hab ich das Bett gehütet, weil die Grippe mich heimgesucht hat. Inzwischen hab ich sie glücklicherweise vor die Tür setzen können. Hoffentlich bleibt sie da.

In dem Sinne: gutes Nacht.
Karo

Donnerstag, 29. September 2011

Einmal Mond und zurück

Der letzte Donnerstag begann für mich sehr früh. Es fühlte sich noch früher an, weil ich wegen einer Intercambio Party am Vortag nicht eben viel geschlafen hatte; und weil ich mich noch nicht ganz an das hiesige System von AM und PM gewöhnt hab, hab ich auch glatt meinen Wecker auf 12 Stunden später gestellt. Naja, etwas verspätet kamen Sarah und ich also am Busbahnhof des Unternehmens Soyuz an, kauften unser Ticket und fünf Minuten später saßen wir im Bus. Das ist hier echt faszinierend, dass selbst Überlandbusse mit längeren Distanzen manchmal alle paar Minuten abfahren.
Vier Stunden später waren wir in Pisco. Nein, nicht ganz. An der Cruce Pisco. Pisco ist ein Städtchen am Pazifik, nach dem auch der berühmte Schnaps benannt ist. Blöd nur, dass es nicht direkt an der Via Panamericana liegt, die unser Bus nicht verlassen wollte. Das ist eine ziemlich gut ausgebaute und stark frequentierte Straße, die von Alaska nach Patagonien führt.
Da standen wir also an der Kreuzung nach Pisco. Viel Zeit uns zu orientieren, blieb allerdings nicht, denn schon während des Verlassens des Busses, wurden uns drei Taxis angeboten. Nach ein bisschen Verhandeln, brachte uns der Fahrer eines der Gefährte in das Dörfchen Paracas, dem eigentlichen Ziel unserer Reise. Dort gibt es eine Halbinsel mit einem Nationalpark, wie man an dem Bäumchen dieser künstlerisch anspruchsvollen Karte entnehmen kann (Entschuldigung, Kiki & Sina)



Dort stellte ich zu meinem Leidwesen fest, dass ich meine Sonnenbrille vergessen hatte. Denn wie immer, wenn ich Lima bisher verlassen habe, schien die Sonne. Dann machten wir uns auf die Suche nach einem Reisebüro, um uns eine Tour durch den Parque Nacional de Paracas zu organisieren. Das, welches unser treuer Freund, der Lonely Planet, vorschlug, fanden wir leider nicht. Dafür vermittelte uns ein Polizist an einen Kumpel. So läuft das hier: wenn du nicht weiter weißt, fragst du einen Polizisten. Auch, wenn du auf der Suche nach einer Straße bist. Sehr kurios. 
Mit dem besagten Freund handelten wir dann die Konditionen für eine Autofahrt durch besagten Park und anschließenden Rücktransport zur Panamericana aus.
Und los ging es also. Ich erwartete grüne Bäume, seltene Pflänzchen und scheue Tiere. Stattdessen bot sich uns aber ein etwas anderer Blick, der eher an Mond als an Wald erinnerte. Sand über Sand über Sand: der Nationalpark war vor vielen Millionen Jahren von Meer bedeckt. So gibt es dort Fossilienablagerungen und für alle Zeit in den Sand gebannte Wellenbewegungen. Und all das auf einer so weiten Weite, dass man sich ein bisschen wie auf dem Mond fühlt. Wegen des Salzes wächst natürlich auch kein einziges Blatt. Der Sand hat verschiedene Farben; ein roter Strand, gelbe Felsen und dazu das blaue Meer und der Postkartenkitsch ist perfekt. Aber so Sarah, irgendwoher muss ja einmal die Inspiration gekommen sein. 
Übrigens sind auch hier die Folgen des Erdbebens, dass ich in meinem letzten Eintrag angerissen habe, zu sehen. Bis 2007 gab es einen Felsen, den man wegen seiner Form Kathedrale nannte. Leider fehlt der Kathedrale nun der Bogen…
Genuss der Aussicht

Nichts als Wüste.

Tiefblaues Meer

Kitsch
Beeindruckend war er, der Park! Deswegen hatte ich auch kein Problem, am selben Tag nach Lima zurückzufahren. Auch wenn wir dadurch insgesamt acht Stunden im Bus saßen. Hinzu kam die Autofahrt durch den Park. Und die drei Taxis. Ai. :)
Gegen elf Uhr abends waren wir dann wieder in Lima, sonnengetankt für die nächsten Tage. 
Aber, oh Wunder, in den letzten Tagen hat die weißlich-graue tatsächlich Sonne durchgelassen! Zunehmend wird es auch wärmer; ich friere nicht mehr, wenn ich das Haus mal ohne Jacke verlasse. Es scheint also, dass der Winter allmählich vorübergeht. Juchei!
Nächste Woche hab ich examen parcial in Comunicación Intercultural, in der darauffolgenden in Cine. Für ersteres muss ich wieder ein Haufen Text lesen, für das zweite eine Filmanalyse schreiben. Ich bin fleißig am Werkeln und auch wenn Sarah und ich heute Abend nach Trujillo fahren, werden mich meine Texte begleiten.

Ich melde mich also, wenn wir wieder da sind.
Euch ein schönes Herbstwochenende.

Liebe Grüße,
Karo