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Samstag, 5. November 2011

Flatterhaft durch den Norden

Da bin ich wieder. Heil und munter bin ich zurückgekehrt aus dem Norden. Dort hab ich auch, nebenbei bemerkt, nichts von dem Erdbeben mitbekommen, dass am 28. Oktober hier stattgefunden hat. Meine Mitbewohner haben in Lima gar nichts gemerkt, Zsara hat das Schwanken in der 14. Etage dagegen doch als sehr eindrucksvoll beschrieben. Nun, ich bin froh, dass niemandem was passiert ist.

Diesen Eintrag werd ich übrigens mit fremden Fotos füllen; Hannah hat eine Kamera, die mich derartig anzieht, dass ich glatt über einen Überfall nachdenken würde, würde ich Hannah nicht mögen.:)

Hier also mein Log-Buch (der Versuch einer anderen Art der Berichterstattung):
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27.10.2011 (Donnerstag)
  • Flug nach Chiclayo (ja, entgegen meiner sonstigen Einstellung hab ich einen Inlandsflug getätigt; 15 Stunden Busfahrt waren mir nach meinen letzten Abenteuern doch zu viel) mit Kristina und Hannah
  • in der Ciudad de la Amistad (Stadt der Freundschaft) wurden wir freundlichen von einem Taxifahrer empfangen, der uns quer durch die ganze Stadt zu einem Hostel fuhr
28.10.2011 (Freitag)
Sträßelein in Piura
  • in aller Frühe nahmen wir einen Bus nach Piura (2-3 Stunden), wo bereits Patricia, Willy und Thomas waren
  • zum Mittag gab es den leckersten Salat Perus (eigene Einschätzung): frisch, viel und karamelisierte Walnüsse
  • Ausflug nach Catacaos, wo es einen großen Kunsthandwerksmarkt gibt

29.10.2011 (Samstag)
  • während Patricia und Willy sich weiter auf den Weg nach Norden machten, fuhren wir zum Strand von Colán: zum ersten Mal in Peru (und in diesem Jahr) war ich baden; es war angenehm warm; nur der Strand an sich hat leider nicht beeindruckt (ist eben Pazifik)
  • abends fuhr ich mit den Mädels wieder nach Chiclayo; Thomas kam am nächsten Tag nach
  • beeindruckend bei unserer mitternächtlichen Ankunft in Chiclayo: die Prozession für den Señor de los Milagros (ein Fest der Jesusverehrung, das oktoberlang weilt)
30.11.2011 (Sonntag)
Gold über Gold für den Herren von Sipán
  • Fahrt nach Sipán zu den Ausgrabungsstätten einer Moche-Pyramide (hier stieß Thomas dann auch wieder zu uns); Besichtigung der Lehmgräber und Genuss der Aussicht über das weite, grüne Tal
    Ausblick

  • in Chiclayo verweilten wir lange in einer (laut Reiseführer) Luxus-pollería (pollo heißt Hühnchen), wo wir aber de facto nur Kaffee getrunken und Schmankerl zum Besten gegeben haben
  • nächtliche Fahrt nach Cajamarca (6-7 Stunden) ins Bergland
Cajamarca von oben
31.10.2011 (Montag)
  • frühmorgendliche Ankunft; Fahrt ins Hostel, wo Jasmin (die schon in dem Städtchen auf 2.700 Höhenmeter war) uns ein Zimmer reserviert hatte; noch ein bisschen Schlaf
  • Erkundung der Stadt und Besuch der Baños del Inka, wo die Inka-Könige gebadet haben sollen; wir haben es ausprobiert: ach, Becken voller heißem Wasser sind schon etwas Schönes; zumal das Wasser in unserem Hostel nicht so wärmend war
  • kurz vorm Schlafen sprachen wir über Nachnamen; Kommentar von Hannah zu denen aus meiner Familie: "Unser liebster Keucher steht vor der Staude." ...



01.11.2011 (Dienstag)
  • Tour nach Cumbe Mayo: Steinwald (riesige Steine, in die man alles mögliche reininterpretieren konnte: Ratten, Männer mit Rucksäcken, Dinosauerier etc) und ein altes Bewässerungssystem der Inka
  • Jasmin und Thomas verabschiedete sich wegen ihrer Rückfahrt nach Lima und wir Drei fuhren zu den Ventanillas de Otuzco: kleine Fensterchen im Stein, die angeblich vor langer Zeit Gräber waren
  • nach leckerstem Kuchen und Kaffee fuhren wir wieder über Nacht nach Chiclayo (ach, was war ich froh, dass ich nicht noch eine Nachtfahrt vor mir hatte!)
Seht ihr die Ratte oder den Rucksackträger?
02.11.2011 (Mittwoch)
  • nach ein paar Stunden Schlaf in einem Hostel (denn wir sind wieder mitten in der Nacht angekommen) auf zu letzten Abenteuern
  • Besichtigung des Museo Tumbes Reales de Sipán (wo viele Grabbeigaben und die Bestatteten aus Sipán selbst ausgestellt sind)
  • Rückflug nach Lima
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Logbuch Ende.





In in der Sierra, dem Hochland, gibt es sehr viel Armut. Besonders Kinder betteln dort. Als wir in Cumbe Mayo waren, saßen viele Kinder, traditionell gekleidet und manchmal mit Schäfchen auf dem Arm, und baten die Vorbeigehenden um ein bisschen Geld und zupften an unserer Kleidung, wenn wir nicht reagierten. Eine unangenehme Situation, weil ich nach wie vor nicht weiß, wie ich damit am besten umgehe. Da komme ich und mache Urlaub in einer Region, in der die Summe, die ich für meinen Flug nach Südamerika bezahlt habe, ein schieres Vermögen darstellt. Diese Unfairness macht mich wahnsinnig traurig und noch nirgend hab ich sie so wahrgenommen wie in Peru.

Nichtsdestotrotz war es ein schöner Urlaub, den ich sehr genossen habe.

Nun bin ich wieder in meinem geliebten Lima. Mir ist aufgefallen, dass das Semester nur noch drei Wochen dauert. Verrückt, wie die Zeit vergeht! Ich hoffe, ich kann sie genießen. :)

Bis bald,
Karo