Samstag, 25. Februar 2012

Von Encarnación nach Lima

Hallo ihr Lieben,

hier kommt der langversprochene letzte Reisebericht meiner Tour. Nämlich der von Encarnación in Paraguay nach Lima. Ich habe gerade mal geschaut, welche Entfernung mir google maps für meine Route anzeigt. Stolze 4.012 Kilometer. Um einen europäischen Vergleich heranzuziehen: Helsinki, Finnland - Lisboa, Portugual: 4.150 Kilometer. 

In Encarnación haben wir uns, wie von mir angekündigt, die Jesuitenruinen angeschaut. In typischer Touristenmanier sind wir mittags in das Örtchen Trinidad gefahren (man denke an die hohen Temperaturen in Paraguay ...) und haben uns die Überreste des Klosters angeschaut. Beeindruckend war es schon. Aber weil Tourismus in diesem Land (das übrigens so groß ist wie Deutschland) noch im Kommen ist, gab es leider fast keine Informationen über die Steinchen und Mauerüberreste, die sich über ein großes Arreal erstreckten. Das war ein bisschen schade. Aber glücklicherweise verfüge ich ja über eine ausgeprägte Phantasie, also hab ich mir einfach überlegt, wie es wohl mal aussah. 

Unser zweiter Plan für diese südparaguayische Stadt war ja der Karneval. Nun ja ... Am ersten Abend wurde uns mehrfach gesagt, der Karneval falle wegen des Regens aus (die drei Tröpfchen!). Wir haben uns also an den Strand gesetzt und die Nacht so genossen - und am nächsten Tag erfahren, dass er DOCH stattgefunden hat. Also wir jedoch abends am Einlass ankamen, teilte man uns mit, dass es nur noch VIP-Tickets gebe. Nun, haben wir also unseren eigenen Karneval gefeiert: bewaffnet mit Spraydosen mit künstlichem Schnee lieferten Zsara und ich uns einen Kampf gegen die Jungs. Leider haben wir verloren, aber dafür sahen wir am Ende aus wie Schneefrauen. 

Am nächsten Tag, einem Sonntag, beschloss ich, nach Argentinien zu fahren. Dazu muss ich kurz ein bisschen ausholen.
Als wir nach Puerto Iguazú gefahren sind, hat der Bus nicht an der paraguayischen, wohl aber an der argentinischen Grenze gehalten. Demnach hatten wir zwar einen Eintrittsstempel nach Argentinien, aber keinen, der unseren Austritt aus Paraguay zeigte. Auf dem Weg zurück nach Ciudad del Este war es ähnlich: der Bus hielt an der argentinischen Immigration, aber nicht an der paraguayischen. Und wir dachten uns in unserer Naivität: Ach super, wir haben ja ein Visum für Paraguay.
In Encarncación kam mir das zunehmen komisch vor, also beschloss ich einen Kurzausflug nach Argentinien zu machen um das ins Reine zu bringen. 
Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn: an der Grenze fiel der Beamtin natürlich auf, dass ich am 24. Januar den Eintrittsstempel nach Paraguay bekommen habe, am 30. nach Argentinien gefahren bin und am 31. Argentinien wieder verlassen habe. Demnach war ich also theoretisch in diesem Moment nirgendwo. 200.000 Guaranies musste ich Strafe zahlen. Das sind etwa 40 Euro. Ein teuerer Ausflug. Aber nun weiß ich wenigstens, dass ich beim Grenzüberschreiten mehr Vorsicht walten lasse. 

Von Encarnación aus bin ich, während die anderen Drei nach Buenos Aires aufgebrochen sind, wieder nach Asunción gefahren. Dort war ich nochmal zwei Tage bei meiner Tante, dann hab ich einen Bus nach Santa Cruz in Bolivien genommen. Das war auch ein Spaß: 26einhalb Stunden, begleitet von unzähligen Drogenkontrollen, einer Straße, die mehr aus Löchern und Staub besteht, als aus Asphalt und zwei Buspannen. 

Santa Cruz ist ein nettes Städtchen. Die palmenumsäumte Plaza de Armas war trotz Regenschauer voller Leben und dank von Arkarden überdachten Bürgersteigen, konnte ich völlig unbeschadet spazierengehen. Nach einem Tag dort bin ich nach La Paz gefahren. Dort hab ich noch zwei schöne Tage verbracht (auch wenn diese polizeilich-uruguayischen Begegnung ein bisschen irritierend war), nette Leute kennengelernt, das Flair genossen. 

Und dann ging mein Bus nach Liiiiiiima.

Und hier bin ich nun. Mein Semester fängt in zwei Wochen an, ich hab schon geschaut, welche Kurse ich gerne machen würde. Ich stehe dabei wieder vor dem alten Problem, dass es einfach zuviel Auswahl gibt. Aber zum Glück gibt es ja wieder die Orientierungswoche um in die verschiedenen Kurse reinzuschnuppern. 

Seit ein paar Tagen ist Kristina wieder da. Das ist sehr schön, auch wenn sie leider, wie auch Zsara, schon bald zurückfliegt. Aber bis dahin haben wir noch ein paar Tage, das schöne Lima gemeinsam zu genießen.

Sonnige Grüße.
Eure Karo

Freitag, 17. Februar 2012

Lima, mein Lima.

Huhu,
seit Dienstag bin ich nach sechs Wochen (davon 198 Stunden, was mehr als 8 Tage sind, im Bus) wieder in Lima. Die Rückfahrt war ein wenig unbequem.
Von La Paz bin ich ziemlich fix an die Grenze gekommen, der nette Herr in der Einreisestelle hat mir meine gewünschten 183 Tage Visum gegeben. Soweit so gut. Aber dann musste ich noch vier Stunden in dem Grenzort mit Namen Desaguadero warten. Bei Regen und Kälte. Brrrr. Der Bus nach Lima war dann auch nicht so der Knüller: Sitze mit minimal verstellbarer Lehne und der Sitz des Vordermannes/ der Vorderfrau fing fast direkt vor deiner Nase an. Beinfreiheit war also ein Fremdwort... 28 Stunden hab ich in diesem Vehikel verbracht. Aber am Ende war ich in Lima und das ist schön.
Es war tatsächlich ein bisschen, wie nach-Hause-kommen. Ich bin in mein neues Zimmer in der Casa Rio Grande gezogen, hab mich eingerichtet, mich mit Freunden getroffen. So nach und nach ziehen hier gerade auch die neuen Leute ein. Ich bin gespannt, wie die Konstellation aussieht, wenn das Semester wieder anfängt. Das ist in drei Wochen etwa der Fall. Bis dahin hab ich also noch genügend Zeit, die Sonne und den Sommer zu genießen und Arthur noch einmal in den Bergen zu besuchen.
Ich schicke euch ein bisschen Sonne nach Deutschland. Hier haben wir davon mehr als genug: ich hab mir heute (zum wiederholten Male) einen Sonnenbrand zugezogen. Und dabei habe ich mich der Sonne keine halbe Stunde preisgegeben!
Zum Abschluss dieses kurzen Eintrags das Lied, welches mich auf den Wochen meiner Reise fast täglich begleitet hat. Über den Inhalt schweige ich besser und verspreche, dass ich zu meinem üblichen Musikgeschmack zurückkehren werde, wenn ich zurück in Deutschland bin...

Liebe Grüße,
Karo

Sonntag, 12. Februar 2012

Der Polizist und die Uruguayerin

Hallo ihr Lieben,

hier eine kleine Anekdote aus La Paz, wo ich seit gestern wieder bin. 
Heute ist mir etwas passiert, was ich bisher nur aus dem Reisefuehrer kenne. Aber keine Sorgen, mir ist nichts passiert, ich bin nach wie vor froh und munter und ich fuehlte mich in keinem Moment bedroht!
Das war also so:
Ich war heute vormittag in ein paar kleinen Museen und habe mich anschliessend auf den Weg in ein Café gemacht, um einen Salat zu essen. Ich lief also so durch die Strasse und freute mich mal wieder an der Schoenheit von La Paz und den wunderschoenen Gebaeuden im Kolonialstil. Gerade ueberlegte ich, wie ich eine sehr huebsche Laterne an einem der Haeuser am besten fotografiere, als eine Suedamerikanerin mit einem Stadtplan in der Hand auf mich zukam. Sie fragte mich, ob ich wisse, wo das Metallmuseum sei. Ich wusste es nicht, wollte ihr aber helfen, also holte ich meinen Stadtplan heraus um zu schauen, ob ich es dort finde. In dem Moment trat ein aelterer Herr auf uns zu und fragte, ob wir Hilfe braeuchten. Die Dame brachte ihr Anliegen vor und der Herr gab eine unklare Wegbeschreibung von sich. Dann praesentierte er einen Ausweis und sagte, er sei von der Touristenpolizei und ob er wohl unsere Ausweise sehen koenne. Die Frau zeigte einen uruguayischen Pass vor, ich meine Passkopie. Der "Polizist" schaute kurz drauf und sagte dann, wir muessten zur Polizeistation um das zu verifizieren. Da wurde ich schon ein bisschen misstrauisch, aber gut. Die "Uruguayerin" versuchte mich in ein Gespraech zu verwickeln, indem sie fragte, wie lange ich denn schon in La Paz sei und ob ich alleine reise. Dann tachte ploetzlich wie aus dem Nichts (wie zuvor der "Polizist") ein Taxi auf. Der "Polizist" redete kurz mit dem Taxifahrer und bat uns dann einzusteigen. Da wurde mein anfaengliches Misstrauen noch groesser, hatte ich doch von genau solchen Maschen gehoert, Touristen auszurauben. Ich sagte also, dass ich gerne zur laufen wuerde, aber nicht in das Taxi einsteigen wuerde. Die "Uruguayerin" versuchte mich zu beruhigen, dass wir doch zu zweit seien und nichts passieren koenne und der "Polizist" brummte wuetend etwas von 100 US-Dollar Strafe. Ich wiederholte aber nur, dass ich nicht einsteigen wuerde. Da fuhr das Taxi mitsamt den drei Herrschaften davon.
Es ist also wirklich nichts passiert und ich hab mich in keinster Weise unsicher gefuehlt, wusste ich ja, dass soetwas existiert. Nur dachte ich, wie immer bei solchen Sachen, dass das mir natuerlich nicht passieren wuerde. Anschliessend musste ich auch erstmal herzlich lachen!
Und spaeter hab ich mich geaergert, dass ich die Laterne natuerlich nicht mehr fotografiert habe.
Im Idealfall, zumindest liest man es so in den Reisefuehrern, fuer die "Uruguayerin" und den "Polizisten" waere ich uebrigens eingestiegen und mithilfe des Taxifahrers haetten sie mich um mein Bargeld und meine Kreditkarte erleichtert. Na, ich hab beides noch.
Das aendert auch nichts daran, dass ich La Paz mag. Solche Sachen kommen halt vor und mit der noetigen Vorsicht passiert auch nichts.

Morgen werde ich das schoene Bolivien uebrigens verlassen und zurueck fahren. Rund 30 Stunden soll die Busfahrt dauern und dann bin ich nach sechs Wochen wieder in meinem geliebten Lima. Dann gibt es auch Berichte ueber das, was seit Encarnación passiert ist. 

Liebste Gruesse,
Karo

Freitag, 3. Februar 2012

Regen in Encarnación!

Hallo ihr Lieben,
der Titel ist vielleicht ein bisschen komisch, aber ich freue mich einfach, dass der Regen endlich auf die Strassen Paraguays niederprasselt. In den letzten Tagen war es mir bei Tempertauren bis 40 Grad doch ab und an zu warm. 
Ich fasse mich heute mal kurz.
Nachdem Zsara und die beiden Franzosen in La Paz angekommen waren, haben wir uns auf den Weg nach Südbolivien gemacht, nach Tupiza, wo Zsara und ich eien wunderbare Tour zu Pferd durch bunte Berge gemacht haben. Das war ziemlich toll, auch wenn ich am nächsten tag Muskelkater hatte. Autsch.
Danach ging es weiter nach Paraguay. Eigentlich wollten wir ganz gediegen die bolivianisch-paraguayanische Grenze überqueren, aber dann gab es in der Stadt, durch die wir hätten fahren müssen einen Streik. Also hiess es umdisponieren und wir gurkten quer durch Nordargentinien um nach zwei Nächten im Bus endlich in der Hauptstadt Asunción anzukommen. Zsara und ich haben uns spontan verliebt in die Architektur, die Atmosphäre und die netten Leute - trotz tropischer Temperaturen. Dort hab ich auch weit entfernte Teile meiner Verwandtschaft kennengelernt. Das war sehr schön und ich wurde von ihnen äusserst goldig und freundlich aufgenommen.
Nach vier Tagen in der schönen Stadt mit den tollen Menschen sind wir in den Osten Paraguays nach Ciudad del Este gefahren. Sie gilt also Supermarkt Südamerikas, weil dort viele Produkte viel billiger verkauft werden. Da hat wohl die Korruption ihre Hände im Spiel... In dert Nähe der Stadt gibt es den zweitgrössten Staudamm der Welt. Den haben wir mitsamt der Maschinen, der Wassermassen und der riesigen Wälle besichtigt. Eine Erfahrung wert, so ein Staudamm, der ganz Paraguay mit Energie versorgt und aussderm 20% des brasilianischen Bedarfs deckt.
Von Ciudad del Este sind wir nach Puerto Iguazu in Argentinien gefahren um die berühmt-berüchtigen Wasserfälle zu sehen. Und die haben es wirklich in sich. Kaum vorstellbar, dass solche Wasserfälle natürlich entstehen. Als hätte sich plötzlich die Erde geöffnet um aus ruhigen gewässern reissende Ströme zu machen.
Nach diesem argentinischen Ausflug sind wir wieder nach Paraguay gefahren udn haben uns auf den Weg nach Encarnación im Süden gemacht. Hier bin ich jetzt seit zwei Tagen. Gestern haben wir uns die Ruinen eines Jesuitenklosters angeschaut und heute und morgen steht Karneval auf dem Plan. Der ist hier zwar nicht so gross wie in Rio de Janeiro, soll aber auch sehr spassig sein. Nun ich bin gespannt, meine erster Karneval!
Ich melde mich bald wieder.
Liebe Vagabundengrüsse!
Karo

Dienstag, 17. Januar 2012

Ein Gruss aus La Paz

Hallo ihr Lieben,
ich bin gerade in La Paz, der Hauptstadt Boliviens (nun, genau genommen ist Sucre laut Verfassung die Hauptstadt, aber hier in La Paz sitzt die Regieung). Und oh, wie ich diese Stadt liebe! Sie liegt ziemlich hoch, auf fast 4000 Meter Hoehe und das Laufen in den bergauf-bergab-fuehrenden Strassen ist auch nicht immer einfach. Aber ich mag diese kleinen Gaesschen, die Atmosphaere, die Haeuer mit ihren suessen Balkoenchen, die vielen schnuckeligen Cafes, einfach die Atmosphaere.

Aber beginnen wir am Anfang.

Am 3. Januar bin ich mit Kristina ueber Nacht nach Arequipa gefahren. Da war ich ja schon mal im Oktober, also hab ich mir diesmal nicht so viel von der Stadt angeschaut. Stattdessen haben wir, zusammen mit Patricia und Zsara, eine zweitaegige Wanderung durch den nahegelegenen Cañon de Colca unternommen. Und die hatte es in sich: eigentlich gab es nur zwei Arten des Wanderns, steil bergauf oder steil bergab. Besonders die 1000 Meter, die wir am zweiten Morgen vor dem Fruehstueck (!) in dreieinhalb Stunden nach oben kraxelten sind hier zu erwaehnen. Schoen war es trotz aller Anstrengung, denn die Natur mit ihrer rauen Schoenheit, reissenden Fluessen und steilen Felswaenden entschaedigt fuer jede Atemnot.

Auf dieser Tour lernten wir vier sympathische Deutsche kennen, die wir dann auch spontan ueberredeten, mit uns nach Copacabana zu fahren. Das ist die Stadt auf der bolivianischen Seite des Titicaca-Sees.
Nach einem etwas chaotischen, aber unkompliziertem Grenzuebergang kamen wir in der Stadt an, von der die meisten meinten, die sei viel schoener als ihr peruanisches Aequivalent Puno. Was uns allerdings niemand gesagt hatte, ist, dass es am Wochenende recht schwer ist, dort eine Unterkunft zu bekommen. Zu bled, dass wir an enem Samstagabend dort ankamen. Zwei Stunden wanderten wir durch die Gegend, bis wir zufaellig doch noch eien Unterkunft fuer uns acht fanden.
Am naechsten Tag machten wir einen Ausflug zur Isla del Sol. Dort wurde laut Inka-Legende die Sonne geboren. Die Insel ist voller Quinoa-Felder und Inka-Ruinen. Ein Teil unserer Gruppe (ich eingeschlossen) machten eine Wanderung ueber die Insel. Entlang eines Weges, der irgendwie an die chinesischen Mauer erinnert, schlenderten wir von Norden nach Sueden. Dort sollte dann das Boot zurueck nach Copacabana ablegen. Nun, leider hatte uns der Herr in Copacabana eine falsche Abfahrtszeit gesagt, weswegen wir ankamen - und kein Boot mehr zurueckfuhr. Schliesslich blieb uns nichts anderes uebrig, als einen private Transport mittels Boot und Auto zu organisieren. Immerhin haben wir so noch ein paar Doerfer am Titicaca-See gesehen...

Ein Ereignis sei am naechsten Tag zu erwaehen. Ich hab naemlich eine Muetze gehaekelt und damit ein Tauschgeschaeft gegangen: einer unserer Bekannten aus dem Cañon bekam diese Muetze und ich dafuer Ohrringe. Eine Frau aus einem der Laeden, die Ohrringe, Kleidung und allerlei mehr verkaufen, wollte sie mir fuer 20 Bolivianos abkaufen. Das sind umgerechnet 2 Euro. Da war mir das Muetze-gegen-Ohrringe-Geschaeft doch lieber.

Von Copacabana brachen Kristina, Patricia und ich nach La Paz auf (ich moechte an dieser Stelle anmerken, dass sich die Konstellation unserer Reisegruppe bisher sehr frequent aendert). Dort wartete schon Thomas auf uns und am naechsten Tag beschlossen wir aufs Land zu fahren: nach Coroico ging es, laut eigener Aussage die erste touristische Gemeinde Boliviens. Touristisch ist es dort auf jeden Fall (vorallem Argentinier; ich hab fast das Gefuehl, mehr Argentinier als Bolivianer in Bolivien zu treffen), aber die Landschaft ist dennoch der Knueller: ein Tal voller wunderschoener Vegetation. Patricia und ich sassen voellig gluecklich auf einem nicht fertigen Hausdach und schauten lange in die Weite des Tals. Ausserdem machten wir einen kleinen Ausflug zu einem Wasserfall (wo wir auch wieder eine ganze Menge Argentinier trafen, die mit ihrem unvermeidlichen Mate-Tee einen Pause abhielten).

Anschliessend ging es wieder nach La Paz, allerdings nur als Zwischenstop. Kristina machte sich auf den Weg nach Iguazu an der argentinisch-barsilianischen Grenze, wo die beruehmten Wasserfaelle sind, und wir drei fuhren nach Uyuni. Das ist einen Stadt im Sueden Boliviens, die wegen des Salar de Uyuni unter Suedamerikareisenden sehr bekannt ist. Dieser Salar ist eine Salzwueste, die frueher mal ein See war. Nach einer unbequemen Nacht im Bus, machten Patricia und ich einen Tagestour durch diese Wueste. (Um die These zu unterstuetzen, dass ich selten mit den immer gleichen Leuten reise: Thomas blieb aus gesundheitlichen Gruenden in Uyuni zurueck.) Und das war wirklich beeindruckend: wir fuhren mit einem Jeep durch so weisse Landschaften, dass man es eher fuer Schnee als fuer Salz halten wuerde. Die Flaeche steht ein bisschen unter Wasser, sodass wir nakten Fusses durch Salzwasser wateten. Wegen der weiten weissen falsche kann man ausserdem Bilder mit verzerrten Perpektiven machen: Menschen, die auf einer Ketchup-Flasche stehen oder dass man den Jeep in der Hand haelt. Was ausserdem gefetzt hat: der Eisenbahnfriedhof am Rande des Salars mit ganz vielen alten Waggons zum Klettern. Ha, da hat mein kindliches Herz gelacht.

Eine zweite Nachfahrt in Folge waren wir wieder in La Paz. Und wie wir uns verliebt haben! Wir erkundeten zwei Kunstmuseen, assen Apfelkuchen in einer deutschen Baeckerei, setzten uns zum Haekeln auf einen der belebten Plaetze, gingen mit ein paar Argentiniern in einer peña (ein Ort, wo traditionelle Musik gespielt wird) ein Bier trinken. Die Stadt geniessen.

Gestern sind Patricia und Thomas (der dann wieder heil aus dem Salar wiedergekommen ist) zurueck nach Lima gefahren um sich von dort auf den Weg nach Deutschland bzw Oesterreich zu machen. Abschiede sind ziemlich doof. Aber es ist ja ziemlich bis sehr sicher, dass ich die beiden wiedersehe.

Nun bin ich gerade allein in dieser wunderbaren Stadt. Am Donnerstag kommen Zsara und ihre franzoesischen Freunde von ihrem Aufstieg auf den Huayna Potosí wieder, einem 6000er Berg. Bis dahin geniesse ich die Sonne und das Leben, lese, trinke Kaffee, fotografiere und schlender die Gassen auf und ab. Am Freitag geht

Soweit der Stand. Die Tastatur in diesem Internetcafe ist nicht so der Hit. Ich hoffe einfach, ihr koennt trotzdem alles entziffern.

Ich versuche mich bald wieder zu melden.

Alles Liebe,
Karo

Dienstag, 3. Januar 2012

Die letzten Tage des Jahres

Huch, die letzten Tage sind subjektiv aber ganz schön schnell an mir vorübergezogen.


Über Weihnachten bin ich ja zu Arthur gefahren. Erst über Nacht nach Trujillo und von dort aus nach Huamachuco. Dieser zweite Teil der Fahrt war ein ganz schönes Abenteuer: innerhalb von sechs Stunden klettert der Bus von etwa Meereshöhe auf über 3000 Meter Höhe. Man mische noch die dank Regenzeit schlammigen, kurvenreichen Pisten und einen alten klapprigen Bus dazu und die Reisefurcht ist zusammengerührt. Nun, ich bin trotz anfänglicher Zweifel heil angekommen. Im Regen hab ich meinen Bruder jubelschreiend in die Arme geschlossen. Der Regen ist dort leider alltägliches Erscheinungsbild; ich hab in den paar Tagen mehr Regen erlebt als in meiner gesamten Zeit in Peru …

Sehr schöne Tage waren es mit Arthur und seinen Freunden. Wir waren in der Stadt spazieren, saßen häkelnd am Fenster ihrer Unterkunft und haben auf die wunderschöne Plaza de Armas geschaut, haben gekocht, Wein getrunken und mir wurde das Projekt gezeigt, eine demokratische Schule. Sie ist in einen pädagogischen und einen Konstruktionsteil gegliedert. Arthur arbeitet in zweiterem: ein ziemliches Stück den Berg hinauf wird eine neue Schulanlage errichtet mit u.a. einem großen Gebäude, einer Pflanzenkläranlage und einem Windrad. Nicht nur wegen des herrlichen Blicks in die Berge (die mitunter wegen der vielen kleinen Felder wie Flickenteppiche aussehen) dort oben hat mich das Projekt sehr beeindruckt. Demokratische Schulen sind rar in Südamerika.  Mehr Informationen gibt’s übrigens in dem rechts verlinkten Blog.

Außerdem haben wir natürlich Weihnachten gefeiert. Es war ziemlich schön. Wir waren zusammen mit einer anderen deutschen Freiwilligen in einer peruanischen Familie. Dort wurde viel geredet, gegessen, getrunken, gesungen und sogar Gedichte rezitiert. Eine sehr angenehme Atmosphäre. Bis zur Bescherung wartet man in Peru bis Mitternacht (die armen Kinder …). Außerdem ist im Gegensatz zu Deutschland der 26. kein Feiertag. Oftmals bekommen auch nur die Kinder Geschenke.

Die Zeit in Huamachuco war wirklich wunderbar. So ruhig im Vergleich zu meinem hektischen Leben in Lima. Und es hat einfach gefetzt, bei meinem Bruder zu sein.


Am 27. bin ich zurückgefahren (durch die Berge mit einer anderen Busgesellschaft, die über wesentlich vertrauenswürdigerere Fahrzeuge verfügt) und war am 28. wieder in meinem geliebten Lima. Sonne genießen, die bevorstehende Reise planen, tanzen gehen, ans Meer fahren, mein Zimmer ausräumen, einen Silvesterplan entwickeln, stand auf dem Plan.

Ich bin ja sowieso keine große Silvester-Freundin, dementsprechend hatte ich wenig Lust irgendwas zu planen. Nach einigem Hin und Her sind Patricia und ich mit Lucía nach Punta Hermosa gefahren. Das ist ein Ort am Meer, der etwa zwei Stunden von Lima entfernt ist. Freunde von ihr, die wir zu großem Teil auch kannten, hatten ein Haus gemietet. Ein Haus am Strand, hieß es. Nun ja, so war es leider nicht. Zum Strand musste man noch ein Stück laufen. Und Silvester selbst war er leider auch gesperrt. Wahrscheinlich aus Angst, dass die feierwütige Menge ihn in Schutt und Asche zurücklegt. Punta Hermosa erscheint mir nämlich ein bisschen wie der peruanische Ballermann: Massen betrunkener Leute. Oh je.

Die Party auf der wir waren, war an sich ganz nett (einige Ereignisse wären ausreichend, den Teaser einer Vorabend-Soap zu füllen…), aber ich steh halt wirklich nicht auf Partys am letzten Tag des Jahres. Außerdem war es wirklich ein bisschen merkwürdig, dass es so warm ist. Am 1. Januar waren wir noch am Strand, haben die Sonne und die immensen Wellen genossen.
Also haben wir uns schon amüsiert. :)


Mein Zimmer sieht grad ziemlich chaotisch aus. Ich packe nämlich meine Sachen. Zum Einen meinen Reiserucksack und zum Anderen meinen Koffer, in dem der ganze Rest landet. Ich werde nämlich de facto aus meinem Zimmer ausziehen, als Vagabundin unterwegs sein und zu Beginn des neuen Semesters wieder in der Casa Rio Grande einziehen.

Gleich fahre ich mit Kristina nach Arequipa. Dort sind schon Zsara und Patricia. Mit ihnen geht es in den Cañon de Colca und dann weiter nach Bolivien, Argentinien, vielleicht Paraguay. Einen konkreten Plan gibt es nicht. Ich gebe mir etwa sechs Wochen, dann will ich zurück in Lima sein. Aber wo ich mit wem wie lange hinfahre, steht allerhöchstens im Groben fest.

Ich werde versuchen, mich unterwegs ab und an zu melden!

In dem Sinne: ein frohes neues Jahr euch allen!

Eure Karo

PS: Der Schnelligkeit meines Tippens kurz vor der Abfahrt geschuldete Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen. 

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Weihnachtlichkeiten

Heiligabend steht vor der Tür und ich erfreue mich tagtäglich sonnigen Wetters. So besonders weihnachtlich fühle ich mich also nicht. Und das, obwohl es bei einem Großteil der Häuser die Besitzer das Schmücken ziemlich ernst genommen haben: bunte, blinkende Lichterketten, die nicht nur ein Blitzlichtgewitter von sich geben, sondern auch schrille Melodien ausspucken. Schön ist anders.

Morgen fahre ich zu Arthur, um mit ihm zusammen die Weihnachtstage zu verbringen. Ich freue mich schon sehr darauf ihn wieder zu sehen, muss aber sagen, dass mich der Gedanke an die 15 Stunden Busfahrt, die mir bevorstehen, eher weniger erheitert. 

Gerade bin ich also noch in Lima. Die Casa Rio Grande ist ganz ausgestorben: außer Lucy und einem spanischen señor, der hier gerade drei Monate wohnt, ist niemand da. Alle haben sich auf Reisen begeben. Letzten Freitag haben wir wegen zeitnaher Reisestarts ein kleines Abschiedsgrillen veranstaltet. Das war sehr schön, aber auch ein bisschne traurig. Nun, immerhin sehe ich alle zumindest noch einmal wieder und die Jungs bleiben ja wie ich noch ein Semester länger.

Die letzte Woche war auf jeden Fall sehr entspannend. Ich hab viel Zeit mit meinen Mitbewohnern und peruanischen freunden verbracht, war oft Kaffee trinken, im Kino, am Meer, in Buchläden, auf dem Markt, ein bisschen spazieren, im historischen Zentrum Limas. Und ich hab endlich, endlich ein paar meiner Fotos eingescannt. Leider geht dadurch natürlich ganz schön was an Qualität verloren, aber schön sind sie dennoch. :) Schaut einfach mal ein bisschen in den älteren Posts.

Zum Schluss ein Lied, das mich gerade ziemlich begleitet. Auch wenn das Ende meiner peruanischen Zeit zum Glück noch ein Stück entfernt ist.


Ich wünsche euch allen frohe, entspannte und angenehme Weihnachten. Feliz navidad. 

Fröhliche Grüße aus dem Sommer,
Karo