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Freitag, 3. Februar 2012

Regen in Encarnación!

Hallo ihr Lieben,
der Titel ist vielleicht ein bisschen komisch, aber ich freue mich einfach, dass der Regen endlich auf die Strassen Paraguays niederprasselt. In den letzten Tagen war es mir bei Tempertauren bis 40 Grad doch ab und an zu warm. 
Ich fasse mich heute mal kurz.
Nachdem Zsara und die beiden Franzosen in La Paz angekommen waren, haben wir uns auf den Weg nach Südbolivien gemacht, nach Tupiza, wo Zsara und ich eien wunderbare Tour zu Pferd durch bunte Berge gemacht haben. Das war ziemlich toll, auch wenn ich am nächsten tag Muskelkater hatte. Autsch.
Danach ging es weiter nach Paraguay. Eigentlich wollten wir ganz gediegen die bolivianisch-paraguayanische Grenze überqueren, aber dann gab es in der Stadt, durch die wir hätten fahren müssen einen Streik. Also hiess es umdisponieren und wir gurkten quer durch Nordargentinien um nach zwei Nächten im Bus endlich in der Hauptstadt Asunción anzukommen. Zsara und ich haben uns spontan verliebt in die Architektur, die Atmosphäre und die netten Leute - trotz tropischer Temperaturen. Dort hab ich auch weit entfernte Teile meiner Verwandtschaft kennengelernt. Das war sehr schön und ich wurde von ihnen äusserst goldig und freundlich aufgenommen.
Nach vier Tagen in der schönen Stadt mit den tollen Menschen sind wir in den Osten Paraguays nach Ciudad del Este gefahren. Sie gilt also Supermarkt Südamerikas, weil dort viele Produkte viel billiger verkauft werden. Da hat wohl die Korruption ihre Hände im Spiel... In dert Nähe der Stadt gibt es den zweitgrössten Staudamm der Welt. Den haben wir mitsamt der Maschinen, der Wassermassen und der riesigen Wälle besichtigt. Eine Erfahrung wert, so ein Staudamm, der ganz Paraguay mit Energie versorgt und aussderm 20% des brasilianischen Bedarfs deckt.
Von Ciudad del Este sind wir nach Puerto Iguazu in Argentinien gefahren um die berühmt-berüchtigen Wasserfälle zu sehen. Und die haben es wirklich in sich. Kaum vorstellbar, dass solche Wasserfälle natürlich entstehen. Als hätte sich plötzlich die Erde geöffnet um aus ruhigen gewässern reissende Ströme zu machen.
Nach diesem argentinischen Ausflug sind wir wieder nach Paraguay gefahren udn haben uns auf den Weg nach Encarnación im Süden gemacht. Hier bin ich jetzt seit zwei Tagen. Gestern haben wir uns die Ruinen eines Jesuitenklosters angeschaut und heute und morgen steht Karneval auf dem Plan. Der ist hier zwar nicht so gross wie in Rio de Janeiro, soll aber auch sehr spassig sein. Nun ich bin gespannt, meine erster Karneval!
Ich melde mich bald wieder.
Liebe Vagabundengrüsse!
Karo

Donnerstag, 1. September 2011

Ich kann Taxi fahren!

Buenas noches,


manchmal bereue ich es schon sehr, dass ich keine digitale Kamera dabei habe. Nun, vielleicht kaufe ich mir doch noch eine auf einem der vielen Märkte hier - oder ich beeil mich mal, meinen Film vollzuknipsen.

Denn Montagnacht hätte ich zu gern ein Bild gemacht.
Weil Dienstag in Peru Feiertag (der der heiligen Rosa) war, waren wir abends feiern. Auf dem Heimweg liefen wir die Straße entlang auf der Suche nach einem Taxi. Und plötzlich öffnet sich neben uns eine Hauswand und eine Frau fragt, ob wir was essen möchten. Natürlich hat sich nicht wirklich die Wand geöffnet, sondern nur ein kleines Türchen darin. Ich hatte nicht so wirklich Hunger, unsere peruanischen Freunde dafür umso mehr, also hinein in das Stübchen. Und was für eins! Ich fühlte mich wie in einer anderen Welt, so sehr hatte ich das Gefühl an einem Drehort für einen lateinamerikanischen Klischeefilm gelandet zu sein: Wir betraten einen kleinen Raum, an den sich ein noch kleinerer anschloss. Links neben der Tür befand sich ein Grill auf dem Anticuchos (Rinderherzen; ich kann aus Erfahrung sagen, dass sie gut schmecken) gegrillt wurden. Ein schwarzer Rußstreifen zog sich die Decke hinauf. Rechts war ein kleiner Bereich abgegrenzt, hinter dem sich Berge (und das mein ich auch wirklich so!) aus Fleisch, Salat und Brötchen stapelten. Pommes frites wurden in großen Boxen gelagert. Dort wuselten ein Mann und drei Frauen herum, belegten Sandwiches, frittierten Kartoffeln und schrien durch den Raum. In dem gab es mehrere kleine Tischchen, an denen vor allem Männer saßen, die  mir eben dieses Gefühl gaben, in einem Film gelandet zu sein. Bierflaschen standen vor ihnen auf dem Tisch und man sah ihnen die späte Stunde deutlich an. An der Wand hing ein riesiger fleckiger Spiegel und die Luft war fett-, geschrei- und alkoholgeschwängert. Hach, irgendwie hab ich mich verdammt gut gefühlt! Dazu noch ein leckeres Sandwich für 4 Soles (etwas mehr als 1 Euro) und ich war trotz meiner Müdigkeit glücklich!

Nach einer nicht allzu langen Nacht hab ich mich Dienstagmorgen mit Caro (meiner Compañera) und einer Freundin von ihr, Alejandra, getroffen. Zusammen sind wir nach La Punta gefahren zum Frühstücken. Wir haben Chicharron gegessen, was ungefähr mein deftigste Frühstück seit langer, langer Zeit war. Dabei handelt es sich um frittiertes Schweinefleisch, das als eine Art Sandwich serviert wurde. Lecker war es dennoch. Als Sahnehäubchen gab es dann noch einen unglaublich süßen Dessert, dessen Namen ich leider vergessen habe. Auf jeden Fall war ich anschließend ziemlich satt.
Gut nur, dass gleich darauf Real Felipe auf dem Plan stand. Das ist eine massive Festung in Callao (eine Stadt, die quasi direkt mit Lima verbunden ist, sodass ein Unterschied optisch nicht vorhanden ist), die als Verteidigung gegen Piratenangriffe gebaut wurde. Ziemlich beeindruckend, besonders die dunklen Kellerräume, in denen die Wände immer näher kamen ...
Die Mädels (derweil hatte sich noch eine dritte dazugesellt) brachten mir auf der Führung ein paar Schimpfwörter bei, die mir das Überleben sichern sollen und die ich hier nicht nennen werde. Besonderen Ehrgeiz zeigte dabei Alejandra. Alejandra und ich sind außerdem extreme friends. Innerhalb kürzester Zeit haben wir nämlich beschlossen, zusammen Bungeejumping und Paragliding zu machen. Sie scheint einen Hang zum Abenteuer zu haben, die Gute. Ach und außerdem will sie mir Salsa beibringen! Welch ein Glück!

Heute, also Mittwoch, ist mir auch ganz Großartiges gelungen!
Das hätte ich gar nicht erwartet, nachdem ich heute morgen fast meinen Spanischunterricht verschlafen hätte, losgehetzt bin, an der Bushaltestelle erfahre, dass Patti verschlafen hat, im Bus nach Miraflores (wo das Spracheninstitut ist) fast einschlafen, dort mit Zsara feststelle, dass unsere Lehrerin noch nicht da ist, wir einen Kaffee trinken gehen, Patti inzwischen kommt und uns, als nach einer halben Stunde Warten noch immer niemand da ist, gesagt wird, dass der Unterricht leider ausfallen müsse, weil unsere profesora Probleme hätte. Oh je. Dafür also der ganze Stress?
Später haben wir allerdings erfahren, dass sie einen Unfall hatte und im Krankenhaus war. Es geht ihr aber doch so gut, dass wir am Freitag wieder Unterricht haben. Welch ein Glück!
Nachmittags (den überraschend freien Vormittag verbrachten wir bei Zsara, wo wir unter anderen How I Met Your Mother auf Spanisch geschaut habe) hab ich zum ersten Mal die Bibliothek hier genutzt habe um in letzter Sekunde noch einen Text für den Cine-Kurs zu lesen. Dazu setzte ich mich in einen Raum, der voller winzig kleiner Holztischchen mit wahlkabinenähnlichen Verkleidungen war. Ein bisschen ungewohnt; da lobe ich mir doch die ausladenden Tische in  der Ilmenauer Bibo.
Am Abend wollten wir uns mit einem Peruaner im Parque de la Reserva treffen, einen Park voller Fontänen. Mit dem Bus hätte das nach Auskunft eines konsultierten peruanischen Wachmanns eine Ewigkeit gedauert, also entschieden wir uns für Taxifahren. Schnell fragten wir den freundlichen Herren noch, wie viel das ungefähr kostet und auf! An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich bisher noch nie ohne Peruaner gefahren bin und bisher ein bisschen Respekt davor hatte, weil man ja vor der Fahrt über den Preis verhandelt und es einen menge Gruselgeschichten über diese Art des Fortbewegens gibt. Aber ich fasste mir ein Herz und fragte den Fahrer eines relativ stabil aussehenden Taxis. Er nannte auch direkt den Preis, der uns vorher gesagt wurde. Also hüpften wir rein und ich freute mich unglaublich, dass so einfach ging!
Der Anblick der Fontänen war wunderschön! In einer ausgeklügelten Animation von Licht und Wasserstrahlen, untermalt von klassischer Musik, war die Atmosphäre schon fast ein bisschen kitschig. Aber nicht so sehr, dass ich es nicht trotzdem sehr schön gefunden hätte und die 4 Soles Eintritt gern bezahlt habe. Nass geworden sind Zsara und ich auch ein bisschen, weil wir nicht warten konnten, bis alle Wasserstrahler still standen, bevor wir in die Mitte einer der Konstruktionen hüpften. Nun muss ich wohl nochmal in einem warmen Monat hingehen, wenn ich nicht anschließend wegen meiner nassen Füße friere. 

Auf bald,
Karo

Sonntag, 14. August 2011

Der erste Ausflug

Bevor ich vom Zoo und dem kleinen Örtchen mit dem wohlklingenden Namen Lunahuaná erzähle, sollte ich vielleicht anmerken, dass mein "wirkliches Abenteuer #1" inzwischen nicht mehr wirklich als ein solches zu bezeichnen ist. Sowas gehört irgendwie zur Tagesordnung. Tja, so lerne ich dazu...

Freitag war ich ja mit der deutschen und der peruanischen Caro im Zoo, später kam dann noch ein Freund von letzterer dazu. Ich mag ja Zoos nun wirklich nicht so besonders, aber ich dachte mir, dass es bestimmt interessant ist, zu schauen, wie so die Unterschiede sind.
Und die gibt es auf jeden Fall. Wo in Deutschland (aus meiner Erinnerung, denn mein letzter Zoobesuch liegt schon ein ganzes Stück zurück) zwischen Tieren und Besuchern ein Graben mit Wasser und mindestes zwei Zäune sind, gibt es in Peru - eine Mauer. 
Ansonsten unterscheidet sich der Zoo nicht wirklich von einem deutschen. Aufgefallen ist mir in der Tat nur, dass es keine Elefanten gibt. 

Gestern hieß es dann zum ersten Mal: Lima verlassen.
Wir haben uns morgens um acht mit Lucía und einem Freund von ihr getroffen. Zunächst ging es mit dem Taxi zum Busbahnhof (ähnlich vollgestopft wie meine letzte Fahrt). Von dort fuhren wir dann drei Stunden lang mit drei verschiedenen Bussen nach Lunahuaná.

Das erste, was uns auffiel, war, dass in Lunahuaná die Sonne scheint und der Himmel blau ist! Das ist im smogverhangenen Lima ja eher selten...
Lunahuaná ist ein kleines niedliches Örtchen inmitten einer Hügellandschaft und liegt am Fluss Cañete. (Mehr oder minder) Reißendes Wasser eignet sich für? Water Rafting! Das haben wir gemacht. Ausgestattet mit Westen und Helmen (denn es gibt viele Steine in besagtem Fluss) setzten wir uns in ein Boot, folgten den Anweisungen des Bootsführers und schossen durch das Nass. 
Am Ende waren wir klatschnass, besonders Lucía, die in einer Stromschnelle über Bord ging, aber glücklicherweise ohne Verletzungen gerettet wurde!



Glücklich darüber, dankte ich dem Sonnengott. Oder so ähnlich ...


Hungrig haben wir uns dann was zu essen bestellt. Ich hab Meeresfrüchte mit Reis gegessen, was wohl sehr typisch für die Region sein soll. War lecker, ich muss mich allerdings noch daran gewöhnen, wie RIESIG die peruanischen Portionen sind! 
Danach waren wir noch eine Runde Quad fahren und haben an einer Weinverkostung teilgenommen. Sagen wir es so: Quadfahren ist nicht so mein Ding und der peruanische Wein ist ziemlich süß, selbst wenn er sich trocken nennt.
Dafür haben wir auf dem Rückweg gesehen, wie Peruanerinnen ihre Ziegen, Esel und Kühe nach Hause trieben, was mich ziemlich fasziniert hat.
Gegen 11 war ich dann wieder zuhause in Lima. Ursprünglich wollten wir noch Salsa tanzen gehen, doch die Anstrengung der Busfahrten tat ihr übriges, sodass ich heute wunderbar und ausgeruht um 10 Uhr aufgewacht bin.

Morgen beginnt die Uni. Fotografía steht auf dem Plan. Ich freue mich!

Hasta luego!
Karo