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Montag, 12. September 2011

Wenn kulinarische Begegnungen weniger schön sind

Buenas tardes amigas y amigos,

da sitze ich hier in meinen Zimmerchen, höre Musik und trinke einen Tee. Denn nach dem Wochenende scheint es mit Sonne erst einmal vorbei zu sein.

Der heutige Montag fing ganz wunderbar an: mit einer Lektürekontrolle in Comunicación Intercultural. Ich hab also fast den ganzen Sonntag mit dem Lesen spanischer Texte verbracht (deswegen konnte ich leider Pattis Geburtstag nicht gebührend begehen). Bis 12 Uhr nachts habe ich gelesen und übersetzt. Irgendwann konnte ich nicht mehr. Für die eine oder andere Seite hab ich eine halbe Stunde gebraucht und war dann doch nicht sicher, ob ich den Inhalt richtig aufgefasst hab... Aber als Lucía mitteilte, dass sie um 11 erst angefangen hat und ich rausfand, dass die ganze Kontrolle höchstens 10% zählt, hab ich mir nicht mehr so viele Sorgen gemacht.
Es war letztendlich auch nicht so schlimm. Zwar ist meine Ausdrucksfähigkeit nach wie vor sehr limitiert, aber zumindest wusste ich bei jeder Frage, worauf sie in etwa abzielt.

Danach ging es auf zur Mistura mit Sarah, Patti, Zsara und Willy. Die Mistura ist eine grooooße Essensmesse, die mehrere Tage geht und einen immensen Zuspruch hat. Wir haben unsere Tickets gerade noch rechtzeitig erstanden, bevor es keine mehr gab.
Besonders beeindruckend fand ich die Riesenauswahl an Früchten und Kartoffeln, von denen einige arg exotisch aussahen. Vieles stammt aus dem Regenwald und ist auch den Peruanern nicht geläufig. Sehr lecker war ein Eis aus einer Frucht, deren Namen ich leider nicht wiedergeben kann. Spannend sehen auch die Kartoffeln mit bläulicher Färbung aus, die Patti und Zsara ergattert haben.
Weniger schön war eine andere Begegnung: völlig unverhofft fand ich mich in Angesicht zu Angesicht mit cuy wieder, ein typisches peruanisches Gericht. Cuy ist Meerschwein. Totes Meerschwein. Flach gedrückt und gebacken oder frittiert. Als Sarah dann noch von halbierten asiatischen Ratten erzählte, wurde mir spontan so übel, dass ich schnellstens den Schauplatz verlassen musste. Nein, ich glaube, cuy werde ich nicht probieren, obwohl ich sonst ja sehr offen bin, was kulinarische Abenteuer betrifft.

Für die Mistura haben Zsara und ich unseren montäglichen Sport-Kurs sausen lassen. Naja, wir werden es verkraften. Nach vielem Überlegen mache ich den nun doch weiter. Zwar werden Aerobic und ich wohl nie auch nur Bekannte, aber der Besuch ist jedes Mal sehr amüsant. Nicht zuletzt weil Lachkrämpfe auf der Tagesordnung stehen, wir übertrieben oft als „soooo funny“ bezeichnet werden und eine Peruanerin mir beim letzten Mal erklärt hat, dass ich gar nichts dafür könne, dass ich so schlecht bei Aerobic tanze – ich sei eben Europäerin. Ah ja.

Nun mache ich mich gleich auf den Weg zur Católica. Dort treffe ich mich mit Sarah um in den Cineclub zu gehen. Den haben wir letzte Woche schon entdeckt und Fahrenheit 451 gesehen. Heute läuft Mr. Butterfly. Hoffentlich klappt das. Denn der Film läuft im Auditorium der Bib, in die man nur mit Studentenausweis kommt. Den hat Sarah ja leider nicht.
Allein schon ihr Besuch auf dem Campus gestaltet sich als ein wenig schwierig. Wir müssen nämlich jedes Mal zum Besucherschalter, ich muss dort meinen Ausweis hinterlegen (denn ich studiere ja dort) und dann darf sie das Heiligtum betreten. Es mutet schon ab und an etwas übertrieben an, das Sicherheitsbedürfnis.

Zum Abschluss: ich hab mir vorgenommen, ab und zu einen kleinen Exkurs über meine Wahrnehmung bestimmter Aspekte oder über bestimmte Themen zu schreiben, z.B. das Essen, Busfahren, mehr über meine Kurse und die Uni etc. Zwar erfahrt ihr darüber auch viel aus meinen Erzählungen über das Tagesgeschehen, aber das beleuchtet ja mitunter nur einen winzigen Ausschnitt. Mal sehen also, womit ich anfange. :)

Liebe Grüße,
Karo