... er ist wieder da. Der Nieselregen, der mich schon im August bei meiner Ankunft begrüßte.
Als ich heute gegen 22 Uhr nach Hause kam (Mittwoch bin ich mit 8 Stunden Uni ganz gut beschäftigt), wollte ich endlich meine Wäsche aufhängen. Tja, leider setzte aber just dieses Gefissel ein, als ich die casa betrat. Nun kann ich nur hoffen, dass mich morgen die Sonne tagsüber nicht im Stich lässt.
Von dieser kleinen Bagatelle abgesehen, geht es mir sehr gut. Meine Reise nach Huaraz war ein voller Erfolg und ich hab bei unserem kleinen Forschungsprojekt ganz schön viel gelernt (dazu gibt es bald einen eigenen Eintrag). Die Uni hält mich weiterhin gut auf Trab - und das, obwohl die parciales doch gerade um sind. Fast jeden Tag hab ich Gruppentreffen, muss Texte lesen oder Präsentationen vorbereiten. Und weil ich auch ab und an gerne etwas mit meinen Freunden und Mitbewohnern mache, hab ich ein ausgefülltes, glückliches Leben. Juchei!
Bald gibt es wieder mehr von mir zu lesen.
Buenas noches.
Karo
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Mittwoch, 16. Mai 2012
Dienstag, 24. April 2012
Kurz vor halb
Einen guten Abend!
Meine parciales, die Halbtermprüfungen, stehen vor der Tür und ich dachte, es wird mal Zeit für ein kleines Update zu meinen Kursen.
In Taller de Imagen Publicitaria knipsen wir in den prácticas fröhlich Fotos. Naja, ganz so ist es doch nicht. Vorher müssen wir zu bestimmten determinierten Themen (Zeit, Reisen, Unterschiede...) Konzepte entwickeln und dabei den Einsatz von Licht, Farben, Formensprache und Bildausschnitt beachten. Manchmal kann es ganz schön frustrieren, wenn das Foto nicht so wird, wie man es sich vorgestellt hat. Manchmal entdecke ich aber auch während des Fotografierens neue Ideen und dann bin ich am Ende glücklicher als vorher. Auf jeden Fall lerne ich eine Menge dabei. :)
In der zugehörigen clase steht die theoretische Konzeption von Werbefotografien im Vordergrund.
Diagnóstico ist nicht nur mein Lieblingskurs, sondern immer mehr auch der schwerste. Inzwischen haben wir unser Projekt. Es heißt Centro de Educación Técnico Productiva promovido por Urpichalla und liegt nahe der Stadt Huaraz, in den Bergen nördlich von Lima. Es hat sich zwei Hauptziele gesetzt: den Jugendlichen helfen eine Arbeit zu finden und die andine Kultur zu fördern. Bisher erstellen wir in Gruppenarbeit eine erste Analyse des Projektes, seiner Rahmenbedingungen und der Probleme inhaltlicher und kommunikativer Art. In etwa zwei Wochen werden wir dorthin fahren und vor Ort Interviews und Beobachtungen durchführen.
In Literatura y Cine lesen wir (mitunter sehr komplizierte) Texte über Adaptationen, Einflüße des Kinos in der Literatur und umgekehrt, schauen Filme und lesen die dazugehörigen Texte und diskutieren verschiedene Ebenen der Wechselwirkungen. Der Kurs ist auf jeden Fall sehr spannend, aber manchmal merke ich halt doch, dass ich nicht Literatur studiere und mir daher der eine oder andere theoretische Hintergrund fehlt.
Die Professorin dieses Kurses ist übrigens eine relativ bekannte peruanische Drehbuchautorin.
In Historia del Cine schauen wir größtenteils Filme (was Mittwochmorgen mitunter zu schlafenden Studierenden führt) und sind inzwischen im Jahr 1916 angelangt. Es ist ziemlich interessant zu verfolgen, wie sich Technik und Inhalt in den ersten Jahren rapide weiterentwickelt haben. 1895 waren es nur Aufnahmen von Arbeitern, die eine Fabrik verlassen oder die Ankunft eines Zuges und 1916 kam mit Hell's Hinge der erste Western auf den Markt.
Aus diesem Kurs hab ich mich offiziell aus Stress- und Zeitgründen exmatrikuliert, gehe aber dennoch weiter hin, weil er mir gefällt.
Die vier Hübschen halten mich ganz schön auf Trab. Wenn die parciales vorbei sind, mache ich erstmal drei Kreuze.
Ansonsten gibt es nichts spektakulär Neues. Am Wochenende hab ich das Bett gehütet, weil die Grippe mich heimgesucht hat. Inzwischen hab ich sie glücklicherweise vor die Tür setzen können. Hoffentlich bleibt sie da.
In dem Sinne: gutes Nacht.
Karo
Montag, 12. September 2011
Wenn kulinarische Begegnungen weniger schön sind
Buenas tardes amigas y amigos,
da sitze ich hier in meinen Zimmerchen, höre Musik und trinke einen Tee. Denn nach dem Wochenende scheint es mit Sonne erst einmal vorbei zu sein.
Der heutige Montag fing ganz wunderbar an: mit einer Lektürekontrolle in Comunicación Intercultural. Ich hab also fast den ganzen Sonntag mit dem Lesen spanischer Texte verbracht (deswegen konnte ich leider Pattis Geburtstag nicht gebührend begehen). Bis 12 Uhr nachts habe ich gelesen und übersetzt. Irgendwann konnte ich nicht mehr. Für die eine oder andere Seite hab ich eine halbe Stunde gebraucht und war dann doch nicht sicher, ob ich den Inhalt richtig aufgefasst hab... Aber als Lucía mitteilte, dass sie um 11 erst angefangen hat und ich rausfand, dass die ganze Kontrolle höchstens 10% zählt, hab ich mir nicht mehr so viele Sorgen gemacht.
Es war letztendlich auch nicht so schlimm. Zwar ist meine Ausdrucksfähigkeit nach wie vor sehr limitiert, aber zumindest wusste ich bei jeder Frage, worauf sie in etwa abzielt.
Danach ging es auf zur Mistura mit Sarah, Patti, Zsara und Willy. Die Mistura ist eine grooooße Essensmesse, die mehrere Tage geht und einen immensen Zuspruch hat. Wir haben unsere Tickets gerade noch rechtzeitig erstanden, bevor es keine mehr gab.
Besonders beeindruckend fand ich die Riesenauswahl an Früchten und Kartoffeln, von denen einige arg exotisch aussahen. Vieles stammt aus dem Regenwald und ist auch den Peruanern nicht geläufig. Sehr lecker war ein Eis aus einer Frucht, deren Namen ich leider nicht wiedergeben kann. Spannend sehen auch die Kartoffeln mit bläulicher Färbung aus, die Patti und Zsara ergattert haben.
Weniger schön war eine andere Begegnung: völlig unverhofft fand ich mich in Angesicht zu Angesicht mit cuy wieder, ein typisches peruanisches Gericht. Cuy ist Meerschwein. Totes Meerschwein. Flach gedrückt und gebacken oder frittiert. Als Sarah dann noch von halbierten asiatischen Ratten erzählte, wurde mir spontan so übel, dass ich schnellstens den Schauplatz verlassen musste. Nein, ich glaube, cuy werde ich nicht probieren, obwohl ich sonst ja sehr offen bin, was kulinarische Abenteuer betrifft.
Für die Mistura haben Zsara und ich unseren montäglichen Sport-Kurs sausen lassen. Naja, wir werden es verkraften. Nach vielem Überlegen mache ich den nun doch weiter. Zwar werden Aerobic und ich wohl nie auch nur Bekannte, aber der Besuch ist jedes Mal sehr amüsant. Nicht zuletzt weil Lachkrämpfe auf der Tagesordnung stehen, wir übertrieben oft als „soooo funny“ bezeichnet werden und eine Peruanerin mir beim letzten Mal erklärt hat, dass ich gar nichts dafür könne, dass ich so schlecht bei Aerobic tanze – ich sei eben Europäerin. Ah ja.
Nun mache ich mich gleich auf den Weg zur Católica. Dort treffe ich mich mit Sarah um in den Cineclub zu gehen. Den haben wir letzte Woche schon entdeckt und Fahrenheit 451 gesehen. Heute läuft Mr. Butterfly. Hoffentlich klappt das. Denn der Film läuft im Auditorium der Bib, in die man nur mit Studentenausweis kommt. Den hat Sarah ja leider nicht.
Allein schon ihr Besuch auf dem Campus gestaltet sich als ein wenig schwierig. Wir müssen nämlich jedes Mal zum Besucherschalter, ich muss dort meinen Ausweis hinterlegen (denn ich studiere ja dort) und dann darf sie das Heiligtum betreten. Es mutet schon ab und an etwas übertrieben an, das Sicherheitsbedürfnis.
Allein schon ihr Besuch auf dem Campus gestaltet sich als ein wenig schwierig. Wir müssen nämlich jedes Mal zum Besucherschalter, ich muss dort meinen Ausweis hinterlegen (denn ich studiere ja dort) und dann darf sie das Heiligtum betreten. Es mutet schon ab und an etwas übertrieben an, das Sicherheitsbedürfnis.
Zum Abschluss: ich hab mir vorgenommen, ab und zu einen kleinen Exkurs über meine Wahrnehmung bestimmter Aspekte oder über bestimmte Themen zu schreiben, z.B. das Essen, Busfahren, mehr über meine Kurse und die Uni etc. Zwar erfahrt ihr darüber auch viel aus meinen Erzählungen über das Tagesgeschehen, aber das beleuchtet ja mitunter nur einen winzigen Ausschnitt. Mal sehen also, womit ich anfange. :)
Liebe Grüße,
Karo
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