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Donnerstag, 10. November 2011

Der Stand der Dinge

Heute hab ich Klein-Amerika mal wieder einen Besuch abgestattet. So nenne ich Shopping-Center, die für mein Befinden eher zu den USA gehören als zu Peru. Davon gibt’s hier mehrere. Wohlgefühlt hab ich mich in keinem wirklich.
Ich hab mich also nach meiner morgendlichen clase mit zwei meiner Mitbewohner und einem peruanischen Freund getroffen. Zunächst fuhren wir aber (in einem ziemlich engen micro) zu Gamarra. Da ist eine Art Einkaufszentrum mit ganz vielen kleinen Läden, die Klamotten mit den Aufnähern teurer Marken zu günstigeren Preisen verkaufen. Ich hab da nicht so ein Interesse dran, aber einer der Jungs hat sich gleich drei Shirts mit Lacoste-Krokodil gekauft. :)
Danach fuhren wir zur Jocky Plaza.  Klein-Amerika. Ein riesiges Gelände, alles todschick, Markenläden über Markenläden. Wie in einer anderen Welt. Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem Trecking-Laden, weil mein einer meiner Mitbewohner mehrere Wochen auf ein Forschungsprojekt in den Regenwald fährt und noch auf der Suche nach einem Zelt war. Das haben wir dann letztendlich nicht gefunden, aber immerhin gab ich den Mückenschutz für den wir Montag schon vergeblich durch die halbe Stadt gegondelt sind.

Abends wollte ich eigentlich mit Kristina und Julio in eine Ausstellung. Die war dann aber nicht dort, wo sie sein sollte. Also haben wir ein Eis gegessen, sind ein bisschen durchs Zentrum geschlendert und wieder zurückgefahren.

Am Wochenende hat in Lima ein 10-Kilometer-Lauf stattgefunden. Kristina hatte irgendwann in den vergangenen Wochen die fixe Idee, dort mitzumachen. Nun gut, haben wir Zsara noch ins Boot geholt, dreimal trainiert und los ging’s!
Sonntagmorgen um neun fiel der Startschuss für 10 schnuckeligen Kilometer durch Miraflores. Zusammen mit vielen anderen Leuten (darunter als Bären Verkleidete, Väter, die mit Kinderwagen joggten und Familienmitglieder, die auf dem Fahrrad als moralische Unterstützung nebenherfuhren) liefen wir durch das gesperrte Viertel. Ein großer Teil der Strecke ging am Meer entlang. Diese Aussicht machte das Laufen doch einfacher. Ich halte mich wirklich nicht für eine Sportskanone und ich bin auch nicht sonderlich schnell gelaufen, doch als ich nach einer Stunde und 20 Minuten ins Ziel lief und sogar noch einigermaßen fit war, war ich doch ein bisschen stolz auf mich.
Findet die Lamas!

Außerdem war ich letztens im Goethe-Institut. Welch eine Oase. Eine kleine, aber feine Bibliothek. Ein schnuckeliges Café (von denen ich in Lima bisher nicht allzu viele entdeckt habe) mit Stühlen im sonnigen Hinterhof, wo ich in Ruhe einen Kaffee getrunken und gelesen hab. 

Das Semester dauert übrigens keine drei Wochen mehr. Als mir das kürzlich aufgefallen ist, war ich ziemlich schockiert, wie schnell die Zeit doch vergeht. Aber auf der anderen Seite liegen eben schon drei Monate peruanischen Studierens hinter mir.  

Schön waren sie bisher. Auf dass es so bleibt!:)

Bis bald, 
Karito