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Freitag, 2. März 2012

Eindrücke hier und dort und zwischendrin

Während meiner Reise, die nun leider schon ein Weilchen zurückliegt, hab ich mir ab und an Notizen zu den Ländern, durch die ich gefahren bin, gemacht.
Die Kollektion habt ihr hier:


Die Menschen in Südamerikas ärmsten Land sind super hilfsbereit. Das kreiert meistens eine großartig positive Stimmung.
Die Busse und Straßen weisen ziemlich oft Mängel auf. Außerhalb der Busterminals (die es in jeder Stadt gibt) steigt man übrigens billiger zu.
Die Unterkünfte sind billige: in Santa Cruz hab ich zum Beispiel etwa 8 Euro für ein Zimmer mit Bad im 3-Sterne-Hotel bezahlt. Oft gab es dafür allerdings auch nur kaltes Wasser in den Unterkünften.
An jeder Straßenecke bekommt man leckeren Saft und alles, was man sonst noch braucht - oder auch eben nicht: von Briefumschlägen über Heiligenbildchen bis Zigaretten. (Das ist in allen südamerikanischen Ländern, die ich bisher gesehen hab, so. Aber Bolivien toppt die anderen!) Und auf den belebten Straßen laufen auch genügend Leute rum, die das früher oder später kaufen.
Die Landschaften sind (wie fast überall, das geb ich ja zu) atemberaubend.
Leider hab ich viele Kinder gesehen, die arbeiten: abends in Restaurants, vormittags unter der Woche in Touri-Läden. 
Betteln gehört leider auch zum täglichen Bild. Besonders Frauen (oft in traditioneller Kleidung) und Kinder strecken ihre Hände erwartungsvoll den Vorbeigehenden entgegen. 
In Bolivien hab ich mit mehr Argentiniern als Bolivianern geredet: überall haben wir die Leutchen aus dem Süden getroffen, bewaffnet mit ihrem Mate-Tee (siehe unten).


In Paraguay leben die freundlichsten Menschen der Welt. Oder besser: die Paraguayer sind das freundlichste Völkchen, das ich bisher erlebt hab, um das mal so (unzulässig) zu verallgemeinern. An jeder Ecke, so kam es mir vor, fragt dich jemand mit Lächeln im Gesicht, wo du herkommst, was du machst, wie lange du bleibst. Da es wenig Touristen in dem Land gibt, ist die Neugier gegenüber Fremdlingen noch sehr groß.
Dafür ist es aber im (südamerikanischen) Sommer auch unerträglich warm: 45 °C und eine immense Luftfeuchtigkeit. Ab und zu hat es wie aus Eimern gegossen. Das hat allerdings nicht zu einer Erfrischung geführt, eher im Gegenteil: die Luftfeuchtigkeit nahm noch mehr zu.
Die Infrastruktur ist eher schlecht. Im rauen Norden gibt es nur sehr wenige befestigte Straßen. Schotter und Staub sind dort eher die Regel.
Neben Spanisch ist dort auch Guaraní Amtssprache. Auf diese native Sprache mit dem ulkigen Singsang sind die Paraguayer ziemlich stolz.
Im Gegensatz zu Peru und Bolivien haben die Taxis in Paraguay Meter. Also nichts mit Verhandeln.
Das Papierformat ist anders: die Blätter sind länger.


Es gibt keine Straßenverkäufer. Überraschend, wie das das Stadtbild ändert.
Die Inflation sorgt schonmal dafür, dass sich die Buspreise im Vergleich zum vergangenen Jahr mehr als verdoppeln.
Allgemein ist Argentinien ein bisschen weniger chaotisch als Bolivien.
Busse und Straßen sind besser als in den anderen beiden Ländern.
Die Argentinier lieben ihren Mate-Tee: immer und überall haben sie einen Becher mit Trinkröhrchen und eine Thermoskanne mit heißem Wasser dabei. 
Der argentinische Akzent war anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig. Das Doppel-L und das Y sprechen die wie ein "sh" aus. Wenn man das sonst als "j" gewöhnt ist, kann das schon zu kleineren Verständigungsproblemen führen. 


Soweit meine subjektiven Eindrücke einer schönen Reise.

Morgen fahre ich Arthur besuchen. Ich freue mich schon, in die schöne Stadt in den Bergen zurückzukehren. 

Saluditos,
Karo

Freitag, 3. Februar 2012

Regen in Encarnación!

Hallo ihr Lieben,
der Titel ist vielleicht ein bisschen komisch, aber ich freue mich einfach, dass der Regen endlich auf die Strassen Paraguays niederprasselt. In den letzten Tagen war es mir bei Tempertauren bis 40 Grad doch ab und an zu warm. 
Ich fasse mich heute mal kurz.
Nachdem Zsara und die beiden Franzosen in La Paz angekommen waren, haben wir uns auf den Weg nach Südbolivien gemacht, nach Tupiza, wo Zsara und ich eien wunderbare Tour zu Pferd durch bunte Berge gemacht haben. Das war ziemlich toll, auch wenn ich am nächsten tag Muskelkater hatte. Autsch.
Danach ging es weiter nach Paraguay. Eigentlich wollten wir ganz gediegen die bolivianisch-paraguayanische Grenze überqueren, aber dann gab es in der Stadt, durch die wir hätten fahren müssen einen Streik. Also hiess es umdisponieren und wir gurkten quer durch Nordargentinien um nach zwei Nächten im Bus endlich in der Hauptstadt Asunción anzukommen. Zsara und ich haben uns spontan verliebt in die Architektur, die Atmosphäre und die netten Leute - trotz tropischer Temperaturen. Dort hab ich auch weit entfernte Teile meiner Verwandtschaft kennengelernt. Das war sehr schön und ich wurde von ihnen äusserst goldig und freundlich aufgenommen.
Nach vier Tagen in der schönen Stadt mit den tollen Menschen sind wir in den Osten Paraguays nach Ciudad del Este gefahren. Sie gilt also Supermarkt Südamerikas, weil dort viele Produkte viel billiger verkauft werden. Da hat wohl die Korruption ihre Hände im Spiel... In dert Nähe der Stadt gibt es den zweitgrössten Staudamm der Welt. Den haben wir mitsamt der Maschinen, der Wassermassen und der riesigen Wälle besichtigt. Eine Erfahrung wert, so ein Staudamm, der ganz Paraguay mit Energie versorgt und aussderm 20% des brasilianischen Bedarfs deckt.
Von Ciudad del Este sind wir nach Puerto Iguazu in Argentinien gefahren um die berühmt-berüchtigen Wasserfälle zu sehen. Und die haben es wirklich in sich. Kaum vorstellbar, dass solche Wasserfälle natürlich entstehen. Als hätte sich plötzlich die Erde geöffnet um aus ruhigen gewässern reissende Ströme zu machen.
Nach diesem argentinischen Ausflug sind wir wieder nach Paraguay gefahren udn haben uns auf den Weg nach Encarnación im Süden gemacht. Hier bin ich jetzt seit zwei Tagen. Gestern haben wir uns die Ruinen eines Jesuitenklosters angeschaut und heute und morgen steht Karneval auf dem Plan. Der ist hier zwar nicht so gross wie in Rio de Janeiro, soll aber auch sehr spassig sein. Nun ich bin gespannt, meine erster Karneval!
Ich melde mich bald wieder.
Liebe Vagabundengrüsse!
Karo