Während meiner Reise, die nun leider schon ein Weilchen zurückliegt, hab ich mir ab und an Notizen zu den Ländern, durch die ich gefahren bin, gemacht.
Die Kollektion habt ihr hier:
Die Menschen in Südamerikas ärmsten Land sind super hilfsbereit. Das kreiert meistens eine großartig positive Stimmung.
Die Busse und Straßen weisen ziemlich oft Mängel auf. Außerhalb der Busterminals (die es in jeder Stadt gibt) steigt man übrigens billiger zu.
Die Unterkünfte sind billige: in Santa Cruz hab ich zum Beispiel etwa 8 Euro für ein Zimmer mit Bad im 3-Sterne-Hotel bezahlt. Oft gab es dafür allerdings auch nur kaltes Wasser in den Unterkünften.
An jeder Straßenecke bekommt man leckeren Saft und alles, was man sonst noch braucht - oder auch eben nicht: von Briefumschlägen über Heiligenbildchen bis Zigaretten. (Das ist in allen südamerikanischen Ländern, die ich bisher gesehen hab, so. Aber Bolivien toppt die anderen!) Und auf den belebten Straßen laufen auch genügend Leute rum, die das früher oder später kaufen.
Die Landschaften sind (wie fast überall, das geb ich ja zu) atemberaubend.
Leider hab ich viele Kinder gesehen, die arbeiten: abends in Restaurants, vormittags unter der Woche in Touri-Läden.
Betteln gehört leider auch zum täglichen Bild. Besonders Frauen (oft in traditioneller Kleidung) und Kinder strecken ihre Hände erwartungsvoll den Vorbeigehenden entgegen.
In Bolivien hab ich mit mehr Argentiniern als Bolivianern geredet: überall haben wir die Leutchen aus dem Süden getroffen, bewaffnet mit ihrem Mate-Tee (siehe unten).
In Paraguay leben die freundlichsten Menschen der Welt. Oder besser: die Paraguayer sind das freundlichste Völkchen, das ich bisher erlebt hab, um das mal so (unzulässig) zu verallgemeinern. An jeder Ecke, so kam es mir vor, fragt dich jemand mit Lächeln im Gesicht, wo du herkommst, was du machst, wie lange du bleibst. Da es wenig Touristen in dem Land gibt, ist die Neugier gegenüber Fremdlingen noch sehr groß.
Dafür ist es aber im (südamerikanischen) Sommer auch unerträglich warm: 45 °C und eine immense Luftfeuchtigkeit. Ab und zu hat es wie aus Eimern gegossen. Das hat allerdings nicht zu einer Erfrischung geführt, eher im Gegenteil: die Luftfeuchtigkeit nahm noch mehr zu.
Die Infrastruktur ist eher schlecht. Im rauen Norden gibt es nur sehr wenige befestigte Straßen. Schotter und Staub sind dort eher die Regel.
Neben Spanisch ist dort auch Guaraní Amtssprache. Auf diese native Sprache mit dem ulkigen Singsang sind die Paraguayer ziemlich stolz.
Im Gegensatz zu Peru und Bolivien haben die Taxis in Paraguay Meter. Also nichts mit Verhandeln.
Das Papierformat ist anders: die Blätter sind länger.
Es gibt keine Straßenverkäufer. Überraschend, wie das das Stadtbild ändert.
Die Inflation sorgt schonmal dafür, dass sich die Buspreise im Vergleich zum vergangenen Jahr mehr als verdoppeln.
Allgemein ist Argentinien ein bisschen weniger chaotisch als Bolivien.
Busse und Straßen sind besser als in den anderen beiden Ländern.
Die Argentinier lieben ihren Mate-Tee: immer und überall haben sie einen Becher mit Trinkröhrchen und eine Thermoskanne mit heißem Wasser dabei.
Der argentinische Akzent war anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig. Das Doppel-L und das Y sprechen die wie ein "sh" aus. Wenn man das sonst als "j" gewöhnt ist, kann das schon zu kleineren Verständigungsproblemen führen.
Soweit meine subjektiven Eindrücke einer schönen Reise.
Morgen fahre ich Arthur besuchen. Ich freue mich schon, in die schöne Stadt in den Bergen zurückzukehren.
Saluditos,
Karo